Schloss Rastatt liegt in der Stadt Rastatt in Baden-Württemberg und bildet den prägnanten Mittelpunkt einer barocken Residenzlandschaft am Oberrhein. Die Dreiflügelanlage entstand ab 1697 im Auftrag des Markgrafen von Baden-Baden und prägt seitdem das Stadtbild.
Die Anlage wurde anstelle einer zuvor zerstörten Residenz errichtet; nach den Zerstörungen im Pfälzischen Erbfolgekrieg suchte der Markgraf einen repräsentativen neuen Sitz und ließ zunächst ein Jagdschloss und dann eine großzügige Residenz bauen. Bereits um 1700 erhielt der damals noch dörfliche Ort Stadtrechte, und ab 1701/02 zogen die Herrschaftsfamilie und später der Hof nach Rastatt. Der Bau orientierte sich am französischen Hofvorbild Versailles und sollte Macht und Rang des Bauherren demonstrieren; für den Ausbau des Schlosses wurden erhebliche Summen aufgewandt. Der Markgraf selbst verbrachte jedoch nur wenig Zeit dort und starb 1707. Probleme am Bau führten zu notwendigen Umbauten; nach Behebung der Schäden wurde das Corps de Logis in den 1720er-Jahren fertiggestellt und mit einer auf dem Dach sichtbaren Jupiterfigur bekrönt, deren Original in der Vorhalle des Ahnensaals aufbewahrt wird.
Architektonisch dominiert ein rechteckiger, dreigeschossiger Hauptbau mit 23 Achsen Länge und fünf Achsen Tiefe; ein leicht vorspringender Mittelrisalit mit Attika und Balkon betont die Mitte. Zur Stadtseite schließen zwei zweigeschossige Flügel einen repräsentativen Ehrenhof von etwa 90 mal 76 Metern ab, zur Gartenseite verlängern weitere Anbauten die Fassade auf rund 230 Meter. Damit steht Rastatt nach Mannheim an zweiter Stelle unter den größeren Barockschlössern in Südwestdeutschland.
Die Innenräume erreichen Besucher über zwei eindrucksvolle Treppen mit reichem Stuck und führen zur Beletage. Mittelpunkt ist der Ahnensaal mit zahlreichen Fresken, die neben Familienporträts auch Darstellungen gefangener Osmanen zeigen und den markgräflichen Feldherrn als siegreichen Verteidiger Europas inszenieren. Decken und Prunkräume erhielten umfangreiche Rokoko-Stuckaturen; Bodenintarsien in verschiedenen Hölzern verweisen auf hohe Handwerkskunst. Ursprüngliche Möbel sind größtenteils verloren.
Heute gehört Schloss Rastatt zu den landeseigenen Baudenkmälern und wird von den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg verwaltet. Neben den historischen Prunkräumen sind im Gebäude untergebracht das Amtsgericht, das Wehrgeschichtliche Museum (entwickelt aus dem früheren Badischen Armeemuseum) sowie die Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte, eingerichtet 1974 auf Anregung des Bundespräsidenten. Zwischen 1946 und 1954 fanden im Ahnensaal vor einem französischen Militärgericht bedeutende Strafverfahren gegen Verantwortliche der NS-Herrschaft statt, die insgesamt mehr als 2.000 Angeklagte betrafen.