Im Zentrum von Cottbus übernimmt das Stadtmuseum und -archiv Cottbus, niedersorbisch Měsćański muzej a archiw Chóśebuz, die doppelte Funktion als städtisches Archiv und Museum zur Stadtgeschichte.
Das Haus ist in der Bahnhofstraße im Stadtteil Mitte verortet. Archive und Ausstellungsflächen befinden sich in mehreren Gebäuden an dieser Straße.
Die Überlieferung städtischer Schriftstücke reicht bis vor das 17. Jahrhundert zurück; viele Bestände wurden damals im Rathaus verwahrt, gingen jedoch beim Stadtbrand von 1671 größtenteils verloren. In den folgenden Jahrhunderten wanderten Akten an unterschiedliche Orte, etwa auf den Dachboden der Gemeindeschule VI in Sandow oder in das Eckhaus Sandower Straße 50 gegenüber der Nikolaikirche. Eine erste öffentliche Präsentation zur Cottbuser Stadtgeschichte eröffnete im Oktober 1887 die Niederlausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte; dieses Ereignis gilt als Beginn des städtischen Museums.
Der wachsende Platzbedarf führte im frühen 20. Jahrhundert zu organisatorischen Veränderungen: 1905 entstand ein Verein für Heimatkunde und die Stadt veranlasste zentrale Einlagerungen städtischer Akten, wofür Häuser am Altmarkt 20 und in der Neustädter Straße 17 übernommen wurden. In der Folgezeit kam es mehrfach zu Umzügen und zur Teilung in ein Verwaltungs- und ein historisches Archiv; Verwaltungsakten werden nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen vernichtet oder dem historischen Bestand übergeben. Im Zweiten Weltkrieg wurden im alten Rathaus gelagerte Unterlagen zerstört oder bei Aufräumarbeiten vernichtet, ausgelagerte Urkunden gingen ebenfalls verloren; die Akten aus dem Stadthaus blieben erhalten und der Bestand wurde nach Kriegsende schrittweise wieder aufgebaut. Mit der Eingliederung mehrerer Ortschaften im Jahr 1950 wuchs das Archiv weiter, sodass erneut Raumbedarf entstand. Nach weiteren Umzügen befindet sich das Stadtarchiv seit 1993 im ehemaligen Druckerei- und Verlagsgebäude des Cottbuser Anzeigers in der Bahnhofstraße 52. Seit Dezember 2015 nutzt das Stadtmuseum zusätzlich das 1937 errichtete ehemalige Sparkassengebäude in der Bahnhofstraße 22, das vor der neuen Nutzung saniert wurde und vor allem für Ausstellungen dient.
Das Archiv verwahrt rund 2.500 Meter laufende Akten zur Bearbeitung und Sicherung der Bestände der Stadtverwaltung und der eingemeindeten Ortschaften. Die Bestände gliedern sich unter anderem in die Gruppen Magistrat der Stadt Cottbus (1462–1945), Stadtverordnetenversammlung und Rat der Stadt (1945–1990), Bestände der eingemeindeten Ortschaften (1847–1990), Bauakten (1911–1988), Bestände der Wirtschaft sowie Sonstige Bestandsbildner.