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70 Jahre Reuterstadt - 70 Jahre Reuter-Museum

Fritz-Reuter-Literaturmuseum 01. Aug 2019

Der 75. Todestag Fritz Reuters am 12. Juli 1949 hatte den äußeren Anlass gegeben: Die Landesregierung verlieh Stavenhagen den Titel "Reuterstadt" und zugleich wurde ein Reuter-Museum gegründet, dem damals sogleich das berühmte Reuter-Porträt von Theodor Schloepke zum Geschenk gemacht wurde.

Grund genug also, zum diesjährigen 145. Todestag Fritz Reuters auch auf Reuterstadt- und Museums- "Geburtstag" zu blicken - und anzustoßen. Zumal wieder ein "Geschenk" ins Haus stand. Der Einladung zum festlichen Empfang am 12. Juli 2019 waren viele Einwohner der Reuterstadt, Vertreter von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Handwerk aus Stavenhagen und dem Landkreis, Reuter-Freunde aus Nah und Fern, ehemalige Mitarbeiter und aktive Museumskollegen aus der Umgebung und auch die Presse gefolgt.Besondere Glückwünsche überbrachte der Bürgermeister der Bergringstadt Teterow.

Den Reden, Glückwünschen und Dankesworten ging nicht allein die Reuterehrung am Denkmal des Dichters durch Stadtpräsidenten Klaus Salewski und die erste Stellvertreterin des Bürgermeisters Berit Neumann voraus, sondern auch eine große, gut besuchte Plattdeutsch-Lesung des Bundes Niederdeutscher Autoren in den Räumen des Museums. Die Bühne für die eigentliche "Geburtstagsfeier" bot der passend geschmückte Museumshof. Prägnant vorgetragene Reden gaben launig Rück- oder Ausblicke. Den Abschluss bildete die Präsentation einer Neuerwerbung des Museums. Mit Unterstützung der Gut Schwichtenberg GmbH & Co KG, der Wohnungsverwaltung GmbH Stavenhagen, der Wärmeversorgung GmbH Stavenhagen, der LKW-Center-Petersen GmbH Stavenhagen und der Reuterstadt war es möglich, eine einzigartige Porträtbüste des Dichters aus einer privaten Sammlung im Rheinland für Stavenhagen zu erwerben.

Musikalisch unterhalten von Saxophonist Holm Heinke ließen viele Gäste den Abend bei anregenden Gesprächen - und in Erwartung der Feierlichkeiten in fünf Jahren - ausklingen.

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Fritz Reuter zu Gast in Tribsees

Fritz-Reuter-Literaturmuseum 06. Jun 2019

Am 19. Mai war das Fritz-Reuter-Literaturmuseum im pommerschen Tribsees präsent, wo anlässlich des Internationalen Museumstages die Sonderausstellung »Fritz Reuter zu Gast in Tribsees« im Heimatmuseum eröffnet wurde, die noch bis Ende Juni gezeigt wird.

Plattdeutsch als lebendiges Kulturerbe stand dabei mit Märchenaufführung und Lesungen im Zentrum. Anknüpfungspunkte für die Zusammenarbeit fanden sich mit zwei Tribseer Persönlichkeiten: dem »pommerschen Reuter« Heinrich Bandelow und Fritz Reuters Mutter, Johanna Oelpke, deren Todestag sich am 19. Mai zum 193. Male jährte.

Neben umfangreichen Leihgaben präsentierte das Stavenhagener Haus mit freundlicher Genehmigung des NDR auch den vom Landesfunkhaus 2010 produzierten Film »Armer Rebell – reicher Poet«.

Bürgermeister Thomas Molkentin überreichte an das Fritz-Reuter-Literaturmuseum ein Geschenk, das Jahrzehnte im Bestand des Heimatmuseums überdauert hat: eine von der Reuter-Kommission zum Reuter-Jubiläum 1960 herausgegebene großformatige Mappe mit den »Ausstellungstafeln« einer damals vielgezeigten Wanderausstellung zu Leben und Werk Fritz Reuters, nach sechzig Jahren selbst Sammlungs- und rezeptionsgeschichtliches Forschungsobjekt.

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So wurden Stavenhagens älteste Stadtbücher gerettet

Fritz-Reuter-Literaturmuseum 29. May 2019

Cornelia Hanke, eine renommierte Buchrestauratorin aus Berlin, hat für Stavenhagen zwei alte Stadt- und Hypothekenbücher restauriert und ihre Arbeit am Internationalen Museumstag im Fritz-Reuter-Literaturmuseum vorgestellt.

Als Cornelia Hanke die ältesten Stadtbücher Stavenhagens übergeben bekam, war der Einband gerissen, waren Seiten lose, die Deckel mit Tesafilm angeklebt. „Mehere Generationen Tesafilm“, sagte die Diplom-Restauratorin. Eine Sicherungsmethode, mit der tatsächlich alles zusammengeblieben sei. Aber Klebstoffe altern, vergilben, verhärten. Im vergangenen Jahr hatte die Berlinerin vom Reutermuseum den Auftrag erhalten, zwei der insgesamt fünf historischen Bücher zu reparieren, also wieder gebrauchsfertig zu machen. Nun sind sie zurück in Stavenhagen. Und Cornelia Hanke traf auf interessierte Besucher, die wissen wollten, wie sie die Stadbücher restauriert hat. Diese sind die Vorläufer der heutigen Grundbücher und wurden 1774 angelegt und bis 1845 genutzt.

Wie es typisch für das 18. Jahrhundert war, seien die Bücher in Pergament eingebunden, einem edlen Material. Das handgeschöpfte Büttenpapier der Blätter sei teils ausgeblichen gewesen, Staub und Schmutz habe sich abgelagert. Zudem seien die Heftfäden zerstört gewesen. Cornelia Hanke hat die Seiten geglättet und die Kanten mit Japan-Papier beklebt, um die Blätter zu verstärken. Sie hat radiert, geschabt, getrennt, glänzende Schichten von Tesa-Rückständen herunter genommen. Die handgestochenen Kapitale, also die Bünde am oberen und unteren Ende des Buchblockes, habe sie im Original erhalten können. Schließlich gehe es um Erhalten und Stabilisieren, nicht ums Erneuern. Alles vorhandene werde gerettet, nichts neu hergestellt. „Restaurierung heißt Bestandserhaltung“, erklärte Cornelia Hanke. Deshalb sei nichts rekonstruiert worden.

Im November habe sie die etwa 600 Seiten dicken Stadtbücher übernommen und sei Anfang Februar mit der Restaurierung fertig gewesen. Pro Buch habe sie etwa nur 40 Stunden gebraucht. Doch wegen der langen Trockenzeiten des Kleisters seien drei Monate daraus geworden. Zurückgebracht hat sie die Bücher in einer Schutzverpackung, in der sie nun aufbewahrt werden und vor klimatischen Schwankungen und sogar vor Feuer geschützt sind.

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