Am „Schnatterloch“ – unzweifelhaft der schönste Platz Miltenbergs und einer der schönsten Marktplätze Deutschlands –steht das „Haus Miltenberg“. Das denkmalgeschützte Gebäude mit seinen reich verzierten Renaissance-Erkern beherbergt das Museum der Stadt Miltenberg.
Zentrales Thema der Ausstellung sind die historisch-kulturelle Entstehung Miltenbergs und seiner Region sowie die Darstellung des Lebens seiner Bewohner. Schon vor der ersten Erwähnung der Stadt im 13. Jahrhundert war die Region jahrtausendelang besiedelt.
Der römischen Zeit Miltenbergs ist eine eigene Abteilung des Museums gewidmet:
Die Römer, die von hier aus ihren Grenzwall, den Limes, vom Main in Richtung Süden abzweigten, hinterließen in zwei Kastellen und deren Umgebung eine Fülle von Funden, einschließlich des rätselhaften Toutonen-Steines. Aber auch der Alltag späterer Jahrhunderte kommt nicht zu kurz: Vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert erhält man spannende Einblicke in Leben und Arbeiten der Menschen am bayerischen Untermain. Besonders reizvoll sind die seltenen Zeugnisse aus der Blütezeit der Stadt im 14./15. Jahrhundert, darunter künstlerisch hochstehende Steinplastiken. Eine umfangreiche Keramik- und Glassammlung sowie viele Dinge der volkskundlichen Religiosität geben beredten Einblick in die Wohn- und Gedankenwelten unserer Vorfahren. Die Fischerei- und Schifffahrtsabteilung repräsentiert die wichtigsten Erwerbszweige der Stadt am Fluss. Gebührenden Raum nimmt die Gemälde- und Graphiksammlung des Miltenberger Malers Philipp Wirth (1808-1878) ein, der als einer der großen Portraitisten des 19. Jahrhunderts Eingang in die Kunstgeschichte fand.
Aus dem ältesten noch erhaltenen Synagogenbau Deutschlands (um 1290) stammt der Giebel des rekonstruierten Thora-Schreins, der zusammen mit einer Reihe von Kultgeräten an die früher blühende israelitische Gemeinde Miltenbergs erinnert. Ab sofort kann als Außenstelle die renovierte Mikwe – das jüdische Ritualbad - besucht werden. Sie liegt nur ca. 300m vom Museum entfernt. Den Schlüssel für die Mikwe erhalten Sie an der Museumskasse.
Für seine vorbildliche Konzeption und Präsentation erhielt das Museum der Stadt Miltenberg 1999 den Bayerischen Museumspreis zuerkannt.