Am östlichen Rand der historischen Altstadt von Würzburg steht die Würzburger Residenz, der ehemalige Wohn- und Repräsentationssitz der Fürstbischöfe. Die barocke Dreiflügelanlage wurde zwischen 1720 und 1780 nach Auftrag der Fürstbischöfe Johann Philipp Franz und Friedrich Karl von Schönborn nach den Plänen von Balthasar Neumann errichtet. Zu den markanten Räumen zählen Vestibül, Gartensaal, Treppenhaus, Weißer Saal, Kaisersaal und die Hofkirche. Mit Hofgarten und Residenzplatz wurde das Ensemble 1981 als „außergewöhnliches barockes Gesamtkunstwerk“ in die UNESCO‑Welterbeliste aufgenommen.
Die Baugeschichte begann auf dem Rennweg als Ersatz für die alte Marienbergresidenz; nach einem kurzen Vorgängerbau entschied man sich 1720 für einen vollständigen Neubau. Der Rohbau war 1744 vollendet, die umfangreiche Innenausstattung erst 1780 abgeschlossen. Bedeutende Künstler wirkten an der Ausgestaltung mit: Malerei, Stuck und Skulptur schufen die prägnante Raumfolge und prunkvolle Paradezimmer, das Treppenhaus erhielt ein monumentales Deckenfresko von Giovanni Battista Tiepolo.
Beim Luftangriff von März 1945 wurde die Residenz schwer getroffen; die Seitenflügel erlitten erhebliche Zerstörungen, während zentrale, steingewölbte Räume wie Vestibül, Gartensaal, Treppenhaus, Weißer Saal und Kaisersaal erhalten blieben. Dank rascher Notmaßnahmen konnten Fresken und Stuck größtenteils gerettet werden, viele bewegliche Sammlungsteile waren zuvor ausgelagert. Der Wiederaufbau und die aufwendige Restaurierung zogen sich über Jahrzehnte hin; die Wiederherstellung der zerstörten Prunkräume wurde 1987 mit der Vollendung des Spiegelkabinetts weitgehend abgeschlossen, weitere Konservierungen folgten in den 2000er Jahren.
Heute fungiert die Residenz überwiegend als Museum mit mehr als 40 wiederhergestellten Räumen. Teile der Julius‑Maximilians‑Universität Würzburg, das Martin‑von‑Wagner‑Museum, die Staatsgalerie Würzburg und Bestände des Staatsarchivs Würzburg sind hier untergebracht; die Verwaltung obliegt der Bayerischen Schlösserverwaltung. Fast jährlich findet seit 1921 das Mozartfest statt; die Residenz ist zudem Ausstellungsort wechselnder Sonderpräsentationen. Der Verein Freunde der Würzburger Residenz engagiert sich für Rekonstruktionen und die stadträumliche Aufwertung des Residenzplatzes.