Im Forum Confluentes auf dem Zentralplatz von Koblenz befindet sich seit 2013 das Mittelrhein-Museum; hier werden Bestände zur Kunst- und Kulturgeschichte des Mittelrheintals präsentiert.
Die städtische Einrichtung geht auf eine Schenkung aus dem Jahr 1835 zurück und wird von der Stadt Koblenz getragen. Entstanden aus der Gemäldesammlung eines kunstsinnigen Pfarrers, entwickelte sich das Museum parallel zu bedeutenden bürgerlichen Sammlungen anderer Städte und zählt zu den ältesten bürgerlichen Museen Deutschlands, getragen vom Engagement der Bürgerschaft. In seiner Geschichte wechselte das Haus mehrfach den Standort und musste insgesamt zehn Mal umziehen; von 1965 bis 2013 war es im Alten Kaufhaus am Florinsmarkt untergebracht.
Ursprünglich bildete die Langsche Gemäldesammlung mit über 200 Werken den Kernbestand; sie enthielt sakrale Malerei des Spätmittelalters, Meister der niederländischen Tradition des 17. Jahrhunderts und Gemälde des 18. bis beginnenden 19. Jahrhunderts. Im Laufe der Jahre ergänzten kommunale Sammlungen und bürgerliche Stiftungen die Bestände. Kriegs- und Nachkriegszeit brachten einschneidende Veränderungen: Teile der Sammlungen wurden ausgelagert, andere gingen verloren oder wurden entwendet. Nach 1945 wurden die verbliebenen Objekte ab 1949 unter dem Namen Mittelrheinisches Museum in der Festung Ehrenbreitstein gezeigt, bevor 1965 der Einzug in die wieder hergerichteten Gebäude am Florinsmarkt erfolgte.
Der Umzug ins Forum Confluentes löste wichtig gewordene Probleme wie fehlende Barrierefreiheit, Brandschutzanforderungen und Platzmangel. Das neue Kulturgebäude bietet insgesamt 12.000 m² Nutzfläche; dem Museum stehen etwa 3.200 m² auf mehreren Ebenen zur Verfügung. Im ersten Jahr nach dem Umzug stieg die Besucherzahl deutlich an.
Heute umfasst die Sammlung rund 20.000 Objekte, die mehr als 2.000 Jahre rheinischer Kunst- und Kulturgeschichte dokumentieren: über 1.100 Gemälde, etwa 8.000 Grafiken und Handzeichnungen, mehr als 300 Skulpturen sowie zahlreiche kunstgewerbliche Objekte, Möbel, Textilien, Militaria, archäologische Funde, Baufragmente, Fotografien, Keramik und Münzen. Ein Schwerpunkt liegt auf Rheinromantik und regionalen Ansichten; zudem sind größere Werkkomplexe zeitgenössischer Künstler in den Beständen vertreten.