Neues Museum

Bodestraße 1-3, 10178 Berlin, Deutschland

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Beschreibung

Am Nordrand des Lustgartens in Berlin-Mitte prägt das Alte Museum das historische Ensemble der Museumsinsel, die zum UNESCO‑Welterbe zählt. Auf Veranlassung König Friedrich Wilhelms III. entstand das Gebäude in den 1820er Jahren; es gilt als bedeutendes Zeugnis des deutschen Klassizismus. Östlich schließt der Berliner Dom an, im Süden das wiederaufgebaute Berliner Schloss, im Westen das Zeughaus. Heute beherbergt das Alte Museum die Antikensammlung sowie einen Teil des Münzkabinetts und zog 2023 rund 215.000 Besucher an.

Im frühen 19. Jahrhundert setzte sich die Idee durch, vormals abgeschlossene Kunstsammlungen der Öffentlichkeit zur Bildung zugänglich zu machen; dieser Anspruch lag auch dem Bauvorhaben zugrunde. Königliche Erwerbungen größerer Antikensammlungen und eine vom Staat eingesetzte Kommission führten zur Entscheidung, in dem neuen Haus vorrangig „hohe Kunst“ auszustellen. Für die Nordseite des Lustgartens wurde ein antikisierender, akademischer Baukörper konzipiert, der mit den umgebenden Repräsentationsbauten eine symbolische Achse von weltlicher, militärischer, religiöser und kultureller Macht bildet.

Die Planung erforderte aufwändige Gründungsarbeiten wegen eines Verbindungskanals; rund 3000 Kiefernholzpfähle wurden eingebracht. Baubeginn war 1825, die Fertigstellung erfolgte um 1830; zunächst fungierte das Haus als Königliches Museum und beherbergte die Gemäldegalerie. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude schwere Schäden durch Luftangriffe und brannte 1945 aus. In den 1950er und 1960er Jahren wurde es als erstes Museumsgebäude der Insel im Wesentlichen wiederhergestellt; dabei gingen Freskenreste und ein historischer Übergang zum Nachbarbau verloren. Restaurierungen an Rotunde, Freitreppe und weiteren Teilen setzten sich bis in die 2000er Jahre fort.

Die Architektur nimmt Anleihen an antiken Vorbildern: ein zweigeschossiger Kubus auf Sockel, eine Vorhalle mit 18 kannelierten ionischen Säulen und eine dem Pantheon erinnernde, 23 Meter hohe Rotunde mit einer kassettierten Kuppel. Figuren- und Reiterplastiken sowie Rossebändiger- und Pegasusgruppen schmücken die Freitreppe und Ecken des Aufbaus. Im Inneren ordnen sich die Ausstellungsräume um zwei Höfe; die Rotunde mit ihrem korinthischen Säulengang dient heute der Präsentation größerer Skulpturen.

Ursprünglich für die „hohe Kunst“ aller Berliner Sammlungen geschaffen, wurde das Haus ab 1904 zur Heimat der Antikensammlung, die nach Zwischenlagerungen nach dem Wiederaufbau zurückkehrte. Im Obergeschoss werden etruskische und römische Exponate gezeigt, das Hauptgeschoss widmet sich der griechischen Kunst. Seit 2015 finden im Rahmen des Programms „Multaka – Treffpunkt Museum“ interkulturelle Führungen für Arabisch‑ und Persischsprachige statt; seit Ende 2023 ist die Antikensammlung des Alten Museums daran beteiligt.

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