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Fritz Reuter zu Gast in Tribsees

Fritz-Reuter-Literaturmuseum 06. Jun 2019

Am 19. Mai war das Fritz-Reuter-Literaturmuseum im pommerschen Tribsees präsent, wo anlässlich des Internationalen Museumstages die Sonderausstellung »Fritz Reuter zu Gast in Tribsees« im Heimatmuseum eröffnet wurde, die noch bis Ende Juni gezeigt wird.

Plattdeutsch als lebendiges Kulturerbe stand dabei mit Märchenaufführung und Lesungen im Zentrum. Anknüpfungspunkte für die Zusammenarbeit fanden sich mit zwei Tribseer Persönlichkeiten: dem »pommerschen Reuter« Heinrich Bandelow und Fritz Reuters Mutter, Johanna Oelpke, deren Todestag sich am 19. Mai zum 193. Male jährte.

Neben umfangreichen Leihgaben präsentierte das Stavenhagener Haus mit freundlicher Genehmigung des NDR auch den vom Landesfunkhaus 2010 produzierten Film »Armer Rebell – reicher Poet«.

Bürgermeister Thomas Molkentin überreichte an das Fritz-Reuter-Literaturmuseum ein Geschenk, das Jahrzehnte im Bestand des Heimatmuseums überdauert hat: eine von der Reuter-Kommission zum Reuter-Jubiläum 1960 herausgegebene großformatige Mappe mit den »Ausstellungstafeln« einer damals vielgezeigten Wanderausstellung zu Leben und Werk Fritz Reuters, nach sechzig Jahren selbst Sammlungs- und rezeptionsgeschichtliches Forschungsobjekt.

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So wurden Stavenhagens älteste Stadtbücher gerettet

Fritz-Reuter-Literaturmuseum 29. May 2019

Cornelia Hanke, eine renommierte Buchrestauratorin aus Berlin, hat für Stavenhagen zwei alte Stadt- und Hypothekenbücher restauriert und ihre Arbeit am Internationalen Museumstag im Fritz-Reuter-Literaturmuseum vorgestellt.

Als Cornelia Hanke die ältesten Stadtbücher Stavenhagens übergeben bekam, war der Einband gerissen, waren Seiten lose, die Deckel mit Tesafilm angeklebt. „Mehere Generationen Tesafilm“, sagte die Diplom-Restauratorin. Eine Sicherungsmethode, mit der tatsächlich alles zusammengeblieben sei. Aber Klebstoffe altern, vergilben, verhärten. Im vergangenen Jahr hatte die Berlinerin vom Reutermuseum den Auftrag erhalten, zwei der insgesamt fünf historischen Bücher zu reparieren, also wieder gebrauchsfertig zu machen. Nun sind sie zurück in Stavenhagen. Und Cornelia Hanke traf auf interessierte Besucher, die wissen wollten, wie sie die Stadbücher restauriert hat. Diese sind die Vorläufer der heutigen Grundbücher und wurden 1774 angelegt und bis 1845 genutzt.

Wie es typisch für das 18. Jahrhundert war, seien die Bücher in Pergament eingebunden, einem edlen Material. Das handgeschöpfte Büttenpapier der Blätter sei teils ausgeblichen gewesen, Staub und Schmutz habe sich abgelagert. Zudem seien die Heftfäden zerstört gewesen. Cornelia Hanke hat die Seiten geglättet und die Kanten mit Japan-Papier beklebt, um die Blätter zu verstärken. Sie hat radiert, geschabt, getrennt, glänzende Schichten von Tesa-Rückständen herunter genommen. Die handgestochenen Kapitale, also die Bünde am oberen und unteren Ende des Buchblockes, habe sie im Original erhalten können. Schließlich gehe es um Erhalten und Stabilisieren, nicht ums Erneuern. Alles vorhandene werde gerettet, nichts neu hergestellt. „Restaurierung heißt Bestandserhaltung“, erklärte Cornelia Hanke. Deshalb sei nichts rekonstruiert worden.

Im November habe sie die etwa 600 Seiten dicken Stadtbücher übernommen und sei Anfang Februar mit der Restaurierung fertig gewesen. Pro Buch habe sie etwa nur 40 Stunden gebraucht. Doch wegen der langen Trockenzeiten des Kleisters seien drei Monate daraus geworden. Zurückgebracht hat sie die Bücher in einer Schutzverpackung, in der sie nun aufbewahrt werden und vor klimatischen Schwankungen und sogar vor Feuer geschützt sind.

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Reuter postalisch - Philatelistische Reuter-Sammlung von Dieter Wegner eröffnet

Fritz-Reuter-Literaturmuseum 19. May 2019

Ganz profan ausgedrückt sind es Quittungen für gezahltes Briefporto, die im Fritz-Reuter-Literaturmuseum ausgestellt werden ... Genauere Betrachtung erschließt dem Besucher aber auch in der neuen Sonderausstellung einen Sammler-Kosmos.

Dieter Wegner, lebt jetzt in Graal-Müritz, ist aber eng mit der Region um den Kummerower See verbunden. Der leidenschaftliche Philatelist und Leiter der Tauschgruppe Graal-Müritz präsentiert mit Unterstützung des Rostocker Sammlervereins Hansephil e. V. seine philatelistische Fritz-Reuter-Sammlung in Stavenhagen. Viele Schätze und viele Geschichten, vor allem aber eine einzigartige Art, sich Leben, Werk und Würdigung Reuters zu nähern! Zur Ausstellungseröffnung war den philatelistischen Kostbarkeiten, Wegners unterhaltsamen Einführungsvortrag und der gemeinsam mit seiner Frau gebotenen kleinen Reuter-Lesung die Aufmerksamkeit des Stavenhagener Publikums sicher.

