Museum Uslar

Mühlentor 4, 37170 Uslar, Germany

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Di - So von 15.00 - 17.00 Uhr, Fr von 10.00 - 12.00 Uhr
Admission charges
Erwachsene 2.- Euro
Kinder frei

Description

Auf etwa 1000 qm Ausstellungsfläche vermittelt das Museum Uslar Einblicke in die Geschichte der Stadt, ihrer Ortsteile und der Sollingregion. Die Besucher begegnen dabei Handwerkern und Bauern, Arbeitern und Unternehmern. Besonders hervorzuheben ist die einzigartige Sammlung von Totenkronen aus der Ortschaft Vahle. Dieser Brauch galt vor allem verstorbenen Kindern.

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  • Dooe width (in cm) 90

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006 Holzindustrie im Solling

Seit Beginn des 20. Jahrhundert nahm die Holz- und Möbelwarenfabrikation im Solling ihren Aufschwung. In Lauenförde produzierte die Firma HERLAG, in Uslar gab es die Sollinger Holzwarenfabrik, die Möbelfirma Neugarten und Eichmann sowie die ILSE-Möbelwerke. ILSE übernahm in der NS-Zeit den jüdischen Betrieb Neugarten und Eichmann und später auch die Sollinger Holzwarenfabrik. Nach dem Krieg entwickelte sich „ILSE&CO“, mit vier über das Stadtgebiet verteilten Werken und bis zu 2800 Mitarbeitern, zum größten Kleinmöbelhersteller Europas. Nach wirtschaftlichen Krisen und Fehlentscheidungen, folgte in den 1980er Jahren der Konkurs.

008 Die Arbeit der Landfrauen

Die Arbeit nahm früher für die Landfrauen im Solling kein Ende. Sie kümmerten sich um die Kinder und kochten das Essen für die Familie. Zu den meisten Haushalten gehörte auch ein großer Garten oder eine kleine Landwirtschaft. Man unterschied damals zwischen Pferde-, Kuh- und Ziegenbauern. Da die Kleinbauern kein eigenes Zugvieh hatten, ließen sie ihre kleinen Felder von den größeren Bauern bestellen. Dafür mussten die Frauen „in Tagelohn gehen“, das heißt, sie mussten die Leistungen des Bauern bei ihm wieder abarbeiten. Dabei galt die Regel, das die Frauen für eine Stunde Arbeit des Bauern mit seinem Gespann, fünf Stunden auf seinem Hof arbeiten mussten.

009 Die Vahler Totenkronen

Im Dorf Vahle stifteten die Eltern ihren unverheiratet gestorbenen Kindern bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts eine Totenkrone. Diese Kronen waren aus Draht geformt und mit Kunstblumen geschmückt. Welche Funktion diese Kronen bei der Trauerfeier hatten ist unbekannt. Später bewahrte man sie in einem bunt bemalten Glaskasten mit Epitaph in der Kapelle auf. In dem Text auf dem Epitaph spricht der Tote zum Leser und versucht seine Hinterbliebenen zu trösten.

Als die Vahler Kapelle 1969 renoviert werden sollte, nahm man die Totenkronen ab, um sie zu verbrennen. Durch einen glücklichen Zufall konnten sie gerettet werden und kamen ins Museum Uslar. Totenkronen sind in dieser Form in keinem anderen Sollingdorf nachweisbar.

010 Das edle Linnen

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bauten die Sollinger Flachs an, um daraus Leinen herzustellen. Im „Armenhaus des Königreichs Hannover“ verdienten sich viele Familien auf diese Art ein wenig Geld dazu. Angeblich soll sogar der Schulmeister in Eschershausen vom Webstuhl aus unterrichtet haben. Mit dem Aufkommen der Baumwolle, lohnte sich die arbeitsintensive Herstellung von Leinen immer weniger.

Daran konnte auch die „Königliche Musterbleiche“ nichts mehr ändern, die 1829 von der Regierung in Sohlingen angelegt wurde, um die Leinenherstellung zu fördern.

