Im EL-DE-Haus am Appellhofplatz 23–25 befindet sich das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, eine Einrichtung, die Museum, Gedenkstätte und Forschungszentrum zur Geschichte Kölns in der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945) verbindet.
Die Öffentlichkeit machte Ende der 1970er Jahre auf den erhaltenen Keller des früheren Gestapo-Gefängnisses aufmerksam; daraufhin wurden die Zellen und ihre Inschriften konserviert und 1981 eine Gedenkstätte eröffnet. Parallel entstand eine Forschungsstelle beim Historischen Archiv. Der Stadtrat beschloss 1987 die Gründung des NS‑Dokumentationszentrums, das 1988 im EL‑DE‑Haus seine Arbeit aufnahm. 1997 wurde die Forschungsstelle organisatorisch neu geordnet und den städtischen Museen gleichgestellt. Mit einem Beschluss von 2017 wurde zudem die Nutzung der oberen Stockwerke des Hauses für ein geplantes „Haus für Erinnern und Demokratie“ vorgesehen.
Im Zentrum steht das ehemalige Gestapo‑Gefängnis im Keller mit erhaltenen Zellen und von Häftlingen hinterlassenen Inschriften; seit 2013 zählt auch der Innenhof, die frühere Hinrichtungsstätte, zu den Anschauungsorten. Auf zwei weiteren Etagen zeigt die Dauerausstellung „Köln im Nationalsozialismus“ die lokale Geschichte dieser Jahre; ergänzend werden jährlich wechselnde Sonderausstellungen gezeigt. Die Forschungsabteilung rekonstruiert verlorene Aktenbestände, erstellt wissenschaftliche Grundlagen für Ausstellungen und publiziert Ergebnisse; eine Spezialbibliothek sowie Arbeits‑ und Medienräume stehen zur Verfügung. Im Haus ist außerdem die Info‑ und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus (ibs) angesiedelt, die Bildungsangebote für Jugendliche, Multiplikatorenschulungen, regionale Beratungsangebote und seit März 2021 eine Meldestelle für antisemitische Vorfälle sowie Beratungsangebote für Betroffene anbietet.
Die Besucherzahlen stiegen von knapp 26.000 im Jahr 2002 auf über 97.000 im Rekordjahr 2019 und sanken infolge der COVID‑19‑Schließungen 2020/2021 deutlich.