Die Sonderausstellung ist noch bis zum 10. Juni täglich von 10 bis 17 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

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Grundlagenwerk zur jüdischen Geschichte vorgestellt

Fritz-Reuter-Literaturmuseum 23. Apr 2019

Reges Interesse erfreute sich am 10. April die Präsentation des neuen kikut-Heftes, das als Sonderheft der jüdischen Geschichte Stavenhagens gewidmet ist. Zu ungewohnter Stunde am späten Nachmittag waren viele Interessierte aus Stavenhagen, Teterow, Malchin und aus der näheren Umgebung der Einladung des Museums gefolgt, darunter zahlreiche Repräsentanten von Stadtvertretung und Stadtverwaltung, auch Lehrer und Schüler der Reuterstädter Gesamtschule.

Kikut steht im Besonderen für plattdütsche Literatur un för Nahrichten ut de Reuterstadt. Und ganz allgemein für Ausschau und Umschau. Das ist der Anspruch, der auch mit dem neuen Themenheft eingelöst wird, das wegen seines Formats etwas aus dem Rahmen fällt; mit gutem Grund übrigens.

Zu den Sonder- bzw. Themenheften des kikut gesellt sich nun Michael Häckers Beitrag zur jüdischen Geschichte Stavenhagens. In  mehrfacher Hinsicht besonders, ist die Arbeit die erste größere und umfassende Veröffentlichung zu diesem wichtigen Teil der Geschichte Stavenhagens. Sie geht dabei weit über die großen Linien hinaus. Die zurückhaltende Betitelung soll aber auch deutlich machen, daß  mit dieser Veröffentlichung ein Anfang gemacht ist, dem noch umfänglichere Arbeiten und Spezialuntersuchungen folgen sollen.

Das erloschene jüdische Leben in Stavenhagen bleibt beispielsweise in Reuters Werken sichtbar und erfährt Wahrnehmung vor allem in der Begegnung und Auseinandersetzung von Einwohnern und Gästen Stavenhagens - darunter viele Schüler - mit diesem Teil unser Geschichte. Die so glücklich wiedererstandene Synagoge setzt ein besonderes, weithin wirksames Zeichen. Zur Eröffnung im Juni 2017 entstand in Zusammenarbeit des Vereins Alte Synagoge e.V. und des Fritz-Reuter-Literaturmuseums eine in der Synagoge dauerhaft gezeigte Ausstellung. Sie war Anlaß für diese Veröffentlichung. Ursprünglich als Begleitheft bzw. Katalog angelegt, ist daraus ein Kompendium entstanden, das grundlegende Informationen zu Anfängen, Entwicklung, Struktur, Alltag und der beklemmenden Zerstörung jüdischen Lebens in Stavenhagen und Mecklenburg liefert. Dabei bekommen einstige Bewohner, ja, Mitbürger dieser Stadt Namen und Gesicht, werden in Erinnerung gerufen. Zugleich wird uns vor Augen geführt, wie anfällig das gewachsene Miteinander war.

Besonderes Anliegen der engagierten Mitglieder des Verein Alte Synagoge e.V., des Fritz-Reuter-Literaturmuseums und insbesondere des Verfassers und Bearbeiters Michael Häcker war es, daß mit dieser Publikation eine Vielzahl von Quellen und Dokumenten aufbereitet und vorgelegt wird, zusammengetragen aus Archiven und Privatbesitz. Der weitaus größte Teil wird in den Sammlungen des Museums und hier ganz überwiegend in den Beständen des Historischen Stadtarchivs bewahrt. Im Heft sind die Originaldokumente (z.B. Briefe, Aktenmaterial, Zeitungsausschnitte) meist lesbar bildlich wiedergegeben, durch die jeweilige Signatur gekennzeichnet und - zum besseren Verständnis und als Grundlage für die erhoffte Auseinandersetzung - auch in transkribierter Form wiedergegeben.

So ist dieses Heft auch als Arbeitsmaterial für die Schüler der Reuterstädter Gesamtschule gedacht. Ein Klassensatz wurde von Schulleiter Lutz Trautmann gleich in Besitz genommen; erste Projektideen sind schon im Gespräch.

Für seine Arbeit gebührt Museumsmitarbeiter Michael Häcker, der in Fachkreisen bereits hohes Lob erhielt, Dank und Anerkennung. Viel Applaus bekam er auch für seinen Vortrag "Zur Bedeutung der jüdischen Gemeinde für die Entwicklung der Stadt Stavenhagen". Mit kaum bekannten Details, Namen und Zahlen stellte er grundlegende Forschungsergebnisse zur "Stadtwerdung" Stavenhagens im späten 18. und 19. Jahrhundert vor, die noch über die "frische" Publikation hinausgingen und unbedingt veröffentlicht werden sollen.

Das kikut-Sonderheft "Zur jüdischen Geschichte der Reuterstadt Stavenhagen" (84 Seiten, Großformat, ISBN 3-910030-15-7) ist für 9 Euro im Fritz-Reuter-Literaturmuseum erhältlich.

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