Im historischen Zentrum Kölns entsteht das MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln als Museum über ein rund 6.000 m² großes Ausgrabungsareal am und um den Rathausplatz. Die Anlage macht die rund 2.000-jährige Stadtgeschichte im Stadtkern unmittelbar erfahrbar und rückt dabei besonders das römische Praetorium und das mittelalterliche jüdische Viertel in den Blick.
Das Projekt umfasst unterirdische Befunde unter dem Spanischen Bau des Rathauses sowie auf dem bislang nachkriegsbedingt weitgehend freien Rathausplatz. Ein zentraler, unterirdischer Rundgang führt durch die Überreste des römischen Statthalterpalastes (Praetorium), das jüdische Viertel mit Synagoge, Mikwe und Bima sowie das mittelalterliche Goldschmiedeviertel. Das Praetorium ist seit 2021 als Teil des Niedergermanischen Limes UNESCO-Welterbe. Im oberirdischen Museumsbau wird die jüdische Geschichte der Stadt vom Mittelalter bis in die Gegenwart mit Objekten, Biografien und interaktiven Stationen vermittelt.
Die Entdeckungen reichen bis in die Nachkriegszeit zurück, als erste Grabungen die römischen Fundamentreste freilegten und konservierten. In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich Grabungsarbeiten, planerische Entwürfe und öffentliche Debatten; dabei gab es Auseinandersetzungen um Standort, Konzept und Finanzierung sowie externe Prüfungen der archäologischen Arbeit. Der Landschaftsverband Rheinland übernahm später die Trägerschaft; nach einer Phase der Bürgerbeteiligung erhielt das Haus seinen heutigen Namen.
Geplant sind insgesamt rund 2.400 m² Ausstellungsfläche, die über und unter der Erde Verknüpfungen von Antike, Mittelalter und Neuzeit sichtbar machen. Drei thematische Schwerpunkte strukturieren das Museum: Praetorium und Königssitz, das jüdische Viertel und seine Nachgeschichte sowie das Goldschmiedeviertel. Trotz lange andauernder Bau- und Finanzierungsprobleme ist das MiQua bereits mit Vermittlungsangeboten aktiv; 2025 brachte die Bauphase zudem einen außergewöhnlichen Fund zutage: ein Lararium aus dem 2. Jahrhundert, erstmals nördlich der Alpen entdeckt.