Städtisches Museum Koenraad Bosman

Am Bär 1, 46459 Rees, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Am Bär 1
PLZ/Ort
46459 Rees
Land
Deutschland
Telefon
0 28 51 /23 21
Fax
0 28 51 / 5 19 96

Web
http://www.stadt-rees.de

Beschreibung

In Rees am Niederrhein nimmt das Koenraad-Bosman-Museum eine bedeutende Rolle bei der Vermittlung lokaler Kunst- und Stadtgeschichte ein. Das Haus befindet sich in dem zweigeschossigen, fünfachsigen Gebäude des ehemaligen Haus Keim, das um 1850 entstand. Seit seiner Eröffnung 1997 zeigt das Museum seine Sammlungen auf 418 m² Ausstellungsfläche; benannt ist es nach dem niederländischen Förderer Koenraad Bosman (1918–2000) aus Berg en Dal.

Die Präsentation ist zweigeteilt und widmet sich sowohl der Entwicklung der Stadt Rees als auch bildender Kunst. Zur Stadtgeschichte gehören räumlich gegliederte Bereiche, die chronologisch von den Anfängen bis zur Gegenwart führen. In den Abschnitten zur frühen Stadtentwicklung (5./8. bis 15. Jahrhundert) werden Funde und Erläuterungen zur Besiedlung, zur ehemaligen Burg und zum heutigen Haus Aspel gezeigt. Reproduktionen historischer Urkunden – darunter die Stadterhebungsurkunde von 1228 und eine Urkunde zu den Privilegien der Reeser Kaufleute von 1142 – ergänzen mittelalterliche Schriften wie ein Messbuch aus dem 13./14. Jahrhundert sowie Siegelstempel aus dem Spätmittelalter.

Der Abschnitt für die Zeit zwischen 1500 und 1750 informiert über Belagerungen und Besetzungen durch Spanier und Franzosen sowie über die militärische Rolle der Niederländer unter Zustimmung Brandenburgs. Ein Stadtmodell steht im Mittelpunkt dieses Raums; ergänzt wird die Darstellung durch Fotografien der noch erhaltenen Stadtbefestigungen und historische Stiche zu Festungsanlagen und Territorien um 1600. Die neuere Geschichte ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts beleuchtet Themen wie das frühere Kreisgebiet Rees (1816–1974), den Rhein in Vergangenheit und Gegenwart, das Hochwasser von 1926, Rheinfähren, Fischerei, die ehemalige Tabakindustrie sowie die völlige Zerstörung 1945 und den Wiederaufbau.

Seit 2014 gibt es einen Ausstellungsraum zur jüdischen Tradition in Rees. Er dokumentiert jüdisches Leben von spätestens dem 14. Jahrhundert über die Gemeinde mit Synagogenraum und Schule im 18. und 19. Jahrhundert bis zur Verfolgung durch die Nationalsozialisten; erhaltene Objekte wie ein Thora-Fragment und Gebetbücher werden gezeigt. Stolpersteine erinnern an die Opfer; derzeit existiert keine jüdische Gemeinde in Rees.

Die kunsthistorische Abteilung basiert auf der Sammlung Koenraad Bosman und der städtischen Sammlung. Gezeigt werden Werke u. a. von Johannes Hermanus Barend Koekkoek, Piet Leysing, Ernst Isselmann, Heinz Scholten und Walter Heimig sowie Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler aus Rees. Ergänzt wird das Angebot durch einen etwa 100 m² großen Ausstellungsraum im Anbau, in dem regelmäßig wechselnde Ausstellungen präsentiert werden.

Unter dem Gebäude ist eine begehbare Kasematte erhalten, die um 1500 für leichte Geschütze errichtet wurde.

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