Aktuelle Museums-News

Neu: Wiederfinden. Duett für Sopran und Bass mit Klavier von Friedrich Wilhelm Jähns

Musikhistorische Sammlung Jehle 15. Jul 2018

Wiederfinden (Gedicht von Leop.[old] Schefer.) Duett für Sopran und Bass mit Be­gleitung des Pianoforte componirt von Fr.[iedrich] Wilhelm Jähns. Op. 8. Pr. 12 ½ sgr. Berlin Bechtold & Hartje Jäger-Str. No 27a. [Pl.-Nr. 53; 1833].

Dickes Bütten, Fadenheftung, Titelblatt mit schwungvollen Linien verziert, Querformat 32,5 x 25 cm, Umfang 8 S.:Titelblatt-Rückseite = S. 2; S. 2-9: gestochene Noten mit dazwischengelegtem Text; unpag. S. 10 (= hinten außen) vakat. Auf dem Titelblatt unten rechts ein Besitzvermerk mit schwarzer Tinte: „Theo­phile Karthaus-Buße / in Fraustadt / (Preußen.)“

Bei Hofmeister ist das Heft im Juli/August 1833 verzeichnet, dort wird der Preis mit „10 Gr.“ angegeben. – Das weltweit einzige andere online nachweisbare Exemplar liegt in der Bayerischen Staatsbibliothek München. – Das Gedicht ent­stammt der Novelle Nabob von Leopold Schefer, erstmals gedruckt in Frauentaschenbuch für das Jahr 1829 (herausgegeben von Georg Döring, Nürnberg bei Joh. Leonh. Schrag, S. 92), zwei Jahre nach Erscheinen der oben verzeichneten Komposition ist das Gedicht wieder erschienen in Neue Novellen von Leopold Schefer. 1. Der Nabob. 2. Galate“ (Leipzig, bei C. H. F. Hartmann. 1835, S. 101). – Charlotte Ernestine Theophile Karthaus, Tochter des Pfarrers Karthaus aus Schlichtingsheim (heute poln. Szlychtyngowa, zwischen Fraustadt und Glogau), heiratete 1840 Karl August Busse aus Schrimm (heute poln. Śrem, 40 km südlich von Posen). Busse war beim königlich-preußischen Land- und Stadtgericht angestellt als Salarien-Kosten Kontrol­leur. Via Google findet man, dass die Hochzeitserlaubnis am 19. 9. 1840 erteilt wurde, man findet sogar die Bescheinigung über das Aufgebot vom 27. 9. 1840, da diese Bescheinigung momentan (Juli 2018) antiquarisch zum Kauf angeboten wird. Man sieht: auch damals führten Frauen Doppelnamen.

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Neu: Gesangbuch Coburg 1735

Musikhistorische Sammlung Jehle 29. Jun 2018

Coburgisches Gesang-Buch, In welchem über Achthundert des seligen D. Martini Lutheri und anderer Geist-reichen und gelehrten Männer Schrifftmaeßige Psalmen und Lieder befindlich, Mit Fleiss von neuem vermehret und verbessert, Auch mit einem Register über die Sonn- und Feyer-Tags-Evangelien und Episteln, und mit denen Ver­siculn, die vor den Kirchen-Collecten gesungen werden, versehen. Deme beygefüget Ein erbauliches Gebet-Büchlein, Bestehend aus Morgen- und Abend- Beicht- Communion- und anderen Gebeten. Druckts und verlegts Moritz Hagens, F. S. Hof-Buchdr. sel. Wittib und Erbe. Anno 1735.

Kupferstich als Frontispiz, Haupttitelblatt und Dedicatio fehlen und sind als Kopie des Exemplars in der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt (Signatur Cant. spir 8° 755) beigelegt und danach ist die Titelei zitiert; das Kupfer zeigt unten ein Bild der Stadt Coburg, darüber zwei Engel, oben „Coburgisches / Gesang und Gebet Buch / Gedruckt und verlegt / Durch / Moritz G`Hagen / F. Sächs. buchdrucker daselbst.“, Titelblatt-Rückseite vakat; Wid­mungsblatt: „Dem Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn, Herrn Christian Ernsten, Herzogen zu Sachsen ...“, Rückseite: „Dem Durchlauchtigsten Fürsten und Herrn, Herrn Franz Josias, Herzogen zu Sachsen ...“; ab hier original: 4 Bl. (= 8 S.): kleine Initiale, „Durchlauchtigste Hertzoge, Gnädigste Fürsten und Herren!“, unterzeichnet: „Coburg, den 3. August 1735. / unterthänigst gehorsamste Dienerinne / Moritz Hagens sel. / Wittib und Erbe, / Buchdr.“; 12 Bl. (= 24 S.): schmale Kopfvignette, „Register der Gesänge und Psalmen, so mit den Sonn- und Feyer-Tags Evangelien und Episteln übereinkommen.“, große Schlußvignette; S. 1-984: kleine Kopfvignette, kleine Initiale, 737 numerierte Lieder ohne Noten; S. 985-1044: „Anhang Auserlesen-schöner Geistreicher Lieder.“, schmale Kopfvignette, von 738 bis 783 weiter­numerierte Lieder ohne Noten; S. 1045-1068: „Neuer Anhang.“, von 784 bis 783 weiternumerierte Lieder ohne Noten; S. 1069-1087: „Besonderer Anhang Etlicher Geistreicher Lieder.“; 6 unpag. S.: sehr schmale Kopfvignette, „Die Versicul, Welche vor denen Kirchen-Collecten nach hiesiger Kirchen-Agenda ge­sungen werden.“; 23 unpag. S.: schmale Kopfvignette, „Register der Gesänge nach dem A. B. C. auf die Zahl der Blätter gerichtet.“, „ENDE“, große Schlußvignette; neues Titelblatt: „Tägliche Morgen- und Abend-Segen, Wie auch andere schöne zur Buße, Beichte, Communion und Ubung des Wahren Christen­thums dienliche Gebete. [hübsche Vignette: Obstschale.] Coburg, Anno 1735. Druckts und verlegts Mo­ritz Hagens F. S. priv. Hof-Buchdruckers seel. Wittib und Erbe.“, Rückseite = S. 2; schmale Kopfvignette, kleine Initiale, S. 2-168: Gebete; neues Titelblatt: „M . G. Episteln und Evangelia, Wie solche auf alle Sonn- Fest- und Feyer-Tage, Durchs gantze Jahr, pflegen gelesen zu werden. [Vignette.] Coburg, Druckts und verlegts Moritz Hagens, F. Buchdruckers sel Wittib. Anno 1735.“, Rückseite = S. 2; S.2-140: Kopfvignette, kleine Initiale, Episteln vom 1. Advent bis „Epistel am Tage Simonis und Judä“, bricht ab, Kustos auf S. 140 unten „Evan-“

