Im oberbayerischen Markt Waging am See befindet sich das Bajuwarenmuseum Waging am See, ein archäologisches Haus, das der frühen mittelalterlichen Besiedlung dieser Kulturlandschaft gewidmet ist. Es verortet seine Bestände in der Zone zwischen Waginger See und Mattsee, einer Gegend, die einst vom Salzachgletscher geprägt war.
Die Grundlage der Sammlung bilden Funde, die in den 1980er Jahren rund um Waging zutage traten. Aus diesen Materialien entstand 1997 die erste Einrichtung; nach einer späteren Schließung wurden die Objekte zur Sortierung und Katalogisierung der Archäologischen Staatssammlung München übergeben. Wegen der zu erwartenden Kosten stand eine Wiedereröffnung zeitweise in Frage, bis der Gemeinderat eine Neukonzeption beschloss. Die neue Ausstellung wurde in Kooperation mit einem Schulprojekt ausgearbeitet und im Frühjahr 2018 wieder eröffnet.
Thematisch beleuchtet das Museum die germanische Besiedlung nach dem Rückzug der Römer und die herausbildenden Prozesse der Bajuwaren als Zusammenspiel germanischer und romanischer Bevölkerungsgruppen. Zu sehen sind bedeutende archäologische Funde aus den bajuwarischen Reihengräberfeldern von Waging und Petting.