Museum Römervilla

Am Silberberg 1, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Deutschland

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Kreis Ahrweiler

Wo Sie uns finden:

Straße
Am Silberberg 1
PLZ/Ort
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Land
Deutschland
Telefon
02641/5311
Fax
-

Web
https://www.ahrtal.com/de/roemervilla
Tags
#Historik #Römer #Villa

Beschreibung

Die Römervilla von Bad Neuenahr-Ahrweiler am Silberberg liegt am Nordhang des Ahrtals und dokumentiert eine durchgehende Nutzung vom mittleren 1. Jahrhundert n. Chr. bis in das Frühmittelalter. Als archäologisches Freigelände präsentiert die Fundstelle die Entwicklung eines römischen Gutshofs, seine Umnutzung in ein spätantikes Hospiz (Mansio), eine Phase handwerklicher Metallverhüttung und schließlich ein frühmittelalterliches Bestattungsfeld.

Das Gelände befindet sich am Rand der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Die Lage am geschützten Hang und die Nähe zur Ahr mit ihrem Weinbau prägen Ursprung und Erhaltungsbedingungen. Frischwasser lieferte ein Bach vom Hang, und eine Talstraße verband das Gut mit Flusspunkten wie Andernach, Koblenz, Bonn und Köln. Nach vitruvianischen Vorgaben stand das Haupthaus mit der Längsseite bergseitig, der sonnige Portikus öffnete sich nach Süden.

Die Anlage entstand Mitte des 1. Jahrhunderts als Villa rustica (Haus I), wurde bald überformt und in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts durch eine großzügige Portikusvilla (Haus II) ersetzt. Archäologische Einschnitte verblieben im Jahr 1980 bei Straßenbauarbeiten sichtbar; die anschließenden Grabungskampagnen bis 1990 machten ein außergewöhnlich gut erhaltenes Hauptgebäude mit wertvollen Wandmalereien, Hypokausten und seltenen Baudetails frei. Grabungsergebnisse sind seit den frühen 1990er-Jahren öffentlich zugänglich; Ausstellungen und Sonderpräsentationen vertiefen die römischen Themen.

Haus I lieferte u. a. einen gut erforschten Keller mit einer antiken Kühlanlage und ein Privatbad mit Caldarium und selten nachweisbarem Laconicum. Haus II zeigte einen 72 Meter langen Portikus, vielfältige Wandmalereien, hochwertige Steinböden und zahlreiche Hypokaustsysteme; ungewöhnlich sind niedrig liegende Fensterbänke und Schiebeläden, deren Konstruktionsprinzip nördlich der Alpen bislang unbekannt war. Umfangreiche Kanalisationsbauten regulierten Hangwasser und versorgten Bad und Haus mit Frischwasser.

Um 259/60 n. Chr. wurde die Villa planmäßig geräumt und nicht wieder bewohnt; Verfall setzte ein. Gegen Ende des 3. Jahrhunderts entstand in Teilen des Gebäudes eine Mansio mit Herdanlagen, Verkaufsraum und Latrine. In der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts nutzten Handwerker das Terrain als Metallschmelze, offenbar zur Gewinnung von im Silberberg gebrochenen Erzen. Schließlich bedeckte abrutschender Hangschutt die Ruinen und konservierte Befunde; über ihm wurde im 7.–8. Jahrhundert ein christlicher Friedhof mit 32 Gräbern angelegt.

Wichtiges Fundgut umfasst ein einzigartiges Lehrer‑Schüler‑Graffito aus dem Obergeschoss, Belege für Terra Sigillata‑Bezüge, Schmuckstücke, Fibeln, Theatermasken und einen Ziegelstempel der Legio V Alaudae. Eine bemalte Tonscherbe aus der Mansiozeit trägt möglicherweise ein Christogramm. Diese Funde belegen Bildung, wirtschaftliche Vernetztheit und die wechselnde Nutzung des Silberberg‑Anwesens über fast ein Jahrtausend.

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