In Bensheim befindet sich das Museum Bensheim auf dem Gelände des ehemaligen Lorscher Klosterhofes; seit seiner Gründung 1909 wirkt es als dauerhafte Kulturinstitution in Südhessen. Auf drei Etagen bietet das Haus eine stadthistorische und archäologische Dauerausstellung mit rund 630 m² Ausstellungsfläche; die Sammlung umfasst etwa 30.000 Objekte von der Vor- und Frühgeschichte bis zur Gegenwart.
Die Entstehungsgeschichte reicht zurück bis zu frühen Initiativen am Ende des 19. Jahrhunderts; 1909 wurde das Bergsträßer Heimatmuseum eröffnet und in den Folgejahren sukzessive erweitert. Nach Verlusten und Einlagerungen in den 1930er Jahren begann in der Nachkriegszeit der Wiederaufbau der Sammlungen. Ab 1960 etablierte sich das Museum an der heutigen Adresse Marktplatz 13 und entwickelte thematische Räume zur Vorgeschichte, Stadtgeschichte, Landwirtschaft, Biedermeier und regionalem Kulturraum. In den 1970er Jahren formierte sich ein neuer Museumsverein, der Forschung und Denkmalpflege fördert; das Museum selbst ist heute eine kommunale Einrichtung mit eigenständiger personeller und finanzieller Struktur.
Die Bestände gliedern sich in mehrere Schwerpunkte. Das Kunstarchiv Bergstraße wurde 2017 eingerichtet, um regionale Künstler und Sammlungen zu bewahren; es enthält bedeutende Werke unter anderem von Leo Grewenig, Franz Frank, Bruno Müller-Linow und Paul Kleinschmidt sowie einen Zyklus zur Nibelungen-Thematik von Hans‑Werner Meinberg. Die fotografische Sammlung bewahrt frühe Daguerreotypien von Johann Wilhelm Debus; zeitgenössische künstlerische Auseinandersetzungen mit Museumsobjekten ergänzen das Programm.
Die paläontologische Sammlung entstand aus Funden beim Kiesabbau in den 1960er Jahren und umfasst Knochen eiszeitlicher Tiere wie Mammut, Wollnashorn, Wisent, Auerochse und Riesenhirsch; einige Funde wurden wissenschaftlich radiokarbon-datiert. Archäologisch gehört das Museum neben dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt zu den größten Sammlungen Südhessens, mit Objekten von der Steinzeit über Römer- und Germanenzeit bis ins Mittelalter. Eine anthropologische Sammlung enthält osteologische Reste von rund 30 Individuen aus verschiedenen Epochen, überwiegend aus Ausgrabungen im Stadtgebiet.
In der Dauerausstellung finden sich lokal bedeutende Exponate: das merowingische Frauenskelett mit digital rekonstruierter Gesichtsdarstellung, Skelette vom ehemaligen Galgenplatz, über 550 mittelalterliche Traubenkerne mit Datierung ins 11.–12. Jahrhundert als ältester direkter Nachweis von Weinbau in der Region sowie eine Bronzebüste des Großherzogs Ernst Ludwig, die nach politischer Auseinandersetzung ins Museum gelangte. Ergänzt wird das Programm durch regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen zu Kunst, Archäologie und Stadtgeschichte sowie museumspädagogische Angebote für verschiedene Altersgruppen.