Technisches Denkmal

Laasower Str. 11 a, 15913 Straupitz, Deutschland

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Straße
Laasower Str. 11 a
PLZ/Ort
15913 Straupitz
Land
Deutschland
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Fax
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Web
http://www.windmuehle-straupitz.de
Tags
#Denkmal #Sehenswürdigkeit

Beschreibung

Im Zentrum von Straupitz im Spreewald steht die Holländerwindmühle Straupitz, ein technisch-historisches Denkmal und eine noch arbeitende Mühlenanlage von regionaler Bedeutung.

Die heute sichtbare gemauerte Holländerwindmühle entstand 1850 anstelle einer hölzernen Bockwindmühle aus dem 17. Jahrhundert. Standort und Baustruktur prägen bis heute das Ortsbild im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Anlage erweitert: 1885 ergänzte ein Sägewerk den Betrieb, Anfang des 20. Jahrhunderts kamen eine Lokomobile-Unterstützung und 1910 eine Ölmühle hinzu, sodass Kornmühle, Sägemühle und Ölmühle zeitweise gemeinsam arbeiteten.

Mehrere Brände führten zu wiederkehrenden Modernisierungen. Nach einer Brandfolge erhielt die Mühle eine selbsttätig vordrehende Zwiebelkappe mit Windrose und Jalousieflügeln; spätere technische Umstellungen führten zur Elektrifizierung einzelner Antriebe und zur Entfernung der beschädigten Haube zugunsten eines Flachdachs. Während der DDR-Zeit wurde der Mahl- und Ölbetrieb schrittweise eingestellt, das Sägewerk arbeitete als Volkseigener Betrieb bis zur Wiedervereinigung. Eigentumsverhältnisse klärten sich in den 1990er Jahren; seit 1998 ist die Gemeinde Besitzer und hat die Anlage langfristig an den Mühlenverein Holländermühle e. V., Straupitz verpachtet. Der Verein betreibt die Mühle anschließend als produzierendes technisches Denkmal mit hauptamtlichen Kräften und ohne laufende öffentliche Zuschüsse.

Zwischen 2001 und 2003 erfolgte eine umfassende Rekonstruktion, finanziert überwiegend durch Fördermittel der Europäischen Union und des Landes Brandenburg; der private Eigenanteil wurde unter anderem durch Förderungen und den Verein erbracht. Die originalnahe Zwiebelkappe samt neuer Flügel wurde in den Niederlanden gefertigt.

Die Anlage zeigt heute funktionsfähige Gewerke: Die Ölmühle betreibt einen Schaubetrieb zur Demonstration der Leinölherstellung („Spreewald‑Gold“), die Kornmühle entspricht der Technik einer Handwerksmühle der 1930er Jahre (bis zu historisch 1,5 t Getreide/Tag; Kammrad Ø 3,20 m; Turmhaube ca. 25 t). Die Sägemühle von 1885 wurde in ihren Ursprungszustand zurückversetzt; sie arbeitet mit einem seltenen Horizontalgatter für Stämme bis 1 m Durchmesser und verfügt außerdem über ein Vertikalgatter bis 45 cm, das bei ausreichendem Wind über Transmissionen betrieben werden kann.

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