Im nördlichen Remscheid, nahe der Grenze zu Wuppertal, liegt der Steffenshammer in der Ortslage Clemenshammer am Lauf der Gelpe, kurz vor deren Einmündung in den Morsbach. Das Gebäude stellt ein gut erhaltenes Zeugnis der lokalen Eisenverarbeitung dar.
Der Schmiede- und Schleifkotten wurde 1746 errichtet und wechselte mehrfach den Eigentümer; 1825 gelangte er in den Besitz der Familie Steffens. Im 19. Jahrhundert diente der Betrieb vornehmlich der Herstellung von Raffinierstahl für Werkzeuge und Kleineisenteile, was der Region aufgrund reichlicher Wasser-, Holz- und Erzvorkommen besondere Bedeutung in der Kleineisenindustrie verlieh. Zur Nutzung der Wasserkraft wurde die Gelpe durch einen Stauteich reguliert. Ein großes oberschlächtiges Wasserrad, das noch vorhanden ist und für Vorführungen genutzt wird, trieb den Schmiedehammer am Amboss an. Ein zweites, kleineres Rad verrichtete den Antrieb des Schleifsteins sowie des Blasebalgs an der Esse.
Der Hammer arbeitete bis 1928 regulär und wurde bis 1958 noch vereinzelt eingesetzt. Anschließend erwarb die Stadt Remscheid die Anlage und ließ sie als Schauobjekt erhalten; später ging das Gelände in die Trägerschaft eines privaten gemeinnützigen Vereins über, der von Privatpersonen und Unternehmen unterstützt wird.
Heute ist der Steffenshammer der letzte funktionstüchtige Hammer im Gelpetal. Er war bis vor Kurzem Außenstelle des Deutschen Werkzeugmuseums/Historischen Zentrums und soll unter der neuen Trägerschaft weiterhin für Besichtigungen und Veranstaltungen zugänglich sein; eine Außenbesichtigung ist jederzeit möglich. In der Nähe gibt es wenige Parkplätze, und hier beginnt beziehungsweise endet der Industrie-Geschichtspfad Historisches Gelpetal mit Informationstafeln zu den Überresten der regionalen Kleineisenindustrie. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht man den Steffenshammer über die Bushaltestelle Remscheid-Gerstau (Linie 615).