Im regionalen Kulturangebot von Bergisch Gladbach nimmt das Kunstmuseum Villa Zanders eine prägende Rolle ein. Das Haus dient als städtisches Museum und legt seinen Schwerpunkt auf Kunst aus und mit Papier; 2014 erfolgte die Umbenennung von „Städtische Galerie Villa Zanders“ in die heutige Bezeichnung.
Die Villa steht im Rheinisch-Bergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen. Errichtet wurde das Gebäude 1873/74 als Wohnsitz der Unternehmerfamilie Zanders. Ursprünglich trennte ein kleiner Park das Anwesen von der benachbarten Papierfabrik; von dieser Parkanlage sind nur noch Reste erhalten.
Nachdem die Gründerfamilie das Haus bis in die 1930er Jahre bewohnt hatte, ging es 1932 in öffentliche Hand und gelangte später durch einen Grundstückstausch in den Besitz der Stadt Bergisch Gladbach. Über Jahre nutzten Behörden das Gebäude als Verwaltungssitz. In den 1970er Jahren verschlechterte sich der Zustand erheblich; 1982 wurde die Villa in die Liste der Baudenkmäler eingetragen und zwischen 1985 und 1992 umfassend saniert. Seit 1992 ist das Haus als städtische Ausstellungseinrichtung geöffnet und bildet zusammen mit dem benachbarten Bürgerhaus „Bergischer Löwe“ das kulturelle Zentrum der Stadt.
Architektonisch präsentiert sich das dreigeschossige Backsteingebäude mit Natursteinelementen in Anlehnung an die französische Renaissance. Charakteristisch sind Risalite, eine vertikale Gliederung sowie ein Triumphbogen-Motiv. Das Mansarddach ist mit Gauben versehen; das ursprüngliche Dachgesims und die Kaminaufbauten sind nicht mehr erhalten. Ein zeitgenössischer Holzstich zeigt die Nähe der ehemaligen Schnabelsmühle zur südlichen Hausseite.
Das Museum nutzt drei Etagen: Im historisch ausgestalteten Erdgeschoss werden spätromantische Gemälde der Düsseldorfer Malerschule gezeigt, darunter Werke von Johann Wilhelm Schirmer, Carl Ludwig Fahrbach und Johann Wilhelm Lindlar. Die beiden oberen, für Wechselpräsentationen umgestalteten Geschosse widmen sich Ausstellungen von Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts. Im Zentrum steht die eigene Sammlung „Kunst aus Papier“ mit etwa 500 Arbeiten internationaler Künstlerinnen und Künstler, die an die vierhundertjährige Papiertradition der Stadt erinnert. Ergänzt wird das Angebot durch eine ehrenamtlich betriebene Artothek, die seit 1993 über tausend Werke zur Ausleihe bereitstellt und unter anderem Arbeiten von Joseph Beuys umfasst.