Museum für Haustierkunde

Adam-Kuckhoff-Straße 35, 06108 Halle, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Adam-Kuckhoff-Straße 35
PLZ/Ort
06108 Halle
Land
Deutschland
Telefon
+49(0)345 / 5522322
Fax
-

Web
http://www.landw.uni-halle.de/lfak/museum/

Beschreibung

Als Teil des Instituts für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bewahrt das Museum für Haustierkunde „Julius Kühn“ Bestände, die aus dem historischen Haustiergarten des Landwirtschaftlichen Instituts hervorgegangen sind.

Die Ausstellungsräume befinden sich im denkmalgeschützten Pferdestall von 1884, einem langgestreckten Fachwerkbau, der zum Steintor-Campus gehört und zwischen der Ludwig-Wucherer-Straße, der Emil-Abderhalden-Straße und der Adam-Kuckhoff-Straße liegt. Dieses Gebäude bildet zusammen mit einem kleinen Klinkerbau des ehemaligen Zuchtfischaquariums das letzte bauliche Zeugnis des Haustiergartens; die Ausstellungsfläche umfasst rund 300 Quadratmeter und gliedert sich in fünf aufeinanderfolgende Bereiche.

Die Sammlungsbestände gehen auf den Haustiergarten zurück, den Julius Kühn in den Jahren 1865–1888 zur Darstellung zahlreicher Haustierrassen anlegte. Dort wurden Stallanlagen, Wirtschaftsgebäude, ein Tierhospital sowie eine Veterinärklinik betrieben; der Garten bestand bis 1969 und beherbergte zeitweise über 1000 Tiere. Wissenschaftlich wertvolle Individuen lieferten Skelett- und Schädelfunde, Dermoplastiken, Spirituspräparate, Wollproben und Häute, von denen ein Teil museal aufbereitet und seit 1988 öffentlich gezeigt wird.

Im Eingangsbereich wird Julius Kühn gewidmetes Bild- und Informationsmaterial präsentiert. Ein früher ausgestelltes, lebensgroßes Pappmaché-Lehrmodell eines Pferdes nach Auzoux wurde konserviert und ist heute im Zentralmagazin der Naturwissenschaftlichen Sammlungen untergebracht. Die folgenden Räume widmen sich Schafen und Ziegen, Rindern, Pferden sowie Schweinen und Hunden; gezeigt werden vor allem Skelette, Schädel, Dermoplastiken und historische Fotografien, häufig von alten oder nicht mehr verbreiteten Landrassen.

Die magazinierten Bestände umfassen etwa 7000 Haustierskelette, Schädel und Dermoplastiken (unter anderem ca. 100 Pferde/Esel, 600 Rinderschädel, über 2000 Schafexemplare und mehr als 600 Schweineschädel). Ergänzt werden sie durch eine umfangreiche Wollsammlung, eine der drei größten deutschen Vergleichssammlungen der Archäozoologie sowie ein Fotoarchiv mit etwa 100.000 Aufnahmen, darunter über 6000 Glasnegativplatten aus 1900–1930. Zwei Teile der Sammlung — das Auzoux-Pferd und die historischen Fotoglasplatten Julius Kühns — sind seit Januar 2012 als national wertvolles Kulturgut gelistet. Die Bestände sind in Räumen oberhalb der Ausstellung und im Zentralmagazin (Domplatz 4) untergebracht.

Das Museum und seine Sammlungen werden vor allem für universitäre Lehre, wissenschaftliche Arbeit und als Ergänzung schulischer Bildung genutzt.

Ort auf der Karte

Weitere Museen in der Nähe