Als Lehr- und Forschungssammlung der Philipps-Universität präsentiert das Mineralogische Museum der Philipps-Universität Marburg eine umfangreiche Kollektion mineralogischer und geologischer Objekte. Mit rund 60.000 Mineralien, 55.000 Gesteinsproben, 15.000 Roh-Edelsteinen und etwa 150 Meteoriten gehört die Sammlung zu den bedeutendsten ihrer Art in Hessen.
Das Museum war im historischen Kornhaus am Firmaneiplatz untergebracht, einem ehemaligen Backhaus und Kornspeicher des Deutschen Ordens aus dem frühen 16. Jahrhundert. Seit 2019 ist das Gebäude – und damit ein Großteil der Bestände – öffentlich nicht mehr zugänglich. Die Schau „Minerale – Schätze der Erde“ wird seither im Waldeckersaal des Landgrafenschlosses gezeigt (bis Juli 2026).
Die Bestände reichen bis ins späte 18. Jahrhundert zurück; eine große Sammelinitiative brachte die Grundlage der Sammlung nach Marburg. In den folgenden Jahrzehnten übernahm die Universität die Aufsicht, katalogisierte und gliederte die Objekte, musste aber wiederholt mit finanziellen Engpässen und räumlichen Beschränkungen umgehen. Im 19. Jahrhundert vergrößerten Ankäufe und Schenkungen den Bestand, Platzmangel führte gelegentlich zur Aussonderung von Dubletten und zur Aufteilung der Sammlungsbereiche. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden petrographische Bestände räumlich neu geordnet und ein gewichtiger Meteorit in die Sammlung aufgenommen. Zwischen den Weltkriegen und in der Nachkriegszeit erhielt die Sammlung Fördermittel und wuchs weiter. In den 1960er/70er Jahren wurde der Kornspeicher umfassend renoviert und für die Öffentlichkeit ausgebaut; in den Folgejahren wuchs die Ausstellungsfläche und die internationale Zusammenarbeit.
Heute erfüllt das Museum vor allem Lehr- und Forschungszwecke. Ein Freundeskreis unterstützt den Erhalt, die Präsentation und den Ausbau der Sammlung durch Renovierungen, Ausstattungsanschaffungen, Erwerb von Exponaten sowie die Organisation von Führungen und Exkursionen.