Die Plassenburg überragt die oberfränkische Stadt Kulmbach und dient heute als historischer Museumsstandort. Die Anlage liegt in der Gemarkung Kulmbach und nimmt in der regionalen Geschichte eine zentrale Rolle ein.
Erstmals 1135 urkundlich genannt, entwickelte sich die Burg von einer mittelalterlichen Befestigung zu einem Herrschaftszentrum. Im 14. Jahrhundert wechselte sie über Verpfändungen und Erbschaften in den Besitz der Burggrafen von Nürnberg und wurde damit Teil des zollerischen Machtbereichs in Franken. In der Folgezeit etablierte sich die Anlage als Residenz und Verwaltungsort des Fürstentums ob dem Gebirg, dem späteren Markgraftum Brandenburg‑Kulmbach.
Im 16. Jahrhundert prägten Umbau und militärischer Ausbau das Erscheinungsbild der Plassenburg. Nach Hafterfahrungen innerhalb der Fürstenfamilie wurde die Burg zur Landesfestung ausgebaut; Geschützrondelle und mächtige Bastionen entstanden. Nach einer langwierigen Belagerung im Jahr 1554 und anschließender Beschädigung durch Zerstörungsmaßnahmen erfolgte ab 1557 ein Wiederaufbau im Stil der Renaissance. Wohnbauten um den sogenannten Schönen Hof wurden bis etwa 1575 vollendet, an den Befestigungswerken wurde bis Anfang des 17. Jahrhunderts weitergearbeitet.
Die Schlosskapelle entstand als Querhauskirche in Anlehnung an das reformatorische Raumkonzept: der Predigtort rückte in den Mittelpunkt, der Kirchenraum blieb in seiner Schlichtheit groß und saalartig. Rohbau und Einwölbung wurden in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts fertiggestellt, spätere Umbauten veränderten die ursprüngliche Konzeption.
Im Dreißigjährigen Krieg und danach behauptete sich die Plassenburg mehrfach gegen Belagerungen, doch litt der Festungsunterhalt unter knappen Mitteln. Im 18. Jahrhundert fanden barocke Umgestaltungen und Kasernenbauten statt. In den napoleonischen Kriegen wurde die Burg 1806 besetzt und die Festungswerke im Winter 1806/07 geschleift. Danach diente die Anlage wechselnd als Lazarett, Strafarbeitshaus und Zuchthaus; im 20. Jahrhundert wurden Teile als Internierungs- und Haftanstalten genutzt. In der Zeit des Nationalsozialismus beherbergte die Burg eine Reichsschule der deutschen Technik.
Nach 1945 bot die Plassenburg Unterkunft für Vertriebene und wurde später auch ein Arbeitsort für bildende Künstler; seither finden regelmäßige Ausstellungen statt und eine ständige Schau zeitgenössischer Werke ist präsent.
Heute beherbergt die Burg das Deutsche Zinnfigurenmuseum, die Staatlichen Museen Plassenburg mit dem Armeemuseum Friedrich der Große und dem Museum Hohenzollern in Franken sowie das Landschaftsmuseum Obermain. Der Schöne Hof dient als Veranstaltungsfläche; das Ensemble vermittelt die regionale Geschichte in Architektur und Sammlungen.