Sammlung Prinzhorn

Voßstr 2, 69115 Heidelberg, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Voßstr 2
PLZ/Ort
69115 Heidelberg
Land
Deutschland
Telefon
+49-6221-564725
Fax
+49-6221-564492

Web
http://www.prinzhorn.uni-hd.de

Beschreibung

In den Klinikanlagen des Universitätsklinikums Heidelberg sammelt und präsentiert die Sammlung Prinzhorn künstlerische Arbeiten aus psychiatrischen Anstalten; sie umfasst sowohl historische Bestände als auch Werke von Patientinnen und Patienten der späteren Jahrzehnte und ist an die Klinik für Allgemeine Psychiatrie angeschlossen.

Ursprung und Ausbau der Sammlung reichen zurück auf eine frühe Lehrsammlung der Heidelberger Psychiatrie, die nach dem Ersten Weltkrieg vom Kunsthistoriker und Arzt Hans Prinzhorn erheblich erweitert wurde. Prinzhorn sammelte systematisch Arbeiten aus zahlreichen Anstalten im deutschen Sprachraum; als er 1921 die Klinik verließ, hatte die Kollektion bereits mehrere tausend Objekte erreicht. Öffentlich zugänglich wurde die Sammlung Anfang des 21. Jahrhunderts, nachdem Bestände aufgearbeitet, konserviert und ein ehemaliger Hörsaal zu Ausstellungs- und Depoträumen umgebaut worden waren.

Die historischen Bestände umfassen rund 6.000 Arbeiten von etwa 450 Insassen, überwiegend aus der Zeit um 1890 bis 1933. Die Vielfalt an Techniken und Materialien reicht von Zeichnungen, Aquarellen und Ölgemälden bis zu Textilarbeiten, Notationen sowie Büchern und Heften; viele Werke sind auf empfindlichem Alltagsmaterial wie Zeitungspapier oder Zuckertüten geschaffen. Etwa 80 Prozent der historischen Produzenten sind männlich. Zu den heute als klassisch geltenden Namen gehören unter anderen Else Blankenhorn, Franz Karl Bühler, August Natterer, Agnes Richter, Oskar Voll und Adolf Wölfli.

Nach 1945 wuchs die Sammlung erheblich; die neuere Sektion umfasst mehrere zehntausend Objekte und beinhaltet Nachlässe, Atelierbestände und Arbeiten, die in der Tradition der Outsider Art stehen. In jüngerer Zeit konnten Bestände bedeutend ergänzt werden, darunter umfangreiche Erwerbungen aus dem Früh- und Spätwerk von Elfriede Lohse-Wächtler sowie weitere Arbeiten, die das Spektrum nach dem Zweiten Weltkrieg erweitern.

Konservatorisch stellt die Sammlung wegen der fragilen Träger und früher unsachgemäßer Lagerung eine fortlaufende Herausforderung dar; bereits in den 1980er Jahren wurde mit Restaurierungsmaßnahmen begonnen. Heute fungiert die Sammlung Prinzhorn als international beachtete Forschungs- und Ausstellungsstätte, die das Spannungsfeld von Kunst, Krankheit und Verarbeitung traumatischer Lebensgeschichten dokumentiert und kritisch reflektiert.

Ort auf der Karte

Weitere Museen in der Nähe