Am Museumsufer von Frankfurt am Main bildet das Museum Angewandte Kunst einen Ort für die Präsentation von angewandter Kunst, Design, Mode, Buchkunst, Grafik, Architektur sowie performativen und lebensstilbezogenen Ausdrucksformen. Das Haus bietet sinnliche Ausstellungsräume und fördert öffentliche Gespräche und kritische Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen Entwicklungen.
Der Standort umfasst die Historische Villa Metzler, einen markanten Neubau aus drei miteinander verbundenen, weiß gehaltenen Kuben sowie einen angrenzenden Museumspark (heute Metzlerpark) und ein Werkstattgebäude. Ein verglaster Übergang verbindet den Neubau rückseitig mit der Villa; auf der Parkseite befindet sich ein Restaurant. Der Park zeichnet sich durch kreuzförmige Wege und einen weißen Brunnen aus und bildet eine grüne Verbindung zum Museumsufer.
Die Sammlung geht auf Bestände zurück, die seit 1877 durch den Mitteldeutschen Kunstgewerbe-Verein aufgebaut wurden; 1879 entstand daraus ein Kunstgewerbemuseum mit Schule und Bibliothek. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach dem Ersten Weltkrieg übernahm die Stadt die Institute und die Sammlung rückwirkend zum 1. April 1920. 1937 erfolgte die Umbenennung in Museum für Kunsthandwerk. Ab 1938 nutzte das Haus Räume im Rothschild-Palais, das infolge eines erzwungenen Verkaufs und später zerstört wurde; die Sammlung blieb eingelagert und trat erst 1966 in der Villa Metzler und in Sonderausstellungen wieder in Erscheinung. Der heutige Museumsbau wurde in den 1980er-Jahren ergänzt; 2000 erfolgte eine konzeptionelle Neuausrichtung und Namensänderung, die nach einer Innenüberarbeitung 2013 weiter verdichtet wurde.
Die Bestände umfassen rund 65.000 Objekte aus fünf Jahrtausenden. Schwerpunkte sind europäisches Kunsthandwerk und Design vom 12. bis zum 21. Jahrhundert, Buchkunst und Grafik (unter anderem die Sammlung Gebrüder Linel) sowie islamische und ostasiatische Kunst. Eine Zweigstelle als Ikonenmuseum wurde 1990 im ehemaligen Refektorium des Deutschordenshauses eingerichtet und 2020–2021 umfassend erneuert. Seit 2017 zeigt das Haus eine Dauerausstellung zum Designer Dieter Rams; der Stilraum wurde 2022 neu gestaltet. Unterstützt wird das Museum seit 2013 von einer Stiftung mit mehreren Förderkreisen.