In Walheim im Landkreis Ludwigsburg nimmt das Römerhaus Walheim als Zweigmuseum des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg eine besondere Stellung ein; betrieben wird es von der Gemeinde Walheim gemeinsam mit einem örtlichen Förderverein. Das Museum wurde unmittelbar über den gut erhaltenen Grundmauern eines römischen Streifenhauses errichtet und macht diese Fundstelle für Besucherinnen und Besucher erlebbar.
Entdeckt wurden die Reste im Zuge einer Rettungsgrabung, die von 1980 bis 1988 wegen des Baus einer Ortsumgehung durchgeführt wurde. Dabei kamen zahlreiche römische Bauwerke zum Vorschein; 1986 wurde das komplett in Stein errichtete Streifenhaus mit Keller und einem Wohnraum mit Fußbodenheizung freigelegt. Im selben Jahr gründete sich ein Förderverein, um den Befund zu sichern. Über der archäologischen Anlage entstand ein Schutzbau, der 1991 als Museum eröffnet wurde. Seit 1994 ist das Haus ein Zweigmuseum des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg. Bis 2022 fanden innerhalb der Einrichtung 14 Sonderausstellungen statt; 2018 erhielt die Dauerausstellung eine vollständige inhaltliche Überarbeitung.
Im Zentrum der Präsentation liegen die vollständig erhaltenen Grundmauern des römischen Streifenhauses, das zu den am besten erhaltenen Exemplaren nördlich der Alpen gerechnet wird. Das Gebäude misst 48 × 14 Meter und war vermutlich zweigeschossig angelegt. Im vorderen Bereich befindet sich eine große Halle zur Straße hin, zugänglich durch drei breite Tore, die wohl als Verkaufsraum oder Werkstatt diente. Im hinteren Teil lagen Wohnräume, eine Küche, ein Stall und ein besonders gut erhaltener Keller, der vermutlich zur Lagerung verderblicher Waren diente und von der Halle aus über eine Holztreppe erreichbar war. Ein angrenzender Nebenraum barg einen vollständig erhaltenen Steintisch, der an seinem ursprünglichen Platz wieder aufgestellt wurde. Die Anlage lässt sich etwa in das Jahr 160 n. Chr. datieren; Größe, Hypokaustenheizung und Fundkontext legen nahe, dass das Haus einem wohlhabenden Besitzer gehörte. In der Ausstellung wird es als Domizil eines vermögenden Händlers interpretiert.