In Hamburg-Stellingen empfängt der Tierpark Hagenbeck Besucher als privat geführter Zoo mit historischer Bedeutung; das benachbarte Tropen-Aquarium wurde 2007 eröffnet und gehört ebenfalls zur Familienanlage.
Der Park erstreckt sich über rund 19 Hektar und ist durch ein ausgedehntes Wegenetz sowie zahlreiche, teils exotische Pflanzungen geprägt. Ein historisches Jugendstil-Tor aus der Eröffnungszeit von 1907 bleibt als Denkmal erhalten, obwohl es seine einstige Eingangsfunktion verloren hat.
Seine Wurzeln reichen zurück zur Handelstiermenagerie, die Carl Hagenbeck in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Hamburg begründete und die 1907 an den heutigen Standort verlegt wurde. Als Neuheit wurde hier erstmals ein Zookonzept ohne Gitter realisiert; diese Gestaltung beeinflusste die moderne Tierhaltung in vielen Einrichtungen weltweit. Der Park wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts erweitert, erlitt schwere Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und wurde anschließend von der Familie in aufwändigen Wiederaufbauten neu gestaltet. Seit 1997 steht das Areal unter Denkmalschutz.
In den vergangenen Jahrzehnten kamen moderne Anlagen hinzu: eine große Elefanten-Freilaufhalle wurde 2006 in Betrieb genommen, das Tropen-Aquarium zeigt tropische Lebensräume in mehreren Themenbereichen, und die 2012 neu errichtete Eismeer-Anlage bietet mit umfassender Kälte- und Wassertechnik naturnahe Haltungen für Eisbären, Walrosse, Seehunde und Pinguine. Das Eismeer beherbergt in Deutschland einzigartige Walross-Zuchten; ferner wurde 2022 dort der erste Eisbärennachwuchs seit der Neueröffnung registriert.
Der Tierpark verbleibt im Privatbesitz und finanziert sich ohne regelmäßige staatliche Zuschüsse. Er trägt eine belastete Geschichte: Rund um 1900 fanden hier sogenannte Völkerschauen statt, deren Ausbeutungs- und Menschenrechtsaspekte heute von Zivilgesellschaft und Nachfahren kritisiert werden. Forderungen nach historischer Aufarbeitung und Archivzugang blieben bislang ohne tiefergehende öffentliche Auseinandersetzung vor Ort.