Spielzeugmuseum Solz

Burgring, 36179 Bebra, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Burgring
PLZ/Ort
36179 Bebra
Land
Deutschland
Telefon
06627 - 776
Fax
-

Web
http://www.spielzeugmuseum-solz.de/startseite.html

Beschreibung

Im historischen Ortskern von Solz beherbergte das Spielzeugmuseum Solz seine Ausstellungen und nutzte dafür einen der ältesten Fachwerkbauten der Gemeinde. Der L-förmige Gebäudekomplex mit der offiziellen Adresse Burgring 11, 13 und 15 verbindet einen giebelständigen dreigeschossigen Fachwerkbau aus dem späten 17. Jahrhundert mit einem rechtwinklig angesetzten traufständigen Anbau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Wegen des abfallenden Geländes ruht das Hauptgebäude auf einem hochgeschossigen Stallsockel; ein Kellerzugang liegt an der Giebelseite. Das Fachwerk zeigt gedrehte Tauornamente in Schwellen und Rähm und steht als geschütztes Kulturdenkmal unter besonderem Schutz. Die Anlage gehört zum historischen Ensemble um die frühmittelalterlich erwähnte Ortschaft Solz, das auch die ehemalige Burg und weitere markante Bauten umfasst und als denkmalpflegerische Gesamtanlage bewertet wird.

 

Die Grundlage der Ausstellung bildete eine umfangreiche private Sammlung, die über rund sechzig Jahre zusammengetragen worden war und zuvor in Sonderausstellungen präsentiert worden ist. Mehrere tausend Objekte aus aller Welt waren in Vitrinen mit farbiger Stoffbespannung zu sehen; ein Schwerpunkt lag auf traditionell gefertigtem Holzspielzeug aus deutschen Produktionszentren wie dem Erzgebirge, Thüringen und dem Raum Berchtesgaden. Vor dem Hintergrund der handwerklichen Entstehungsbedingungen erklärten erläuternde Tafeln Herstellungs-, Drechsel- und Vertriebsweisen sowie die sozialen Hintergründe der Produktion.

 

Träger des Museums war der Museumsverein Solz e. V.; Aufbau und Sanierung wurden mit privaten Mitteln sowie öffentlichen Fördergeldern unterstützt, darunter Mittel aus der früheren Zonenrandförderung und dem hessischen Dorferneuerungsprogramm. Die Sanierungsarbeiten begannen 1988, das Haus eröffnete 1990 nach einer Umgestaltung; das Konzept wurde vom Verein gemeinsam mit fachlicher Begleitung entwickelt.

 

Im Erdgeschoss präsentierte das Museum wechselnde Ausstellungen mit internationalem Spielzeug, das erste Obergeschoss beherbergte die Dauerausstellung zur Holzspielzeugtradition. Das zweite Obergeschoss widmete sich dem Thema „Spielzeug und Erziehung“ mit um 1900 datierenden Objekten, die sowohl Unterhaltungs- als auch erzieherischen Zwecken dienten: Puppen, Puppenhäuser und -zubehör zielten auf Mädchen, während Baukästen, Dampfmaschinen, Eisenbahnen, Fuhrwerke, technische Spielzeuge und Kriegsspielzeug Rollenbilder für Jungen abbildeten.

 

Nach anfänglich guter Resonanz gingen Besucherzahlen zurück; fehlende Unterstützung durch die Kommune und regionale Tourismusakteure sowie der Wegfall gastronomischer Angebote wirkten sich negativ aus. Angesichts steigender Unterhaltskosten und sinkender Mitgliederzahlen entschied der Verein, den Betrieb zu beenden. Mit einem Museumsfest am 25. Mai 2014 und einer anschließenden Versteigerung der Sammlung endete die fast 25-jährige Geschichte des Spielzeugmuseums Solz.

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