Schwarzes Leder auf dünnen Holzdeckeln über 4 Bünde, ohne Schrift, ohne Schmuck, Schlie­ße nicht zu beschreiben: nur noch die Stifte der Aufhängung vorhanden, Vorsatz nicht zu beschreiben: fehlt, Kupfertafel als Frontispiz fehlt, Format 7 x 17 cm, dick 7,5 cm, Umfang des Vorhandenen (8)/(24)/1087/(6)/(23)/168/140 (bricht ab)

Dieses Buch findet man weltweit – soweit der Karlsruher Virtuelle Katalog Auskunft gibt – nur in wenigen Bibliotheken, in diesen wenigen ist der Gebetsbuch-Teil bis auf ein Expl. enthalten und wird zumindest beim Umfang als „168“ angegeben; der Evangelien-Teil dagegen findet sich weltweit nir­gends, weshalb beim vorliegenden Exemplar nicht gesagt werden kann, wie viele Seiten fehlen

Inv.: D.II.Ge.818

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Neu: Ioh. Godofr. Petschelii Cantor Christianus i. e. Cantica Sacra (Sulzbach 1754)

Musikhistorische Sammlung Jehle 26. Apr 2018

Ioh. Godofr. Petschelii Schemnitio-Hvngari S. M. C. Cantor Christianvs i. e. Cantica Sacra ad quaevis tempora, et ad quemvis animarvm statvm accommodata. Cum Praefa­tione D. Ioh. Baltas. Bernholdi, Doctoris et Professoris Theologi et Graeci Primarii, ecclesiae altorphinae antistitis. Solisbaci, Typis Lichtenthalerianis, Anno MDCCLIV.

Titelblatt-Rückseite vakat; 1 unpag. S.: „Censvra elect. palat. Solisbacensis.“, unterzeichnet: „Chur-Fürstl. Pfalz-Sulzbachische Regierung.“ / I. C. Juni[Rest unleserlich: Ecke angesetzt]“, Rückseite vakat; 2 unpag. S. gedruckte ausführliche lateinische Widmung, unterzeichnet: „Cultor humillimus / deuotis­simusq. / I. G. Petschely, / Autor.“; 5 unpag. S.: Kopfvignette, „Lectori Christiano et Hymnophilo.“, große Initiale, unterzeichnet: „Scr. in Altorphina [Altdorf] A. 1754. / Iohannes Baltasar Bernhold, D. et. P. P.“, große Schlußvignette“; 17 unpag. S.: kleine Kopfvignette, kleine Initiale, „Lectori benevolo / S. P. D. / Autor.“, Kolumnentitel „Praefatio Auctoris“, unterzeichnet: „obseruantissmus / Ioh. Godofr. Pet­schely.“; S. 1-916: 481 numerierte Lieder ohne Noten: nach der Nummer der deutsche Titel, dann die la­teinische Übersetzung, auf S. 916 unten in großen Majuskeln „Finis“; 16 unpag. S.: kleine Kopfvignette, „Teutsches Register.“; 16 unpag. S.: etwas kleinere Kopfvignette, „Index latinvs.“; 2 unpag. S. vakat.

