Stiftskirche St. Servatius und Domschatz

Schloßberg 9, 06484 Quedlinburg, Deutschland

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Schloßberg 9
PLZ/Ort
06484 Quedlinburg
Land
Deutschland
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Web
https://www.domschatzquedlinburg.de/

Beschreibung

Der Quedlinburger Domschatz wird in der Stiftskirche St. Servatius in Quedlinburg an seinem historischen Ort verwahrt und umfasst 63 Objekte aus dem Besitz des Stifts Quedlinburg. Präsentiert werden diese Zeugnisse sakraler Kunst heute in zwei Kirchenräumen; Fragmente des Quedlinburger Knüpfteppichs sind im ehemaligen Konventsgebäude ausgestellt.

Der nördliche Ausstellungsraum, die sogenannte Zither, wurde um 1160 in den nördlichen Querhausarm eingefügt und diente lange Zeit der Aufbewahrung des Schatzes. Eine zusätzliche Schatzkammer im südlichen Bereich entstand 1972, weil der historische Raum für eine moderne Publikumspräsentation zu klein war.

Große Teile der Sammlung stammen aus Schenkungen des ottonischen Herrscherhauses; im frühen Mittelalter galten kostbare Reliquienschätze als Ausdruck politischer und familiärer Bedeutung, weshalb das Damenstift reich ausgestattet wurde. Nach weiteren historischen Umwälzungen kam es im 20. Jahrhundert zu einer dramatischen Zwischenstation: 1943 wurden die Stücke sicherheitshalber in eine Höhle unter der Altenburg ausgelagert. Bei der Besetzung Quedlinburgs am 19. April 1945 gelangten einzelne Werke außer Landes und landeten schließlich in den USA. Nach langwierigen juristischen Auseinandersetzungen und einem Vergleich kehrten zehn dieser Stücke 1992 gegen Zahlung von drei Millionen Dollar zurück. Die Objekte wurden zuvor wissenschaftlich untersucht und in München und Berlin gezeigt; seit dem 19. September 1993 ist der Domschatz in der Stiftskirche wieder nahezu vollständig zu sehen. Zwei Objekte, ein Bergkristallflakon und ein Reliquienkreuz, gelten weiterhin als verschollen.

Zu den zentralen Exponaten zählen das Servatiusreliquiar, der Heinrichskamm, das Samuhel-Evangeliar, das Heinrichsreliquiar und das Wiperti-Evangelistar. Das Servatiusreliquiar verbindet ein Elfenbeinkästchen aus dem Umfeld Karls des Kahlen (um 870) mit spätmittelalterlichen Goldmontierungen und einem römischen Kameo; die Goldarbeiten wurden um 1200 ergänzt, wohl im Auftrag der Äbtissin Agnes II. von Meißen. Der Heinrichskamm ist ein frühmittelalterlicher Elfenbeinkamm mit späteren Goldelementen und einer nachträglichen Bezugnahme auf Heinrich I. Weitere herausragende Objekte sind Prachthandschriften wie das Samuhel-Evangeliar mit einem reich verzierten Einband von 1225/1230, das Otto-Adelheid-Evangeliar mit Elfenbeinschnitzereien sowie verschiedene Reliquienschreine, goldene Gefäße und frühe Bibelfragmente.

Besonderes Gewicht besitzen die fünf Pergamentblätter der Quedlinburger Itala aus dem 5. Jahrhundert, die im 19. Jahrhundert in Einbänden gefunden wurden; weitere Fragmente dieser Handschrift befinden sich in der Staatsbibliothek zu Berlin (Sig. Ms. theol. lat. fol. 485). Eine Fernsehdokumentation der Reihe "Jäger der verlorenen Schätze" mit dem Titel "Der Jahrhundertraub von Quedlinburg" berichtete 2007 über die Suche und Rückführung der verschleppten Objekte.

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