Museum für Kommunikation

Lessingstraße 6, 90443 Nürnberg, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Lessingstraße 6
PLZ/Ort
90443 Nürnberg
Land
Deutschland
Telefon
0911 230 88 0
Fax
0911 230 88 86

Web
https://www.mfk-nuernberg.de
Tags
#Telekommunikation

Beschreibung

Das Museum für Kommunikation Nürnberg befindet sich in den historischen Räumen des Verkehrsmuseums an der Lessingstraße 6 und teilt sich das Gebäude mit dem DB Museum. Seine Ursprünge reichen zum königlich-bayerischen Postmuseum zurück; heute gehört es zusammen mit den Museumsstandorten in Berlin und Frankfurt am Main sowie dem Archiv für Philatelie in Bonn zur Museumsstiftung Post und Telekommunikation, deren Stifter die Deutsche Post und die Deutsche Telekom sind.

Die Sammlungen gehen auf Initiativen des 19. Jahrhunderts zurück, als das Königreich Bayern nach 1871 eigene Post- und Bahnsysteme behielt. Eine Ausstellung zur Eisenbahngeschichte wurde 1899 eröffnet und 1902 um eine Abteilung zur bayerischen Post und Telegrafie ergänzt. Der heutige Bau entstand nach Baubeginn 1914; durch den Ersten Weltkrieg verzögert, wurde das Gebäude 1925 fertiggestellt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden Post und Bahn in übergeordnete staatliche Systeme integriert, seither existieren unter einem Dach zwei unabhängige Museen, die von den jeweiligen Nachfolgeorganisationen getragen werden. Der Zweite Weltkrieg führte zur Schließung und zu Exponateverlusten; das Post-Museum eröffnete 1955 wieder. Nach umfangreichem Umbau 1988–1991 wurde das Haus 1995 Teil der Museumsstiftung; den Namen „Museum für Kommunikation Nürnberg“ trägt es seit 2000. Ergänzend zur Dauerausstellung werden wechselnde Ausstellungen, museums- und medienpädagogische Angebote sowie Veranstaltungen angeboten.

Die permanente Präsentation wurde im November 2010 neu konzipiert und stellt Menschen und ihre Kommunikationsformen vom ersten Schrei bis zum Internet in den Mittelpunkt. Auf vier thematischen Räumen zeigen rund 400 Objekte Funktionsweisen von Kommunikation; interaktive Stationen wie Schreibwerkstatt, Rohrpost und ein Fernsehstudio laden zum Mitmachen ein. Der erste Raum widmet sich dem Hören und Sprechen: gedämpftes Licht, akustisch geprägte Raumgestaltungen und Exponate von Trommel bis Telefon illustrieren Sprache, Tierkommunikation, Signalinstrumente und Telefonie. Der zweite Raum fokussiert Bildkommunikation: Filme zu Mimik, Gestik und Mode, Bildzeichen, Fotografie und Fernsehen sowie gesteuerte Mitmachstationen thematisieren visuelle Verständigung. Der dritte Raum folgt der Schrift in linearer Raumgestaltung; hohe Stelen zeigen frühe Schriften, es gibt eine Geheimwerkstatt zur Verschlüsselung, Darstellungen zur Wirkung des Buchdrucks und Bereiche zu Transport und Logistik historischer Versandwege. Ein aufwändig rekonstruierter ägyptischer Grabraum mit Texten aus dem Totenbuch betont die Rolle von Bild und Schrift im Kult. Der 2013 gestaltete Bereich „Netzwelten“ verbindet die analogen Themen mit digitaler Kommunikation: technische Komponenten und Nutzungsformen werden gezeigt, ebenso die Bedeutung von Medienkompetenz in der Rolle des modernen Prosumenten.

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