Johann Gottfried Petschel oder Petschely (1705-1797), geboren in Ungarn, Gymnasium in Preßburg, dann in Nürnberg, 6 Jahre Student an der Universität in Altdorf bei Nürnberg (Universität seit 1622, aufgelöst 1809), dann Hofmeister in Nürnberg und Sulzbach, danach Pfarrer in Sulzbach, wo er 1779 starb (diese und weitere Informationen im „Allgemeinen Gelehrten-Lexicon“, Band 5, Bremen 1816). – Eine Rezension des Buches findet man in „Unpartheyische Kirchen-Historie Alten und Neuen Testamentes, Darinnen von der Lehrer und anderer Scribenten Leben und Schriften, von der Lehre aller Religionen, und denen darüber geführten Streitigkeiten, vom Gottesdienst, Kirchenregiment, Ketzereyen und Trennungen, vom äusserlichen und innerlichen Zustande der Kirchen und von den dahin gehörigen Nebensachen aufrichtig gehandelt wird. Vierter Theil, in welchem die Geschichte vom Jahr nach Christi Gebvurt 1751. bis 1760. enthalten sind, Nebst einer Vorrede des Herrn Verfassers Johann Matthias Schroeckh, ausserordentl. Prof. der Philosophie, des kleinen Fürsten-Collegii Collegiats, und Aufsehers bey er Universität-Bibliothek. Jena, 1766. Verlegts Johann Wilhelm Hartung.“. darin auf S. 326: „Zu Sulz­bach trat An. 1754. auf 2 Alph. 15 Bogen in 8. ans Licht: Johann Godofr. Petschelii, Schemnitio-Hvngari S. Min. Cand. Cantor Christianus i. e. Cantica Sacra ad quaevis tempora, et ad quemvis animarvm statvm accommodata, cum praef. D. Ioh. Balth. Bernholdi, D. & Prof. Theol. et Graec. primar. Eccles. Altdorf, Antistitis. Die mehrsten Lieder hat Herr Petschel darinne von neuem, auf eine rein fliessende und deut­sche Art so übersetzt, daß er den Sinn der Wörter so viel möglich richtig ausgedrückt, alle schwülstige und dunkle poetische, sonderlich aber solche poetische Redensarten vermieden hat, die nur in heydnischen Liedern Platz finden. Er hat dabei vornehmlich das Altorsische Gesangbuch zum Grunde gelegt. Einige Lieder sind aus den alten Kirchenlehrern genommen, oder in neuern Zeiten von gelehrten Männern schon übersetzt worden, welche er daher mit einem Sternchen bezeichnet hat, welche Herr Joh. Tomka Szatzky, Rector des evangelischen Gymnasii zu Presburg, eingeschickt hat. Herr Petschel war auch Wil­lens, Schmolkens Morgen- und Abendgebete, nebst Communionsgebeten ebenfalls in Lateinische zu übersetzen, und diesem lateinischen Gesangbuche ein Gebetbuch in gleicher Sprache beyzufügen, der­gleichen zwar schon der seel. [Mátyás] Bel in seiner Precibus Christianis, Leipz. 1728.8 herausgegeben hat.“ Ein Gebetbuch findet sich in diesem Buch nicht, und auch die Sache mit den Sternchen ist nirgends zu entdecken. In der Rezension ist aber zweifellos diese Ausgabe gemeint, und nachdem alle im Karls­ruher Virtuellen Katalog verzeichneten Ausgaben den gleichen Umfang wie die vorliegende Ausgabe haben, kann ein extra angebundenes Gebetbuch oder dergleichen nicht existieren.

Inv.: D.II.Ge.805

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Neu: Pater Aegidius Jais: Guter Samen ... besonders fürs liebe Landvolk (Hildesheim 1810)

Musikhistorische Sammlung Jehle 15. Jan 2018

Guter Samen auf ein gutes Erdreich. Ein Lehr- und Gebethbuch sammt einem Haus- und Krankenbüchlein für gut gesinnte Christen, besonders fürs liebe Landvolk. Von P. Aegidius Jais, Benediktiner zu Benediktbeuren. Neue Ausgabe. Hildesheim, bey Jakob Sieger, 1810.

Inhalt: ganzseitiger Kupferstich als Frontispiz; rot-schwarz gedrucktes Titelblatt, Rückseite vakat; 1 unpag. S.: Imprimatur: „München, den 7. Jänner 1795, im Churfürstl. Bücher Censur-Kollegium“, zwei Absätze über das Buch (Zitate des Urteils der Censoren?); 1 unpag. S.: 2 längere kursiv gesetzte Absätze: über die Absichten des Buches, u. a. heißt es da: „Wenn man aufklären will, so soll man dem Kurzsichtigen nicht die brennende Fackel in das Auge stossen“; 3 unpag. S.: „An alle lieben Mitchristen, die dieses Buch brau­chen wollen!“; 5 unpag. S.: „Inhalt.“; 2 unpag. S.: „Treuherzige Bitte.“, eine Art zweites Vorwort, es be­ginnt so: „Die Lehren, die in diesem Buch vorkommen, sind die Hauptsache. Ich hätte wohl nie ein Gebethbuch geschrieben, wenn ich euch, liebe Christen! nichts, als gewisse Gebethsformeln hätte in den Mund legen wollen.“; 1 unpag. S.: ganzseitiger Kupferstich, Rückseite vakat; S. 1-297: Gebetbuch: An­dachten, Litaneien, Gebete, dazwischengestreute Liedstrophen (z. B. S. 58: „Empfiehl du deine Wege“; S. 61: „Verzehre nicht des Lebens Kräfte“ etc. etc.), 3 weitere ganzseitige Kupferstiche, Rückseite jeweils vakat, außerhalb der Paginierung, zusammen also 5 Kupfer, jeweils mit Bildunterschrift; S. 297-310: „Hausbüchlein.“ mit konkreten medizinischen Ratschlägen und Rezepten, u. a. „Wie man sich vor den sogenannten Hexereyen bewahren kann.“ (S. 299), gefolgt vom Kapitel „Bey Viehseuchen“ (S. 299f.), oder: „Die Kunst, lang zu leben.“ (S. 303-307), gefolgt vom Kapitel „Verschie­dene Arzneymittel, die überall zu haben sind, und wenig kosten.“ (S. 307-310); S. 316-326: „Kranken­büchlein, das auch Gesunde bisweilen lesen sollten.“; darin u. a. „Das Verhalten bey der rothen oder weißen Ruhr.“; S. 327f.: „Begräbnislied, auch bey Seelenmessen zu gebrauchen.“, 7 Strophen „Begrabet den Leib in seine Gruft“, als Ende des Buches S. 328: „Am Grabe“, 2 Strophen „Hier Mensch, hier lerne, was du bist“

