Als Ort der Vermittlung schulischer Geschichte bewahrt das Westfälische Schulmuseum im Dortmunder Stadtteil Marten eine umfangreiche Sammlung zur Geschichte von Schule und Unterricht. Die Einrichtung wurde 1910 gegründet; ursprünglich diente sie der Fortbildung von Lehrkräften und der Präsentation von Lehrmitteln. Heute zählt das Museum zu den schulhistorisch bedeutsamen Sammlungen in Deutschland.
Die Dauerausstellung spannt rund 500 Jahre Schulgeschichte und gliedert die Entwicklung in fünf Epochen. Sie thematisiert die Anfänge mit der Forderung „... dass man Kinder zur Schule halten solle“, die Kaiserzeit mit dem Bestreben „... um der Ausbreitung sozialistischer und kommunistischer Ideen entgegenzuwirken“, die Weimarer Republik mit ihrer Kritik „... gegen die Lern- und Wortschule“, die nationalsozialistische Periode („Blond und blauäugig...“) sowie die Nachkriegszeit nach 1945, in der die „Erziehung zur demokratischen Lebensweise“ betont wurde. Ergänzende Sonderausstellungen richten den Blick auf den Beginn der Mädchenerziehung, auf Lehr- und Lernmittel sowie Schulbücher des Rechenunterrichts und auf den Wandel von Schulmöbeln.
Das Museum bietet ein ausgeprägtes museumspädagogisches Programm; in einem original erhaltenen Klassenzimmer aus dem frühen 20. Jahrhundert lässt sich der Alltag früherer Schulepochen unmittelbar nachvollziehen. Die Sammlung reicht von den Anfängen schulischer Erziehung in Kirche und Klosterschulen bis zu modernen Lehrmaterialien. Das Schulgebäude steht als Baudenkmal in der Denkmalliste der Stadt Dortmund.