JEREMIAS HEPPELER alle sichtbaren dinge (sind nur masken aus karton)
Innerhalb der Ausstellung „alle sichtbaren dinge”, deren Titel sich auf ein Zitat aus Hermann Melvilles Roman „Moby Dick” bezieht, kommentiert
Jeremias Heppeler in der Galerie der Stadt Tuttlingen Kunstmarkt, Kunstwerk und Kollektive. Denn auch 2026 begegnet uns Kunst eben nicht als l’art pour l’art, sondern als Mittel zu unterschiedlichsten Zwecken: als
elitäre Kapitalanlage, als subkultureller Diskurs, als sich ständig verändernde Zeichenmatrix. Der Donautalkünstler, der sich selbst als Verwischer und Ausprobierer bezeichnet, möchte vor allem den Kunstmarkt auf spielerische Art und Weise hinterfragen.
Das zentrale Werk „Der Wal” erscheint dabei zunächst als raumfüllendes, auf Bauplane gedrucktes Gemälde, das aber schon im Zuge der Eröffnung virtuell zerteilt wird. Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung haben die Möglichkeit, sich für einen schmalen Taler ein Teil des Bildes zu sichern. Doch damit nicht genug: die potentiellen Käufer und Käuferinnen können auch entscheiden, ob sie ihr Stück des Bildes als Werk besitzen oder es direkt zur Tasche oder zum Rucksack upcyclen möchten. Pünktlich zur Vernissage wird „Der Wal” dann performativ zerteilt, und das Werk recycelt sich noch während der Ausstellung.
JEREMIAS HEPPELER
alle sichtbaren dinge (sind nur masken aus karton)
29. August – 13. September 2026
Stadt Tuttlingen
Eröffnung Freitag, 28. August 2026, 19 Uhr
Führung Mittwoch, 2. September 2026, 17 Uhr
Führung Christof Heppeler Wilde Männer / Wilde Frauen –
Traditionen der Maskierung Mittwoch, 9. September 2026, 19 Uhr
Eureka! Sommerkreativwoche 2026
Montag, 7. September – Freitag, 11. September 2026
Eureka! Kunstworkshops für Kinder
Freitag, 11. September 2026, 15 – 17 Uhr (8 – 12 Jahre)
Samstag, 12. September 2026, 10 – 12 Uhr (4 – 7 Jahre)
Darüber hinaus zeigt Jeremias Heppeler Videoarbeiten und Masken, die während seiner zahlreichen Auslandsprojekte entstanden sind. In Togo, wo er zur deutschen Kolonialgeschichte forschte. In Japan, wo er sich mit dem Geisterglauben der ländlichen Bevölkerung beschäftigte. In den USA, in Upstate New York, wo er den aufkeimenden Trumpismus beobachtete. In Argentinien, wo er eine Punkband gründete. In Rumänien, wo er für zwei Wochen in einem Hochsicherheitsgefängnis lebte.
Zur Eröffnung performt Heppeler mit seinen wichtigsten Weggefährt*innen: Mit den Schweizer Künstlerinnen Mia Nägeli und Jessica Jurassica, mit denen er das Kollektiv „Dieter Meiers Rinderfarm“ gründete. Und mit dem Produzenten und Pianisten Jan Wagner und seinem Vater Christof Heppeler, mit denen er die Band „die hunde“ bildet.