Beschreibung: goldgeprägtes senkrecht feingenarbtes rotes Leder, beide Deckel von einer feinen goldgeprägten Doppellinie mit fei­nen Eck-Ornamenten eingefaßt, der Rücken von (incl. Kapitale) 7 waagrechten goldgeprägten Schein­bünden in 6 Fächer geteilt, das zweitoberste etwas schmaler und schwarz gefüllt, darauf in goldgeprägten Majuskeln: „Jais / Lehr- und / Bethbuch“, die restlichen sind abwechselnd mit goldgeprägten Vasen oder Blütenstengeln gefüllt, Goldschnitt, dicker handcolorierter Vorsatz, zweite dünner bläulicher Vorsatz, enthält 3 kleine hs. ausgefüllte Drucksachen: 1) kleiner Zettel Querformat, offenbar ausgeschnitten, da­rauf: hs. ausgefüllt gedruckt „Signum Confessionis paschalis in Ecclesia Cathedrali ad B. V. M. Friburgi Brisgoviae 1859“; 2) größerer Zettel: von einer schwarzweißen Bordüre eingefaßt, darin oben von links nach rechts: 2 gekreuzte Schlüssel, Lamm mit Sonnen-Gloriole, Hand kommt aus den Wolken und hält eine Waage, darunter „Testimonium cum pascha peractae in ecclesia / „Herbolzheim 1878“; 3) Zettel in etwas kleinerem Format mit derselben Bordüre, den gleichen Illustrationen und dem gleichen Text, nur ohne Ortangabe, hier steht rechts unten „1881“ und anstelle von Herbolzheim eine Abkürzung (evtl. „H“) mit schwarzer Tinte; Buchformat 10,8 x 17,3 cm, Umfang (14)/328/[10] S.

Geschichte: Joseph Jais (1750-1822), Sohn des Mittenwalder Geigenbauers Franziskus Jais; Ausbildung: Klosterschule Benediktbeuren, dann Jesuitengymnasium München; 1869 Eintritt ins Kloster Benediktbeuren, 1770 Ordensgelübde, Verleihung des Namens Aegidius; 1770 Kloster St. Emmeram in Regensburg, Fortsetzung des Theologiestudiums, er hört aber auch Physik, Mathematik und Herme­neutik; 1773 Rückkehr nach Benediktbeuren, Volendung des Theologiestudiums; 1776 Priesterweihe; 1777 Beichtvater am Wallfahrtsort Maria Plein; 1778 Gymnasialprofessor am Benediktinergymnasium Salzburg; 1784 Gymnasialprofessor für Rhetorik und Schulpräfekt; 1788 Seelsorger in Jachenau; 1792 No­vizenmeister im Kloster Rott; 1803 Rückkehr nach Benediktbeuren, Übernahme der Pfarrei in Heilbrunn; nach Auflösung des Klosters im Zuge der Säkularisation ging er nach Salzburg; 1802 Professor für Moral und Theologie an der Universität Salzburg; 1805 Rektor der Universität; 1806 folgte er dem Ruf des Großherzogs Ferdinand III. von Toskana und Würzburg und wurde Prinzenerzieher am Hof in Würz­burg; als der Großherzog 1814 nach Florenz zog, ging er mit, kehrte aber noch im gleichen Jahr nach Be­nediktbeuren zurück, lebte in den Räumen des aufgelösten Klosters, unterstützte den örtlichen Pfarrer bei der Seelsorge, war literarisch tätig; 1820 vertrat er kurzzeitig die Pfarrstelle in Mittenwald (diese und weiter Informationen im Wikipdia-Atrtikel über Aegidius Jais)

Provenienz: im Januar 2018 bei Ebay

 Inv.: D.I.Gb.42

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Sonderausstellung "Geschichte der Musikhistorischen Sammlung Jehle"

Musikhistorische Sammlung Jehle 16. Nov 2017

Die diesjährige Sonderausstellung in der Musikhistorischen Sammlung Jehle im Stauffenberg-Schloß Albstadt-Lautlingen, wie schon die beiden Sonderausstellungen 2013 und 2015 gestaltet von Volker Jehle, mit einem Festakt am 5. 11. 2017 eröffnet, zeigt Dokumente aus vier Generationen Jehle: Friedrich Martin Jehle (1844-1941), Johannes Jehle (1881-1935), Martin Friedrich Jehle (1914-1982; das Foto zeigt ihn im Jahr 1980), Ursula Eppler geb. Jehle (geb. 1945) und eben Volker Jehle (geb. 1954). Als wahrscheinlichstes Gründungsjahr der Smmlung  erweist sich das Jahr 1934. Zugänglich zu den üblichen Öffnungszeiten

