Aktuelle Museums-News von: "Musikhistorische Sammlung Jehle"

Neu: Rituale sive Agenda (Würzburg 1671)

28. Oct 2017
Musikhistorische Sammlung Jehle

 Rituale sive Agenda ad usum Ecclesiarum Metropolitanae Moguntinae et Cathedralium Herbipolensis et Wormatensis edita eminentissimi ac reverendissimi principis ac Domini D. Ioannis Philippi S. Sedis Moguntinae Archiepiscopi, S. Romani Imperii per Ger­maniam Archi-Cancellarii, Principis Electoris, Episcopi Herbipolensis et VVormatensis, Franciae Orientalis Ducis &c. [Kleines Wappen in Kupferstich.] Herbipoli Typis Eliae Michaelis Zinck, Typogr. Aul. & Academ, M.DC.LXXI.

Inhalt: Titelblatt-Rückseite vakat; 2 unpag. S.: schwarze Kopfvignette, „Joannes Philippus [Namen rot] Dei Gratia Sanctae Sedis Moguntinae Archiepiscopus ...“, feinziselierte rote Ini­tiale, Vorwort; 4 unpag. S.: „Index et ordo rerum quae in hoc rituali libro continentur.“, alle Seiten fein schwarzgerandet, große Schlußvignette; 4 unpag. S.: „Annotationes aliquot in Agendam.“, alle Seiten et­was gröber schwarzgerandet, mit größer gesetzten Anfangsbuchstaben als Initialen; S. 1-425: Haupttext, durchgängig schwarz-rot gedruckt, zahlreiche Großbuchstaben als Initialen, auch aufwendige feinziselierte Initialen in Rot und Schwarz, alle Seiten fein schwarz teils doppelt gerandet, Paginierung bei korrekt durchlaufendem Text zuweilen durcheinander, Text in der Regel lateinisch, dazwischen auch ganze Kapitel deutsch, zahlreiche Noten in Hufnagelschrift, Noten stets schwarz gedruckt, der Text dazwischen durchaus auch rot; unpag. S. 426 vakat; neues Titelblatt: „Instructiones de recta concionandi catechizandi, et moribundos atque ad mortem condemnatos iuvandi ratione. Item de quibusdam circa ornatvm tem­plorvm, altarivm et SS. imaginum observandis.“, Rückseite vakat; S. 3-84: feinziselierte schwarze Initiale, lateinischer Haupttext, große schwarze Schlußvignette, alle Seiten auf dieselbe Art wie oben fein schwarz teils doppelt gerandet

Beschreibung: blindgeprägtes Schweinsleder auf nicht allzu dickem Karton, beide Deckel von der gleichen blindgeprägten Bordüre eingefaßt, mittig auf beiden Seiten eine blindgeprägte Vignette, Rücken über 4 Bünden, die Bünde von waagrechten blindgeprägten Linien betont, Rotschnitt, Vorsatz aus Normal­papier, das Normalpapier aber eben von sehr unterschiedlicher Stärke, Format 18,5 x 27 cm, Umfang (1)/(2)/(4)/(4)/426/84 S.

Geschichte: Herbipoli = Würzburg; Moguntia = Mainz; Wormatia = Worms. – Johann Philipp von Schön­born (1605-1673) war ab 1642 Bischof von Würzburg, ab 1647 außerdem Erzbischof von Mainz, und ab 1663 außerdem Bischof von Worms (die drei Ämter zusammen); er gilt als einer der bedeutendsten Erz­bischöfe von Mainz. – Diözesen wurden immer wieder getrennt, zusammengelegt, anders kombiniert, im 17. Jahrhundert begann man, die rituellen Handlungen nach einer übergeordneten Regel zu vereinheitlichen, was offenbar nicht einfach war: „Noch größer als bei den Meßbüchern war die Mannigfaltigkeit bei den Ritualien. Sie dienten der Spendung der Sakramente und Sakramentalien, bei Segnungen und Feiern. Am 16. April 1810 schrieb der Bischof dem Kultusminister, in seiner Diözese seien (infolge ihrer Zusammensetzung aus Bestandteilen von vier Bistümern) vier verschiedene Ritualien in Gebrauch.“ Zitat nach Georg May: Das Recht des Gottesdienstes in der Diözese Mainz zur Zeit von Bischof Joseph Ludwig Colmar (1802-1818). Amsterdam: B. R. Grüner 1987, Band I, S. 510f. – Die Bayerische Staatsbibliothek München hat das Buch komplett online gestellt: reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10525331_00005.html

Provenienz: im Oktober 2017 bei Ebay

Inv.: D.II.Me.50

 

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