011 Heimatstube Schlochau

Die ehemalige pommersche Kreisstadt Schlochau (jetzt Człuchów) liegt heute im nordwestlichen Polen. Die Flüchtlinge und Vertriebenen aus diesem Gebiet organisierten sich nach dem Krieg im „Heimatkreis Schlochau“ und schlossen 1954 eine Partnerschaft mit dem Landkreis Northeim. In der dortigen Volkshochschule entstand eine Heimatsammlung mit Dokumenten und Objekten aus der alten Heimat.

Diese Sammlung kam 2014 nach Uslar, wo sie im Stadtarchiv bzw. dem Museum verwahrt und gezeigt wird. Der Standort wurde gewählt, weil die Stadt Uslar seit 1999 ebenfalls mit der Stadt Schlochau eine Partnerschaft eigegangen ist.

012 Glasfabrik Buder

Nach dem Zweiten Weltkrieg baute die aus Schlesien stammende Familie Buder ihre Produktion von hochwertigem Bleikristallglas in Volpriehausen wieder auf. Sie beschäftigte vor allem in der Anfangszeit hauptsächlich Fachkräfte aus der alten Heimat, die ebenfalls in den Westen geflüchtet waren. Neben dem billigeren Pressglas stellte die Fabrik auch handgeschliffene Dekorgläser und Glas für die Chemieindustrie her. In den 1980er Jahren musste das Unternehmen Konkurs anmelden.

003 Nationalsozialismus

Bereits 1923 fanden sich in Uslar die ersten Nationalsozialisten zusammen, die aber in der SPD-dominierten Stadt zunächst einen schweren Stand hatten. Nach 1933 fassten sie aber auch hier Fuß und dominierten die Region.

Ein Relikt aus dieser Zeit ist der 1934/35 vom Sollingverein erbaute Aussichtsturm auf dem Strotberg bei Sohlingen. Den heutigen „Sollingturm“ weihte man damals als „Adolf-Hitler-Turm“ ein. Er war damit das erste Gebäude in Deutschland, das Hitlers Namen trug.

004 Jüdische Mitbürger

In der Kleinstadt Uslar lebten nur wenige jüdische Mitbürger. Stolpersteine in der Innenstadt erinnern heute an sie. Größere jüdische Gemeinschaften gab es dagegen in den nahe gelegenen Orten Adelebsen und Bodenfelde, wo auch bis heute jüdische Friedhöfe erhalten sind. Auch die 1825 erbaute Bodenfelder Synagoge überstand die Progromnacht unbeschadet, da sie bereits als Scheune und nicht mehr als jüdisches Gotteshaus diente. Das stark baufällige Gebäude versetzte man 2006 nach Göttingen, wo es heute wieder von der jüdischen Gemeinde genutzt wird.

005 Industrialisierung in der Kleinstadt

Gewerbliche Traditionen lassen sich in Uslar bis ins Mittelalter zurückverfolgen, die damals für ihre „armböste mit knöckern und ysern pylen“, also „Armbrüsten mit knöchernen und eisernen Pfeilen“, bekannt war. Glasmacher und Köhler zogen schon damals durch die Wälder.

Die Industrialisierung erreichte die Region dagegen erst ab 1878 mit dem Anschluss an die Eisenbahn. In Uslar wuchs die Holzindustrie, in Volpriehausen und Delliehausen bauten Bergleute Kalisalz und Braunkohle ab, in Adelebsen und Wibbecke florierten die Basalt- und Sandsteinbrüche. Die Arbeitsbedingungen dieser frühen Industriearbeiter waren jedoch zunächst miserabel. Viele Betriebsunfälle forderten zahlreiche Tote und Verletzte.

002 Pfeifen für Amerika

Im 18. Jahrhundert stellte man in Uslar Tonpfeifen her, wie sie zum Beispiel der preußische König Friedrich-Wilhelm I. in seinem Tabakskollegium rauchte. Im 19. Jahrhundert wurden dann sogenannte Gesteckpfeifen modern, bei denen nur noch der Pfeifenkopf aus Ton bestand. Diese Pfeifenköpfe zeigten unter anderem die Gesichter der amerikanischen Präsidenten. Mit Schiffen, Flößen, aber auch zu Fuß, brachten die Uslarer ihre Pfeifen nach Bremen. Von dort kamen sie mit den großen Handelsschiffen nach Nordamerika.