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SWR 2 kultur

Musikhistorische Sammlung Jehle 15. Nov 2017

In der Sendung Vom Hammerklavier zum Cembalo. Musikhistorische Sammlung in Lautlingen von Tobias Ignée in der Reihe Museumsführer, SWR 2 kultur, 15. und 25. November 2017, sind Ursula Eppler und Volker Jehle zu hören. Die Sendung ist nachzulesen, anzuhören und herunterzuladen unter https://www.swr.de/swr2/kultur-info/musikhistorische-sammlung-jehle-schloss-lautingen/-/id=9597116/did=20632240/nid=9597116/58vc2h/index.html

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Neu: Rituale sive Agenda (Würzburg 1671)

Musikhistorische Sammlung Jehle 28. Oct 2017

 Rituale sive Agenda ad usum Ecclesiarum Metropolitanae Moguntinae et Cathedralium Herbipolensis et Wormatensis edita eminentissimi ac reverendissimi principis ac Domini D. Ioannis Philippi S. Sedis Moguntinae Archiepiscopi, S. Romani Imperii per Ger­maniam Archi-Cancellarii, Principis Electoris, Episcopi Herbipolensis et VVormatensis, Franciae Orientalis Ducis &c. [Kleines Wappen in Kupferstich.] Herbipoli Typis Eliae Michaelis Zinck, Typogr. Aul. & Academ, M.DC.LXXI.

Inhalt: Titelblatt-Rückseite vakat; 2 unpag. S.: schwarze Kopfvignette, „Joannes Philippus [Namen rot] Dei Gratia Sanctae Sedis Moguntinae Archiepiscopus ...“, feinziselierte rote Ini­tiale, Vorwort; 4 unpag. S.: „Index et ordo rerum quae in hoc rituali libro continentur.“, alle Seiten fein schwarzgerandet, große Schlußvignette; 4 unpag. S.: „Annotationes aliquot in Agendam.“, alle Seiten et­was gröber schwarzgerandet, mit größer gesetzten Anfangsbuchstaben als Initialen; S. 1-425: Haupttext, durchgängig schwarz-rot gedruckt, zahlreiche Großbuchstaben als Initialen, auch aufwendige feinziselierte Initialen in Rot und Schwarz, alle Seiten fein schwarz teils doppelt gerandet, Paginierung bei korrekt durchlaufendem Text zuweilen durcheinander, Text in der Regel lateinisch, dazwischen auch ganze Kapitel deutsch, zahlreiche Noten in Hufnagelschrift, Noten stets schwarz gedruckt, der Text dazwischen durchaus auch rot; unpag. S. 426 vakat; neues Titelblatt: „Instructiones de recta concionandi catechizandi, et moribundos atque ad mortem condemnatos iuvandi ratione. Item de quibusdam circa ornatvm tem­plorvm, altarivm et SS. imaginum observandis.“, Rückseite vakat; S. 3-84: feinziselierte schwarze Initiale, lateinischer Haupttext, große schwarze Schlußvignette, alle Seiten auf dieselbe Art wie oben fein schwarz teils doppelt gerandet

Beschreibung: blindgeprägtes Schweinsleder auf nicht allzu dickem Karton, beide Deckel von der gleichen blindgeprägten Bordüre eingefaßt, mittig auf beiden Seiten eine blindgeprägte Vignette, Rücken über 4 Bünden, die Bünde von waagrechten blindgeprägten Linien betont, Rotschnitt, Vorsatz aus Normal­papier, das Normalpapier aber eben von sehr unterschiedlicher Stärke, Format 18,5 x 27 cm, Umfang (1)/(2)/(4)/(4)/426/84 S.

Geschichte: Herbipoli = Würzburg; Moguntia = Mainz; Wormatia = Worms. – Johann Philipp von Schön­born (1605-1673) war ab 1642 Bischof von Würzburg, ab 1647 außerdem Erzbischof von Mainz, und ab 1663 außerdem Bischof von Worms (die drei Ämter zusammen); er gilt als einer der bedeutendsten Erz­bischöfe von Mainz. – Diözesen wurden immer wieder getrennt, zusammengelegt, anders kombiniert, im 17. Jahrhundert begann man, die rituellen Handlungen nach einer übergeordneten Regel zu vereinheitlichen, was offenbar nicht einfach war: „Noch größer als bei den Meßbüchern war die Mannigfaltigkeit bei den Ritualien. Sie dienten der Spendung der Sakramente und Sakramentalien, bei Segnungen und Feiern. Am 16. April 1810 schrieb der Bischof dem Kultusminister, in seiner Diözese seien (infolge ihrer Zusammensetzung aus Bestandteilen von vier Bistümern) vier verschiedene Ritualien in Gebrauch.“ Zitat nach Georg May: Das Recht des Gottesdienstes in der Diözese Mainz zur Zeit von Bischof Joseph Ludwig Colmar (1802-1818). Amsterdam: B. R. Grüner 1987, Band I, S. 510f. – Die Bayerische Staatsbibliothek München hat das Buch komplett online gestellt: reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10525331_00005.html

Provenienz: im Oktober 2017 bei Ebay

Inv.: D.II.Me.50

 

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Neu: Gesangbuch von Lauban aus dem Jahr 1795

Musikhistorische Sammlung Jehle 01. Oct 2017

Neues Laubanisches Gesang-Buch zum Gebrauche bey dem öffentlichen Gottesdienste und bey der Hausandacht. Nebst einem Vorrathe geistreicher Gebethe, auch beygefüg­ten Sonntäglichen Texten. Mit einer Vorrede, Von einigen Hindernissen des Segens aus dem Gebrauche geistlicher Lieder, begleitet von M. Gottlob Friedrich Guden, weyl. Pa­store Primario in Lauban. Achte und verbesserte Auflage. Lauban, gedruckt und zu fin­den bey G. A. Scharf und Sohn. 1795.

