In Bocholt veranschaulicht das Handwerksmuseum auf 720 m² die Arbeitsweisen von 28 verschiedenen Handwerksberufen. Besucher finden die Sammlungen in mehreren Fachwerkhäusern; dort sind über 4.000 Werkzeuge, Geräte, Bücher und Zeichnungen zusammengetragen, die die praktische Seite des Handwerks dokumentieren und nachvollziehbar machen.
Die Ausstellung zeigt sowohl längst verschwundene Gewerke wie Wagenschmied und Leinenmacher als auch historische Darstellungen von Berufen, die einst ausgeübt wurden und in Teilen bis heute existieren, etwa Bäcker, Hufschmied und Buchdrucker. Schwerpunkt ist die konkrete Praxis: Werkzeuge, Arbeitsgeräte und Dokumente erläutern Herstellungstechniken und Arbeitsabläufe.
Das Museum wurde 1993 aus privater Initiative gegründet, um Erinnerungen an frühere Handwerkswelten zu bewahren. Nach dem Tod des Gründers im August 2018 blieb die Einrichtung vorübergehend geschlossen; am 19. Mai 2019 erfolgte die Wiedereröffnung.
In seiner Gesamtheit macht die Sammlung die handwerkliche Kultur früherer Jahrhunderte erlebbar und liefert Einblicke in Fertigkeiten, Materialgebrauch und Alltagsarbeit vergangener Zeiten.