Schloss Johannisburg

Schlossplatz 4, 63739 Aschaffenburg, Germany

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Schlossplatz 4
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Germany
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Schloss Burg Festung

Description

Im historischen Zentrum von Aschaffenburg prägt Schloss Johannisburg das Stadtbild und dient heute als Standort eines Schlossmuseums sowie der Verwaltung der städtischen Museen; Eigentümer ist der Freistaat Bayern, verwaltet durch die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen.

An der Stelle einer mittelalterlichen Burg, die bereits vom 13. Jahrhundert an als Zweitresidenz der Mainzer Erzbischöfe genutzt wurde, wurde zwischen 1605 und 1614 ein repräsentativer Renaissancebau auf Veranlassung des Kurfürsten Johann Schweikhard von Cronberg errichtet. Bei diesem Neubau blieb der große gotische Bergfried erhalten und wurde als fünfter Turm in den Nordwestflügel integriert. Das symmetrische Vierflügelquadrat misst annähernd 87,5 × 86 m; der Innenhof hat eine Seitenlänge von 51 m. Materialprägend ist roter Odenwälder Sandstein; die eindrucksvollen Ecktürme erreichen rund 52 Meter Höhe und sind durch profilierte Fassaden und Zwerchgiebel gegliedert. Das in Stein eingelassene kurfürstliche Wappen von 1607 verweist sowohl auf den Schutzpatron Johannes den Täufer als auch auf den Bauherrn und gilt als ältester Beleg für den Baubeginn.

Als Residenz wechselte das Schloss mehrfach die Funktion: Nach der Nutzung durch die Mainzer Kurfürsten gelangte es 1814 an die Bayerische Krone und blieb bis 1918 in deren Besitz. Kriegsschäden, besonders 1945, führten zu einem nahezu vollständigen Brand; der Wiederaufbau wurde in der Nachkriegszeit abgeschlossen, die Innenräume für museale Zwecke neu gestaltet und 1964 wiedereröffnet.

Heute beherbergt Schloss Johannisburg eine Reihe bedeutender Sammlungen: die Staatsgalerie Aschaffenburg mit einer herausragenden Cranach-Sammlung sowie Werken niederländischer und flämischer Meister und weiteren Werken der Renaissance und Barockzeit; die Paramentenkammer mit kostbaren liturgischen Gewändern; die kunstvoll ausgestattete Schlosskapelle mit umfangreichen Alabasterarbeiten und reicher Figurenausstattung; sowie Spezialbestände wie ein Carillon mit 48 Glocken im Ostturm und die weltweit größte Sammlung von Kork-Architekturmodellen, darunter ein dreimeterdurchmessriges Kolosseumsmodell. Weitere Bestände umfassen städtische Sammlungen, Keramik, moderne Gemälde, die kurfürstlichen Wohnräume mit originalen Möbeln um 1800 sowie die staatliche Hofbibliothek mit rund 22.000 Bänden, 86 Handschriften und 586 Inkunabeln.

Der schmale Schlossgarten am Mainufer verbindet das Schloss mit dem Pompejanum und zeichnet sich durch verschlungene Wege, Pergolen und mediterrane Bepflanzung aus; er blieb wegen der beengten Lage nie als großzügiger barocker Garten ausgebildet und wurde im 18. Jahrhundert nivelliert. Archäologische Befunde deuten jedoch auf eine ältere barocke Struktur mit deutlichen Höhenunterschieden hin.

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