Inhalt: Titelblatt-Rückseite vakat; 9 unpag. Bl. (= 18 S.): Kopfvignette, Initiale, „M. G.“, Kolumnentitel „Vorrede.“, auf der vorletzten Seite unterzeichnet: „Lauban, den 14. Novembr. 1748.“, auf derselben Seite: „Neue Vorrede.“, unterzeichnet: „Lauban, den 26. August 1752.“; 9 unpag. Bl. (= 18 S.): „Das erste Register, über Titul, unter welche die Lieder nach denen abgehandelten Materien gesetzet worden sind.“, „Anweisung, nach welcher dieser Lieder zur Erklärung des Katechismi gebraucht werden können.“ und „Das andere Register, über die Sprüche der heiligen Schrift, deren Inhalt hier in Liedern vorgetragen ist.“; 16 unpag. S.: „Das dritte Register derer Lieder, nach dem Alphabeth, und denen Nummern.“; 16 unpag. S.: „Das vierte Register, auf dei Evangelia und Episteln an denen Sonn- und Festtagen.“; S. 3-1009: 1230 numerierte Lieder ohne Noten; S. 1010-1012: „Praefationes, wie solche an denen bey hohen Festen vor angehender Communion allhier deutsch gesungen werden.“, von I bis III numerierte, zweispaltig gesetzte (links lateinisch, rechts deutsch) Gesänge ohne Noten; neues Titelblatt: „Nützliche Sammlung geistreicher Gebethe zur Hausandacht, bestehend in Morgen- Abend- Buß- Beicht- und Communion-Andachten. Nebst Herrn Caspar Neumanns Kern aller Gebethe. [Kupferstich-Vignette.] Lauban, druckts und verlegts G. A. Scharf, und Sohn.“, Rückseite: „Register der hier enthaltenen Gebethe.“; S. 1-70: Kopfvignette, Ge­bete; S. 71-78: „Herrn Caspar Neumanns Kern aller Gebethe, bestehend in Bitte-, Gebeth, Fürbitte und Danksagung.“; neues Titelblatt: „Die Episteln und Evangelia auf alle Sonn- und Festtage durchs ganze Jahr. Nebst der Geschichte von dem Leiden und Sterben, Auferstehung und Himmelfahrt unsers Heilan­des JEsu Christi, aus den vier Evangelisten; und von der Zerstöhrung der Stadt Jerusalem. Zweyte Auf­lage. Sorau, zu finden bey E. S. Pittius, Buchbinder. 1802.“, Rückseite vakat; S. 3-104: Kolumnentitel „Episteln und Evangelia.“; S. 104-128: „Die Geschichte vom Leiden und Sterben JEsu Christi, nach den vier Evangelisten.“, Kolumnentitel „Paßions-Geschichte.“; S. 129-140: „Die Geschichte von der Auf­erstehung und Himmelfahrt Christi.“, Kolumnentitel „Auferstehungs-Geschichte.“; S. 141-152: „Die Ge­schichte von der Zerstöhrung der Stadt Jerusalem, wie sie von Josepho, Egesippo, und andern ist be­schrieben worden.“, kleine Schlußvignette

Beschreibung: schwarzer Leinenrücken über 4 Scheinbünden, schwarze Leinenecken, dicke schwarze Papp­deckel, auf dem vorderen Deckel in großen blindgeprägten Typen „G. Linke. /1877.“, Rücken und hinte­rer Deckel sind vakat, Gelbschnitt, dicker rauher rotvioletter Vorsatz, inliegend ein gedrucktes Kärtchen (evtl. ein Konfirmationsspruch): „Du willst dein zukünftiges Schicksal wissen! Wenn du es gut treibst, so kannst du versichert sein, daß es gut ausfällt. Fleiß ist die Hauptsache.“, Buchformat 11,8 x 17,8 cm, Um­fang (68)/1012/(2)/78/152 S.

Geschichte: das Buch ist 1877 neu eingebunden worden, vermutlich als Konfirmationsgeschenk für diesen Gotthilf Link. – Die siebte Auflage 1779 ist komplett digitalisiert, gratis anzuschauen unter visualcollec­tions.ub.uni-mainz.de/drucke18/content/titleinfo/252849. – Lauban (heute poln. Laubań) liegt etwa 25 km östlich von Görlitz. – Im zweiten Band (C-J) von Johann Christoph Adelungs „Fortsetzung und Ergänzungen zu Christian Gottlieb Jöchers allgemeinen Gelehrten-Lexico[!]“ (Leipzig 1787) sind in Spalte 1649f. Vater und Sohn Gude verzeichnet; der Vater: Friedrich Gude (1669-1753): Studium in Leipzig, 1696 Subrector in Lauban, 1701 Diakon in Nieder-Wiese, 1708 Rektor in Lauban, 1709 Pastor an der Kreuz-Kirche in Lauban, 1727 Pastor primarius; der Sohn: Gottlob Friedrich Gude (1701-1756): Studium in Leipzig (Magister 1723), 1726 Katechet und Diaconus adjunctus in Lauban, dort zweiter, dann erster Diakon an der Hauptkirche, schließlich Archidiakon, dann Prediger an der Kreuz-Kirche, wo er 1755 Pastor primarius wurde; nach der Angabe des genauen Todestages, heißt es bei beiden nach einem Komma: „.. und hinterließ:“ – wer nun eine Aufzählung leiblicher Nachkommen, also Söhne und Töchter oder gar schon Enkel erwartet, wird enttäuscht, denn hier handelt es sich um geistige Kinder: was folgt, ist bei beiden eine Bibliographie, in der bei Gottlob Friedrich Gude das Vorwort zum Laubanischen Gesangbuch übrigens fehlt

