Im Herzen der Fußgängerzone von Nienburg/Weser präsentiert das Polizeimuseum Niedersachsen auf seiner Ausstellungsfläche die Geschichte polizeilichen Handelns und ist organisatorisch an die Polizeiakademie Niedersachsen angebunden. Die Sammlung verfolgt die Entwicklung der Polizei von den frühesten Zeiten bis heute und legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Nachkriegsentwicklung der niedersächsischen Landespolizei.
Die Bestände wurden ab 1987 zusammengetragen; das Museum in seiner heutigen Form wurde im Jahr 2000 gegründet. Zwischen 2001 und 2011 war die Sammlung auf einer deutlich größeren Fläche in Hannover untergebracht, bevor finanzielle Zwänge und anschließende Entscheidungen des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport zur Verlagerung führten. Im November 2011 nahm die Einrichtung unter dem aktuellen Namen ihren Betrieb in Nienburg wieder auf; die Ausstellungsfläche verringerte sich dabei von ursprünglich 1.400 m² auf rund 700 m².
Die Ausstellung umfasst etwa 1.000 historische Exponate, darunter Uniformen, Ausrüstungsgegenstände, Polizeifahrzeuge, eine rekonstruiert wirkende Polizeiwache sowie Geräte des Erkennungsdienstes. Zu sehen sind auch zahlreiche Dokumente und Fotografien aus Polizeiakten sowie Fundstücke aus bekannten Kriminalfällen, darunter Materialien zum Fall des hannoverschen Serienmörders Fritz Haarmann einschließlich des Tatwerkzeugs. Inhaltlich spannt die Präsentation den Bogen von der Geschichte polizeilichen Handelns über kriminalpolizeiliche Arbeit bis zu wechselnden Sonder- und Wanderausstellungen, die etwa die Rolle von Frauen im Polizeidienst, die Funktion der Polizei im NS-Staat oder Ermittlungsarbeit in historischen Fällen beleuchten.
Ergänzend zur Ausstellung unterhält das Museum eine Bibliothek sowie ein Bild- und Textarchiv und bietet regelmäßig bildungsorientierte Veranstaltungen an.