Auf der Museumsinsel in Berlin zeigt die Antikensammlung Berlin der Staatlichen Museen zu Berlin eine umfangreiche Präsentation antiker Kunst aus Griechenland, Rom, Etrurien und Zypern. Zu den bekanntesten Exponaten zählen der Pergamonaltar und großformatige architektonische Rekonstruktionen wie das Markttor von Milet; daneben umfasst die Sammlung zahlreiche Skulpturen, Vasen, Terrakotten, Bronzen, Sarkophage, Gemmen und Edelmetallarbeiten. Die Dauerausstellungen verteilen sich auf das Alte Museum, das Neue Museum und das Pergamonmuseum.
Die Sammlung wuchs über Jahrhunderte durch Ankäufe, Schenkungen und Erbschaften sowie durch gezielte Ausgrabungen in der Mittelmeerregion. Im 19. Jahrhundert führte die Öffnung für Forschung und systematische Katalogisierung zu einem modernen Museumsverständnis; ergänzend wurden Abgüsse antiker Werke gesammelt, um Studien und vergleichende Präsentationen zu ermöglichen. Mit den archäologischen Kampagnen kamen herausragende Architekturfragmente in die Bildersammlung, woraus sich der Bedarf an großen Ausstellungshallen ergab.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden Bestände ausgelagert, ein Teil zerstört, andere geplündert oder als Beutekunst abtransportiert; erst in den Folgejahrzehnten konnten viele Stücke zurückgeführt werden, nicht jedoch alle. Nach 1945 entwickelte sich die Antikensammlung in zwei getrennten Komplexen: auf der wiederaufgebauten Museumsinsel im Osten wurden besonders die monumentalen Architekturteile gezeigt, in Charlottenburg im Westen konzentrierte man sich auf Kleinkunst, Vasen, Goldschmuck und Porträts; in West-Berlin gelangten durch Käufe und Schenkungen zusätzliche Objekte in die Sammlung.
Mit der Wiedervereinigung der Bestände Anfang der 1990er Jahre begann eine neue Phase der Zusammenführung, Neukonzeption und Restaurierung. Teile der Monumentalwerke wurden aufwendig konserviert und temporär an anderen Standorten präsentiert. Im Rahmen des Masterplans Museumsinsel sind umfangreiche Umstellungen und Restaurierungen erfolgt; einige Schlüsselobjekte, etwa der Pergamonaltar, wurden zeitweise ausgelagert und sollen nach Abschluss der umfassenden Arbeiten wieder dauerhaft zugänglich sein.