Provenienz: im August 2017 bei einem Antiquitätenhändler in Görlitz gekauft

Inv.: D.II.Ge.752

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Neu: niedersorbisches Gesangbuch aus dem Jahr 1786

Musikhistorische Sammlung Jehle 01. Oct 2017

Wohleingerichtetes wendisches Gesangbuch, in welchem 442 der geistreichsten Ge­sänge. Nebst einem Neuen Anhange, von 124 der neusten ausgesuchten und erbaulich­sten Lieder zu finden, welche bishero nur geschrieben sind gesungen worden, nun­mehro aber, um mehrerer Uebereinstimmung und Ordnung willen zum Gebrauch bey dem öffentlichen Gottesdienste auf Verlangen dem Druck übergeben. Cottbus, im Kühnischen Verlage zu bekommen, 1786.

Inhalt: Titelblatt-Rückseite: „Die Gesänge nach der Pagina.“; S. 3-556: Kopfvignette, 442 numerierte Lieder ohne Noten; S. 557-714: bis 562 weiternumerierte Lieder ohne Noten; 16 unpag. S.: „Hauptregister des wendischen Gesangbuchs, wie auch der Lieder im neuen Anhange.“, am Ende „Ende“ und Schluß­vignette; 18 unpag. S.: „Rekotare Bàtowañs’tich Bárlynskich spiwarskig Knyglow. Jadño saitschne Bato­wañe“, auf der letzten Seite + 4 nachfolgende unpag. S.: „Rekotare woßebne Bàtowañe wœ [eigentlich e über o] schakich Umstandach.“; 1 unpag. S.: „Modlenne pschi tom Hußeschu a Hobschiknowannu teje Rohlè.“; 1 unpag. S.: „Zerkowañe sa to Żognowañe Żñow.“; 1 unpag. S.: „Modleñe jadneje chorrei Per­soni.“; 2 unpag. S.: „Zerkowañe jadneje tackeje Parschonei kottaruż Bogh saßej wot Choroscżi jo pomo­gal.“ und „Modlene jadnogo Koscheschziana kottariz ße teje Smerschi pschibliża.“; 3 unpag. S.: „Modleñe jadnei Żonskei kotara ßama drugga jo.“ und „Schedno Pschawidlo togo Zuewena [eigentlich e über u] pscheschiwo Bobgu a pscheschiwo ßebe.“; 2 unpag. S. vakat

Beschreibung: Einband vermutlich rund 50 Jahre jünger: gold- und blindgeprägtes schwarzes Leder, beide Deckel von einer opulenten feinziselierten blindgeprägten floralen Komposition um eine Art Wappen­schild eingefaßt, im Wappenschild goldgeprägt „Dein / Lebe[!] lang / habe Gott / vor Augen / und / im Herzen“ (vorn) bzw. eine feinziselierte goldgeprägte Vignette: Kreuz, Bibel oder Gesangbuch, belaubte Zweige (hinten), Rücken feingenarbt, von 3 waagrechten Scheinbünden (an den Kapitalen wiederholt) in 4 leere Fächer geteilt, Gelbschnitt, dünner chamoisfarbener Vorsatz, Format 10,2 x 16,2 cm, Umfang 714/(16)/(32)

Geschichte: Sorbisch, eine westslawische Sprache, früher auch Wendisch genannt, wird vor allem in der Ober und Niederlausitz gesprochen und entsprechend in Obersorbisch und Niedersorbisch geteilt, im Grenzgebiet existieren Übergangsdialekte. Obersorbisch wird in der Oberlausitz gesprochen, also im Gebiet Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda (die Musikhistorische Sammlung Jehle verfügt seit neuestem auch über ein obersorbisches Gesangbuch aus dem Jahr 1854 →Inv.: D.II.Ge.770). Im niedersorbischen Sprachgebiet dagegen leben allenfalls noch ca. 7000 Sprecher: in Cottbus und einigen Dörfern der Umgegend, in der Gegend von Vetschau, Lübbenau und Spremberg; Orts- und Straßenschilder etc. in sind auch der Niederlausitz heute noch zweisprachig, die Sprache kommt im täglichen Gebrauch aber quasi nicht mehr vor. Früher sprach man Niedersorbisch auch in Frankfurt/Oder, Calau, Lübben, Senftenberg, auch in den heute polnischen Gebieten um Sorau, Sommerfeld und Ziebingen, und sogar in Berlin

Provenienz: im September 2017 bei Ebay

Inv.: D.II.Ge.772

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Volker Jehles Bestandsverzeichnis in fünfter Auflage online

Musikhistorische Sammlung Jehle 08. Sep 2017

Seit 2007 ordnet, verzeichnet und inventarisiert Dr. Volker Jehle die Bestände der Musikhistorischen Sammlung Jehle. Das Resultat trägt den etwas opulenten Titel Musikhistorische Sammlung Jehle. Bestandsverzeichnis. Nach Martin Friedrich Jehles Verzeichnis zusammengestellt, korrigiert, ergänzt, mit Vorwort und Register versehen von Volker Jehle. Mitarbeit: Ursula Eppler.

