Münzkabinett SMB

Am Kupfergraben 1, 10177 Berlin, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Am Kupfergraben 1
PLZ/Ort
10177 Berlin
Land
Deutschland
Telefon
+49 - (0)30 - 266 42 54 01
Web
https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/muenzkabinett/

Beschreibung

Im Bode-Museum im Berliner Ortsteil Mitte befindet sich das Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, eine international vergleichbare Sammlung numismatischer Objekte, die in einem Netzwerk mit Sammlungen in London, Paris, Wien und St. Petersburg steht.

Sein Ursprung liegt in der Kunstkammer der Kurfürsten von Brandenburg; frühe Bestandsaufnahmen reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück, als ein Inventar von rund 5.000 überwiegend antiken Münzen verzeichnet wurde. Wissenschaftliche Erschließung setzte bereits im 17. und erneut im frühen 19. Jahrhundert ein. Wegen kriegerischer Ereignisse im 18. und frühen 19. Jahrhundert wurde die Sammlung mehrfach verlagert und dabei teilweise beschädigt oder verloren. Im Verlauf des 18. und frühen 19. Jahrhunderts wechselte die Trägerschaft mehrfach, bevor die Sammlung 1830 dem Königlichen Museum übergeben und im Alten Museum gezeigt wurde. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts erlangte sie Museumsstatus und profitierte bis etwa 1918 von gezielter Förderung, durch die umfangreiche Ankäufe, Fundzugänge sowie Stiftungen möglich wurden. Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgte der Umzug in das neu errichtete Kaiser-Friedrich-Museum; dort schuf man im Untergeschoss sichere Magazinräume für die chronologische Ordnung der Bestände. Während des Zweiten Weltkriegs wurden große Teile eingelagert und später während der Besatzungszeit in die Sowjetunion verbracht; eine Neusichtung und Ausstellung in Berlin begann in den 1950er Jahren, als die Sammlung schrittweise zurückkehrte und wieder zugänglich gemacht werden konnte. Nach Renovierungsarbeiten seit 2006 stehen vier Schauräume zur Verfügung, in denen rund 5.000 Objekte dauerhaft präsentiert werden; die antiken Münzen werden zudem im Alten Museum (Blaues Gewölbe) gezeigt. Anders als viele andere Sammlungen der Staatlichen Museen blieb das Münzkabinett nach dem Krieg organisatorisch zusammengehalten.

Der heutige Bestand umfasst über 500.000 originale Objekte sowie mehr als 300.000 Gipsabgüsse und Geldscheindubletten. Die antiken Bestände beinhalten etwa 102.000 griechische und rund 50.000 römische Münzen; zu den herausragenden Stücken zählen unter anderem das Demareteion und das einmalige attische Dekadrachmon. Die mittelalterliche und byzantinische Sammlung bis circa 1500 umfasst rund 66.000 Exemplare. Die nachmittelalterlichen, globalen Prägungen reichen bis in die Neuzeit und umfassen etwa 103.000 Stück; hinzu kommen circa 30.000 orientalische und asiatische Münzen. Die Medaillensammlung mit Schwerpunkt auf Bildnismedaillen der Renaissance umfasst etwa 32.000 Medaillen und Modelle. Weitere Bestände enthalten Schatzfundstücke, Banknoten und Wertpapiere, Metallnotgeld, Jetons, Münzfälschungen, Siegel, vormünzliche Geldformen, Gewichte, Barren und eine umfangreiche Zahl an Münzwerkzeugen.

Seit 2007 ist ein interaktiver Katalog online verfügbar; er erfasst die Bestände standardisiert mit Bild und Text und war bis Herbst 2023 auf über 55.000 Objekte angewachsen. Das Münzkabinett beteiligt sich an dem deutschlandweiten Digitalisierungsprojekt NUMiD, das seit 2017 mit Förderung arbeitet und die Bestände zahlreicher universitären Münzsammlungen vernetzt. Ein spektakulärer Vorfall in der jüngeren Geschichte war der Diebstahl der kanadischen Big Maple Leaf am 27. März 2017: die 100-kg-Goldmünze aus fast reinem Gold, seit 2010 als Dauerleihgabe ausgestellt, ging damals verloren.

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