Im Rems-Murr-Kreis in Kleinheppach nimmt das Steinzeitmuseum Korb-Kleinheppach eine bedeutende Rolle als Sammel- und Ausstellungsort für steinzeitliche Fundstücke ein. Untergebracht ist das Museum im Dorfgemeinschaftshaus der Ortschaft Korb-Kleinheppach; seine Bestände gehören zu den wichtigsten privaten Sammlungen dieser Art in Baden-Württemberg.
Die Dauerausstellung erstreckt sich über einen etwa 280 m² großen Raum und führt in chronologischer Abfolge durch Vor- und Frühgeschichte mit Schwerpunkt auf Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit. Ausgangspunkt ist eine Regionalkunde zur Geologie mit Fossilien und typischen Mineralien. Hervorgehoben wird ein früh entdeckter Faustkeil, der als Beleg für eine Besiedlung des vorderen Remstals durch Neandertaler in der mittleren Altsteinzeit vor rund 50.000 Jahren dient. Ergänzt wird die Präsentation durch eiszeitliche Tierknochen, darunter ein bedeutendes Stück eines Mammutstoßzahns, sowie eine große Jurte aus Pferdefell, in deren Mitte eine Station zur Feuertechnik der Steinzeit integriert ist.
Die Sammlung umfasst vor allem Pfeilspitzen, Schaber, Klingen, Beile und Gefäße aus der Umgebung des Fundortes; erläuternde, reich bebilderte Tafeln verknüpfen diese lokalen Funde mit überregionalen Forschungsergebnissen und wichtigen Fundstätten Europas. Repliken berühmter Objekte aus anderen Regionen ergänzen die Darstellung. Der Rundgang schließt mit Funden aus Metallzeiten, römischer und frühmittelalterlicher Epoche.
Das Lebenswerk des Heimatforschers Eugen Reinhard (18. April 1900–9. Dezember 1991) und seine Sammlung werden in einer eigenen Station dokumentiert, unter anderem durch Fotos, Korrespondenzen und eine Kurzgeschichte des Museums. Zeichnungen eiszeitlicher Tiere aus dem Familienkreis sind in einigen Vitrinen zu sehen. Ausstellungswechsel und Sonderausstellungen zeigen zudem Zeugnisse der Ortsgeschichte und volkskundlich-handwerkliche Objekte; Teile historischer Eichenholzbalken aus einer mittelalterlichen Baumkelter (um 1344), 2021 archäologisch geborgen, sind ebenfalls im Museum integriert.
Die Sammlung entstand durch langjährige Forschungen seit 1928 und bildete mit rund 6.000 Objekten die Grundlage für die Eröffnung eines Heimatmuseums 1974 im ehemaligen Rathaus. Nach einem Umzug in das neue Dorfgemeinschaftshaus wurde das Museum 2021 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht; heute wird es von einem örtlichen Förderverein betrieben.