Stamm:Baum,„noch hält alles zusammen“ Für Armin Göhringers künstlerische Arbeit ist die Kettensäge das wichtigste Werkzeug. Mit ihr schneidet er aus dem kompakten Holzstamm Blöcke und Quader, Stangen und Stege, Gitter und netzartige Strukturen aus. Seine komplexe bildnerische Sprache arbeitet mit den Grundelementen von Vertikale und Horizontale, mit Positiv- und Negativformen, mit Ein- und Durchblicken, mit Licht, Schatten und Rhythmisierung, mit dem inneren und dem äußeren Raum. Dabei werden die dreidimensionalen Werke nicht etwa additiv aus Einzelteilen zusammengesetzt, sondern im Gegenteil aus einem Stamm rein subtraktiv skulptural gefertigt. So entstehen blockhaft-wuchtige Objekte, aber auch extrem ausgehöhlte, entmaterialisierte Werke wie die aufragenden, in ihrer Feingliedrigkeit zerbrechlich wirkenden Stelen, die filigranen Wandarbeiten oder die Kopfwesen von anthropomorpher Anmutung. Immer sind die Einzelelemente durch linienartige Stäbe mit dem Grundstock verbunden, an den Oberflächen bleiben die Arbeitsspuren deutlich sicht- und nachvollziehbar. Wie weit kann Entmaterialisierung vorangetrieben werden, ohne den Ausgleich der Kräfte und Gewichte aufs Spiel zu setzen? Wann ist – auch im übertragenen Sinne – der Wendepunkt erreicht, an dem es kein Weitergehen gibt, ohne dass das Gefüge zusammenbricht? Mit großer Souveränität und Risikobereitschaft lotet Armin Göhringer diese Möglichkeiten in seinen Werken immer wieder bis an die Grenzen des Machbaren aus. Über die Jahre hinweg hat er darin eine Meisterschaft entwickelt, die innerhalb der zeitgenössischen Bildhauerei einzigartig ist. (Dr. Ursula Merkel) Eine Ausstellung des Kunstkreis Tuttlingen e.V.
24. Oct 2020 - 00:00
Rathausstr 7
Tuttlingen
78532
Germany

Current event for "Galerie Tuttlingen"

ARMIN GÖHRINGER – Stamm:Baum,

24. Oct 2020 - 00:00 – 22. Nov 2020 - 00:00
Galerie Tuttlingen

Stamm:Baum,„noch hält alles zusammen“

Für Armin Göhringers künstlerische Arbeit ist die Kettensäge das wichtigste

Werkzeug. Mit ihr schneidet er aus dem kompakten Holzstamm Blöcke und

Quader, Stangen und Stege, Gitter und netzartige Strukturen aus. Seine komplexe

bildnerische Sprache arbeitet mit den Grundelementen von Vertikale

und Horizontale, mit Positiv- und Negativformen, mit Ein- und Durchblicken, mit

Licht, Schatten und Rhythmisierung, mit dem inneren und dem äußeren Raum.

Dabei werden die dreidimensionalen Werke nicht etwa additiv aus Einzelteilen

zusammengesetzt, sondern im Gegenteil aus einem Stamm rein subtraktiv

skulptural gefertigt. So entstehen blockhaft-wuchtige Objekte, aber auch

extrem ausgehöhlte, entmaterialisierte Werke wie die aufragenden, in ihrer

Feingliedrigkeit zerbrechlich wirkenden Stelen, die filigranen Wandarbeiten

oder die Kopfwesen von anthropomorpher Anmutung. Immer sind die Einzelelemente

durch linienartige Stäbe mit dem Grundstock verbunden, an den

Oberflächen bleiben die Arbeitsspuren deutlich sicht- und nachvollziehbar.

Wie weit kann Entmaterialisierung vorangetrieben werden, ohne den Ausgleich

der Kräfte und Gewichte aufs Spiel zu setzen? Wann ist – auch im

übertragenen Sinne – der Wendepunkt erreicht, an dem es kein Weitergehen

gibt, ohne dass das Gefüge zusammenbricht? Mit großer Souveränität und

Risikobereitschaft lotet Armin Göhringer diese Möglichkeiten in seinen Werken

immer wieder bis an die Grenzen des Machbaren aus. Über die Jahre hinweg

hat er darin eine Meisterschaft entwickelt, die innerhalb der zeitgenössischen

Bildhauerei einzigartig ist. (Dr. Ursula Merkel)

Eine Ausstellung des Kunstkreis Tuttlingen e.V.

Infos:
www.galerei-tuttlingen.de