Außer allen Instrumenten nebst Zubehör ist auch die Bibliothek verzeichnet. Die Bibliothek ist deshalb nicht an den internationalen universitären Betrieb incl. Fernleihe angeschlossen, weil sie als Präsenzbibliothek nichts verleiht, außerdem gehören zu den Beständen eben nicht nur Druckwerke (ab dem 16. Jahrhundert), sondern Autographen (von mittelalterlichen Handschriften zu Kompositionen und Briefen etc.), Bild- und Tonmaterial (Gemälde, Fotos, historische Tondokumente etc.), alles ist exakt nach Titel, Inhalt, äußerer Erscheinung und Erhaltung beschrieben, zu einigen Werken werden außerdem Jehles Forschungsergebnisse mitgeteilt.

Das Werk erscheint nicht als Buch, sondern online, und zwar als PDF auf der Website der Musikhistorischen Sammlung Jehle innerhalb der Website der Stadt Albstadt unter http://www.albstadt.de/museen/musikhistorische oder www.sammlungjehle.de bzw. international www.sammlungjehle.com. Man kann online recherchieren oder das Verzeichnis auf den eigenen PC downloaden.

Seit September ist die fünfte, korrigierte und ergänzte Auflage zu haben, ihr Umfang ist wieder um einige hundert auf aktuell 3747 (!) Seiten gewachsen.

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Neu: Hammerklavier von Mahr, Wiesbaden 1789

Musikhistorische Sammlung Jehle 12. May 2017

Hammerklavier von Johann Gottfried Mahr, Wiesbaden, 1789 (Inv.: M.I.Ht.16)

Gehäuse und Beine Nußbaum (teils furniert), Breite 165 cm, Höhe 80 cm, Tiefe 71 cm, 5 Okaven: F-f''', Untertasten Ebenholz, Obertasten Knochen, Prellmechanik mit Einzeldämpfung: die frühe Mahr-Mechanik, die Befilzung der Hämmer ist wohl nachträglich eingebaut worden, evtl. bei der „Restau­rierung“ im Jahr 1909.
In der Front von I bis VI numerierte Knöpfe: 6 Züge, von denen jeweils 2 zusammengehören und im Baß dasselbe bewirken wie im Diskant: durch Ziehen der Knöpfe I und VI hebt sich eine Leiste mit Lederzacken zwischen Hämmer und Saiten – eine Art Moderator; Knöpfe II und IV: bei nicht gezogenen Knöpfen wirkt es, als sei die Dämpfung aufgehoben, bei gezogenen Knöpfen hebt sich die Dämpfung von unten gegen die Saiten; ein Ziehen der Knöpfe III und IIII hebt die Mecha­nik insgesamt an, wobei die Saiten gegen eine stoffbezogene Leiste gedrückt werden sollten (hier fehlen die Leisten und ihre Aufhängung) – der sogenannte Harfen-Zug. Die Knöpfe II, IIII, V und VI sind flach und weiß und vermutlich original, wobei die untere Hälfte von Knopf VI waagrecht abgebrochen ist; die Knöpfe I und III sind gewölbt und braun.
Der im Essay von Michael Günther auf S. 30 gezeigte Kupferstichaufkleber ist verdeckt; man findet ihn, wenn man die Klaviatur herausnimmt, an der Rückwand. Jahreszahl und Nummer sind ausgekratzt, sichtbar ist dagegen auf dem Resonanzboden ein schwarzer Stempel o. Ä., der dasselbe wie der Kupferstichaufkleber zeigt, aber wesentlich gröber ist, und auch hier sind Jahr und Nummer ausgekratzt. Rechts neben dem schwarzen Stempel befindet sich ein aufgeklebter weißer rechteckiger Zettel, darauf mit schwarzer Tusche oder Tinte: „Gebrüder Mahr, Orgel- / und Instrumentenmacher / in Wiesbaden. Ao. 1789“, wobei vor allem die 9 nahezu abgeschürft ist, das Vorhandene kann aber nichts anderes bedeuten.
Auf dem Resonanzboden mit Bleistift: „Josef Walter Singen / renov. Anno 1909“ (genau: „Ano“ mit waagrechtem Verdoppelungsstrich auf dem n). Deckel und Klappe ohne Abstützung, die Bohrungen der ehemaligen Vorrichtung sind leer.
Siehe Michael Günther: Die hochbedeutenden Instrumentenmacher Mahr in Wiesbaden. Neue Erkenntnisse über die Frühzeit des Hammerklaviers. In: Jahrbuch Hochtaunuskreis 2014. Frankfurt 2013, S. 24-31. Demnach gehört unser Instrument zur ersten Bau­art. Instrumente dieser Bauart wurden ausschließlich von Johann Andreas Mahr sen. und seinem Sohn Johann Gottfried Mahr jun. gebaut, und da Johann Andreas sen. 1788 gestorben ist, kann unser Instru­ment nur von Johann Gottfried Mahr jun. stammen – vielleicht zeigt die etwas chaotische Signierung in unserem Instrument die Unsicherheit nach dem Tod des Vaters an.
Nach dem Tod des Bruders Johann Philipp im Jahr 1794 versteht man unter „Gebrüder Mahr“ lediglich noch Johann Gottfried jun. und Johann Andreas jun. – beide signierten ab 1801 alleine, d. h. „Gebrüder Mahr“ existierte lediglich 1788-1801.

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