Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf

Im Schloss 1, 35216 Biedenkopf, Germany

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Im Schloss 1
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35216 Biedenkopf
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Germany
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http://www.marburg-biedenkopf.de/kultur/hinterlandmuseum-schloss-biedenkopf/
Tags
Schloss

Description

Im Landgrafenschloss von Biedenkopf vermittelt das Hinterlandmuseum auf etwa 1.000 Quadratmetern die Kulturgeschichte des hessischen Hinterlandes über rund 900 Jahre. Die Ausstellung belegt das Schlossgebäude vollständig: sie erstreckt sich über alle Stockwerke des historischen Palas und verbindet Themen wie Verkehr, Industrie, Landwirtschaft, Handwerk sowie Trachten‑, Alltags‑ und Wohnkultur.

Gegründet wurde das Museum am 25. September 1908 vom Geschichtsverein für den Kreis Biedenkopf als Regionalmuseum; seine Anfangssammlung basierte auf rund 250 Objekten aus einer privaten Antiquitätensammlung. Bereits in den ersten Jahren erweiterten sich die Ausstellungsflächen und eine erste museale Betreuung wurde installiert. Seit den Anfängen prägen lebensgroße Figurinen mit Hinterländer Trachten das Haus; dieser Bestand brachte dem Museum überregionale Bedeutung. Teile der Gründungsbestände gingen infolge von Einbrüchen in den 1920er und 1940er Jahren verloren. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm ein privater Verein Aufgaben zur Pflege und Nutzung der Schlossanlage.

1988 musste das Schloss wegen dringender Dachsanierungsarbeiten geschlossen werden; der Landkreis Marburg-Biedenkopf als Eigentümer veranlasste anschließend eine denkmalgerechte Instandsetzung. Während der Arbeiten wurden Bestände ausgelagert und restauriert, inventarisiert und wissenschaftlich begleitet. 1993 eröffnete das Museum nach didaktischer Neukonzeption wieder und erhielt dafür eine Auszeichnung des Denkmalschutzes. Der Katalog weist rund 11.400 inventarisierte Objekte aus; der Gesamtbestand wird deutlich größer geschätzt. Seit der Wiedereröffnung gibt es das Format „Exponat des Monats“, das auch den Beitrag privater Schenkungen würdigt. In den Jahren 2015 bis 2019 fanden mehrere Umgestaltungen statt; ein neuer Raum zur regionalen Arbeits‑ und Industriekultur wurde eingerichtet, wodurch das Museum zu einem Ankerpunkt der Route der Arbeits‑ und Industriekultur in Marburg‑Biedenkopf wurde.

Die thematische Gliederung zeigt im Erdgeschoss Verkehr und Postwesen – unter anderem eine umbaubare Postkutsche aus dem 19. Jahrhundert, Löschgeräte und die mittelalterliche Burgküche mit großem Rauchabzug – sowie die industrielle Entwicklung der Eisenverarbeitung. Im Obergeschoss informiert eine Abteilung über das seit 1693 gepflegte Grenzgangfest und die Bedeutung des Waldes; hier finden auch Sonderausstellungen und kulturelle Veranstaltungen statt. Im Dachgeschoss sind Trachten, Haushaltsgeräte und Möbel zur Wohn‑ und Alltagskultur versammelt; außerdem werden Textilhandwerke mit ihren Werkzeugen, bauhandwerkliche Techniken auf der Dachempore und ausgewählte Kunstwerke vom Spätmittelalter bis zur Neuzeit präsentiert. Einen interaktiven Beitrag leisten digitale Stationen zur Verbreitung regionaler Dialekte, entwickelt in Zusammenarbeit mit Schulen und Sprachwissenschaftlern; vergleichbare Geräte existieren auch in benachbarten Regionalmuseen.

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