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„Seefalke“ restauriert und mit Hörstationen wieder eröffnet

Deutsches Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven 27. Jul 2015

In den letzten Wochen wurden Masten, Schornstein und Brückenfrontschott des Hochseeschleppers „Seefalke“ entrostet und konserviert. Möglich wurde dies durch Spenden von der Bugsier-, Reederei- und Bergungsgesellschaft mbH & Co. KG sowie von den Firmen Kaib Gerüstbau und Imparat Farbwerk Iversen & Mähl GmbH & Co. KG. Eine neue Heizungsanlage stiftete zudem der Förderverein des Deutschen Schiffahrtsmuseums (DSM). Zurück an Bord sind wieder die Funker des Deutschen Amateur-Radio Club e.V., Ortsgruppe Bremerhaven. Neu installiert sind Hörstationen zur Geschichte des Schiffes, unterstützt von der Kulturförderung Bremerhaven des Senators für Wirtschaft und Häfen. Jetzt wird der Hochseeschlepper für Besucherinnen und Besucher wieder eröffnet.

 

Der knapp 56 Meter lange und zehn Meter breite Hochseeschlepper „Seefalke“ von 1924 fuhr einst für die Hamburger Reederei W. Schuchmann. Im Zweiten Weltkrieg stand er im Dienst der Kriegsmarine und wurde 1945 bei einem Bombenangriff im Kieler Hafen versenkt. Die Reederei versteckte das Schiff vor den  Alliierten: Sie hob die „Seefalke“ bei Nacht und Nebel und versenkte es erneut an einer geheimen Stelle in der Kieler Förde. Erst drei Jahre später holte sie das Schiff zurück an die Oberfläche und setzte es mit hohem finanziellen Aufwand wieder instand. Danach fuhr die „Seefalke“ noch 20 weitere Jahre als Bergungs- und Schiffsüberführungsschlepper für die Reederei. Diese und 14 weitere Geschichten erfahren Besucherinnen und Besucher beim neuen Audiorundgang über die „Seefalke“.

 

Hajo Schuchmann von der Bugsier-, Reederei- und Bergungsgesellschaft mbH & Co. KG, kennt die Historie des Schiffes nur allzu genau. „Es ist mir deshalb wirklich ein Bedürfnis, die „Seefalke“ als Museumsschiff zu erhalten“, erklärt er sein Engagement für die jetzigen Restaurierungsarbeiten an dem Hochseeschlepper. Als Spender konnte er auch die Firmen Kaib Gerüstbau und Imparat Farbwerk Iversen & Mähl GmbH & Co. KG gewinnen, die für die Einrüstung der Masten und des Schornsteins sowie für einen neuen Farbanstrich sorgten. Konrad Otten, Kaufmännischer Geschäftsführer des DSM, freut sich sehr über das Engagement der Sponsoren. „Damit konnten wir jetzt die seit langem notwendigen Reparaturen auf der „Seefalke“ durchführen“, sagt er. Die Arbeiten seien zum jetzigen Zeitpunkt nahezu ausgeführt. „Die Restaurierung der Kapitänskajüte und der Brücke sowie kleinere Ausbesserungsarbeiten sind noch in Arbeit, werden aber demnächst fertiggestellt.“

 

Mit dem Audioguide das Schiff entdecken

Die „Seefalke“ hat viel zu erzählen. Das findet auch Prof. Dr. Sunhild Kleingärtner, Geschäftsführende Direktorin des DSM und Professorin für Schifffahrtsgeschichte und Maritime Archäologie an der Universität Bremen. Im Wintersemester 2014/2015 lud sie sieben Studentinnen des Masterstudiengangs „Museum und Ausstellung“ an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg ins DSM ein und entwickelte mit ihnen und der Unterstützung durch das DSM-Team im Rahmen ihres Praxissemesters 15 Hörstationen für den Hochseeschlepper. Die Hörgeschichten sind das Ergebnis von Zeitzeugeninterviews und Recherche im DSM-Archiv und -Bibliothek zu technischen Plänen und Berichten über das Schiff. Sunhild Kleingärtner initiierte das Projekt im Rahmen der Neukonzeption des Museums und freut sich, dass es mit der Unterstützung durch die Kulturförderung Bremerhaven umgesetzt werden konnte. „Unser Museumshafen soll mit Geschichten gefüllt und noch attraktiver werden. Mit der „Seefalke“ machen wir den Anfang“, sagt sie und ergänzt: „Die Besucher können jetzt auf dem Schiff mit ihrem eigenen Smartphone an prägnanten Punkten QR-Codes scannen und so unterschiedliche Eindrücke über das Leben an Bord abrufen und nachempfinden.“

 

Audiospuren auf www.museum.de

Die Bereitstellung des Audioguides erfolgt über die Webseite museum.de. Hier können die 15 Hörstationen ab sofort über drei Möglichkeiten abgerufen werden: Per QR-Code-Reader, der im App Store oder Google Play Store auf das eigene Smartphone oder Tablet kostenfrei heruntergeladen werden kann. Per Eingabe im Internet unter: www.museum.de/audioguide/47 und Angabe der Station a bis o. Und demnächst per museum.de-App, die im App Store oder Google Play Store ebenfalls kostenfrei auf das eigene Smartphone und Tablet heruntergeladen werden kann. Weiterhin geplant ist das Abrufen der Audios über so genannte iBeacons: "Wenn Besucherinnen und Besucher die Bluetooth-Funktion ihres Smartphones aktiviert haben, öffnet sich automatisch die Tonspur zur jeweiligen Hörstation auf der „Seefalke“. Voraussetzung dafür ist die museum.de-App. Alle Hörstationen sind auch nachlesbar unter: museum.de/de/audioguides.

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