Das Museum der Stadt Lennestadt prägt das kulturelle Angebot im Ortsteil Grevenbrück und widmet sich der regionalen Geschichte und Alltagskultur.
Das Haus, in dem das Museum heute untergebracht ist, entstand 1910 als „Königlich Preußisches Katasteramt Förde“ im Kreis Olpe. Von 1939 an diente das Gebäude mehr als drei Jahrzehnte als Verwaltungssitz für das Amt Bilstein; nach der Gemeindereform 1969 beherbergte es weitere 15 Jahre die Stadtverwaltung. Ab 1985 zogen das Stadtarchiv und die landeskundliche Bibliothek ein, und 1993 wurde das Museum der Stadt Lennestadt gegründet. 2014 wurde das Angebot auf einen Teil des renovierten Bahnhofsgebäudes in Grevenbrück erweitert und dort Raum für Sonderausstellungen und Veranstaltungen geschaffen. Dank einer Förderung im Programm „Heimat‑Zeugnis“ entstand im KulturBahnhof im Herbst 2020 eine flexibel gestaltbare Dauerausstellung zur Ruhr‑Sieg‑Strecke und zum Wandel der Mobilität, die die Geschichte der Strecke und aktuelle Fragen des öffentlichen Nahverkehrs thematisiert.
Im Rahmen desselben Förderprogramms wurden im Mai 2020 Mittel in Höhe von 1,173 Mio. Euro für den Umbau des Alten Amtshauses Mittel bewilligt (60 Prozent der Kosten). Ab Anfang 2021 erfolgte die umfassende Sanierung: ein Anbau aus den 1950er Jahren wurde zurückgebaut, Archiv und Bibliothek umgezogen, neue Ausstellungsräume und ein großzügiger Außenbereich geschaffen sowie ein Personenaufzug installiert. Aufbauend auf der bisherigen Dauerausstellung „Moderne Zeiten. Vom Leben im Sauerland 1850–1955“ wurde ein neues Ausstellungskonzept entwickelt; im Mai 2024 eröffnete die neue Dauerausstellung „43/1 – Einheit in Vielfalt“.
Das Museum verwahrt Funde aus den Ausgrabungen an der mittelalterlichen Peperburg bei Förde‑Grevenbrück (Grabungen 1980–1986 unter wissenschaftlicher Leitung des Westfälischen Museums für Archäologie, Zweigstelle Olpe, heute LWL‑Museum für Archäologie und Kultur) und zeigte zentrale Fundstücke in einer sogenannten „Schatzkammer“. Zur Sammlung gehört eine kleine Fossiliensammlung, pädagogisch aufbereitet von einem verstorbenen Lehrer. Ein original erhaltenes Schulzimmer mit Exponaten aus den 1910er bis 1950er Jahren bleibt wichtiger Bestandteil der Museumspädagogik und dient als außerschulischer Lernort.
Künstlerische Sammlungsbestände umfassen Werke des heimischen Malers Reinhold Bicher (1895–1975), deren Motive häufig Lennestadt, Industrie und religiöses Leben zeigen; einige Arbeiten sind auch in der neuen Dauerausstellung vertreten. Zudem erinnert eine Sonderausstellung an den Maler Peter Dommes (geb. 1903) und seine Aquarelle. Die Reihe „Exponat des Monats“ erzählt in kurzen Objektgeschichten Alltagserzeugnisse aus Leihgaben oder Schenkungen und öffnet damit Einblicke in vergangene Lebenswelten.
Seit Ende 1989 besteht eine Trägerschaftsvereinbarung zwischen der Stadt Lennestadt und dem Heimat‑ und Verkehrsverein Grevenbrück e. V.; die Kommune stellt Räume und Sachmittel, der Verein organisiert den ehrenamtlichen Aufsichtsdienst und die Erweiterung der Sammlung.