Volkssternwarte Radebeul

Auf den Ebenbergen 10a, 01445 Radebeul, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Auf den Ebenbergen 10a
PLZ/Ort
01445 Radebeul
Land
Deutschland
Telefon
+49 351 8305905
Web
https://www.sternwarte-radebeul.de
Tags
#Sternwarte #Astronomie

Beschreibung

Am Jacobstein über den Weinbergen betreibt die Stadt Radebeul die Volkssternwarte „Adolph Diesterweg“ (Sternwarte Radebeul, Radebeul Observatory A72) mit angeschlossenem Planetarium. Die Anlage liegt an der Grenze der Stadtteile Niederlößnitz und Naundorf (Auf den Ebenbergen 10a, Verlängerung der Mohrenstraße) rund 120 Meter oberhalb der Elbe im Bereich der Ebenberge.

Die Geschichte der Sternwarte beginnt Mitte der 1950er Jahre: Nach einem astronomischen Kurs an der Volkshochschule formierte sich eine Interessengruppe, aus der 1956 eine Fachgruppe im Deutschen Kulturbund hervorging. Erste öffentliche Beobachtungen fanden auf einem Schulhof in Niederlößnitz statt. Wegen des großen Interesses errichtete die Gruppe eine feste Beobachtungsstation über den Weinbergen; 1959 wurde die Sternwarte feierlich eröffnet. Der Ausbau setzte sich fort: 1960/61 entstand ein Unterrichtsraum für dreißig Personen. Auf Grund wachsender regionaler Bedeutung folgten Pläne für einen Neubau; 1966 erhielt die Einrichtung zu Gedenken an den Pädagogen Adolph Diesterweg ihren heutigen Namen. Der Neubau mit Beobachtungskuppel und Planetarium wurde 1968 begonnen und 1969 eingeweiht.

Auf dem Außengelände steht seit 1971 die Bronzeplastik „Die Sterngucker“. Später kamen ein Südhimmelprojektor des Dresdner Planetariums und ein Instrumentengarten hinzu; 1984 wurde eine Büste Adolph Diesterwegs aufgestellt. Öffentlich zugängliche Himmelsbeobachtungen und Vorträge gehören zum festen Programm der Sternwarte.

Im Foyer sind historische und technische Exponate zu sehen, darunter der Südhimmelprojektor des Dresdner Planetariums aus dem Jahr 1926 und ein Foucaultsches Pendel zur Demonstration der Erdrotation. Mitglieder des ansässigen Astroclub Radebeul entdeckten an der Sternwarte mehrere Kleinplaneten; bis Anfang 2011 waren elf Entdeckungen registriert. Bekannt sind etwa (149884) Radebeul, (157491) Rüdigerkollar, (236111) Wolfgangbüttner, (319227) Erichbär und (400309) Ralfhofner.

Die Ausstattung umfasst einen Coudé-Refraktor mit 16 cm Öffnung (2,40 m Brennweite) in einer 3‑m‑Kuppel, ein Maksutov-Newton-Teleskop mit 35 cm Öffnung in einer Beobachtungshütte sowie seit 2015 ein mobiles 60‑cm‑Spiegelteleskop von ungewöhnlich großer Dimension in Sachsen, das auch außerhalb der Sternwarte eingesetzt wird. Weitere Instrumente sind ein 25‑cm‑Newton für Planetenbeobachtung, diverse kleinere Teleskope, ein 3‑m‑Radioteleskop sowie ein Heliostat mit Einspielung der Sonnenprojektion in den Vortragsraum und ein H‑Alpha‑Filter für Protuberanzen. Ein 1978 errichteter Spektroheliograph war für eine Komplettsanierung in den Jahren 2011–2016 vorgesehen; ein neues Beobachtungsgebäude entstand 2007/2008. Seit 2011 verfügt die Sternwarte über ein Kleinplanetarium des Typs SKYMASTER ZKP 4, das weltweit erstmals bei diesem Gerätetyp mit LED-Beleuchtung ausgestattet wurde.

Auf dem Gelände sind vier Sonnenuhren angeordnet, darunter die vertikale Wandsonnenuhr „CARPE DIEM“, eine ringförmige Äquatorialsonnenuhr, eine mehrteilige Blocksonnenuhr aus Sandstein sowie ein Mittagsweiser.

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