In Köln bewahrt das Rheinische Industriebahn-Museum e. V. (RIM) historische Fahrzeuge der industriellen Bahnwirtschaft und widmet sich ihrer Erforschung und Dokumentation. Der Verein wurde 1987 gegründet und hat seit 1992 seinen Sitz im Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks Köln-Nippes.
Das Bahnbetriebswerk entstand 1914 auf Initiative der Eisenbahndirektion Cöln und zählt zu den markanten Eisenbahnhochbauten der preußischen Zeit im Rheinland. Geografisch liegt das Areal im Stadtteil Bilderstöckchen an der Grenze zu Longerich; der Name Köln-Nippes rührt jedoch von der Zugehörigkeit zum zwischen 1912 und 1914 errichteten Rangierbahnhof Nippes her.
Die Museumsammlung umfasst rund 70 Triebfahrzeuge verschiedener Spurweiten (600 mm Feldbahn und Normalspur) und Antriebsarten, wie sie in Bergbau, Ziegel- oder anderen Industriezweigen eingesetzt wurden. Sammlungsschwerpunkte bilden Fabrikate aus Kölner Produktion und Lokomotiven der Arnold Jung Lokomotivfabrik aus Kirchen-Jungenthal, die das Profil des Hauses prägen.
Die Geschichte des Bahnbetriebswerks zeigt mehrere Wandelphasen: Beginnend mit preußischen Dampflokomotiven, mit umfangreichem Bestand der Baureihe G 8 in den 1930er Jahren, über die Aufnahme ausländischer Beutelokomotiven während des Zweiten Weltkriegs bis zur Nachkriegszeit, in der Güterzugdampf und frühe Dieselloks nebeneinander liefen. Nach einem Umbau 1957–1959 fungierte das Werk als Standort für Dieseltriebwagen; später dominierte erneut Dieselloks. 1975 endete die dauerhafte Stationierung von Dampflokomotiven, in den 1980er Jahren bestand ein größerer Bestand verschiedener Diesellok-Baureihen; 1991 wurde das Bahnbetriebswerk aufgelöst. Auf dem Areal entstanden später ein S-Bahn-Betriebswerk (2013) und ein ICE-Betriebswerk, das 2018 in Betrieb genommen wurde.
Seit 1992 nutzen das RIM und weitere Vereinigungen Teile des ehemaligen Betriebswerks; Träger der Anlage ist heute das Eisenbahn Museum Köln e. V. Mehrere Gebäude, Gleisanlagen und die ehemalige Bekohlungsanlage stehen seit 1996 unter Denkmalschutz. Die dem Schutzobjekt zugehörigen Gleise wurden Ende 2001 von der Deutschen Bahn übernommen und werden als Anschlussbahn nach landesrechtlicher Verordnung betrieben.