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Ausstellung „Am Samstag vor Martini 1419…“ - 600 Jahre Gnadenbild in Neukirchen b. Hl. Blut

Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut 18. Jul 2019

 

„Am Samstag vor Martini 1419…“ - 600 Jahre Gnadenbild in Neukirchen b. Hl. Blut

 

Ausstellung im Wallfahrtsmuseum

 

Das Gnadenbild der Wallfahrt Neukirchen b. Hl. Blut, eine geschnitzte und gefasste Marienfigur, stammt nach der gängigen Legendenfassung aus Loučim/Lautschim in Böhmen, gut 20 Kilometer von Neukirchen entfernt. Das Jubiläumsdatum 1419 wird aus der Loučimer Legenden-Version abgeleitet. In einem „Notandum“  im „Liber memorabilium“ in Loučim/Lautschim ist unter 1772 eingetragen, dass das  Neukirchener Gnadenbild früher in Loučim verehrt worden sei. Es stand in der Kirche von Loučim und sei während der Hussitenkriege entfernt und nach Neukirchen gebracht worden sein: „Frau Susanna Halada begab sich nun im Verein mit mehreren Personen auf die Suche, um einen geeigneten Platz zu finden. Sie suchten lange, bis sie auf bayerischem Boden eine alte hohle Linde entdeckten, die ihnen zu einem Versteck als geeignet erschien. Am Samstag vor Martini 1419 wurde vor der Mutter Gottes der letzte Gottesdienst gehalten.“

 

Mitte des 15. Jahrhunderts entdeckt ein Hussit diese Marienfigur in Neukirchen. Er wirft sie in den nahegelegenen Brunnen, sie kehrt jedoch auf ihren Platz zurück. Schließlich versucht der Hussit, die hölzerne Marienfigur mit seinem Säbel zu zerschlagen. Er spaltet das Haupt, aus der Wunde fließt Blut. Der Hussit will fliehen, das Pferd bewegt sich jedoch nicht von der Stelle; der Hussit wird bekehrt. Auch der „Übeltäter“ kam also aus Böhmen. Dass er ein Hussit gewesen sei, wird erst verspätet in die Legendentradierung aufgenommen. Nach einem Bericht von 1590 war es „ein gottloser Beheim“, 1611 „ain Böham, wellicher sich im Marckht bezecht hat“ . Roman Sigl bezeichnet ihn 1640 als „Kötzerische[n] gar vollgetrunckne[n] Böhamb“, und besonders ausdrucksstark wird er im Neukirchener Mirakelbuch von 1671 beschrieben: „ein gottloser Mensch, seiner Nation ein Böhamb, seines Irrthumbs ein Hussit, seiner Sitten ein Barbar und seiner Aigenschafften ein Bößwicht“. 1751 kommen Beruf und Herkunftsort hinzu: „ein gewisser Baurs-Mann, gebürtig in Böheim, aus der Pfarr Ransperg von dem Dorff Wottawa, seines Irr-Glaubens ein Ketzerischer Hußit“. Etwa ein Jahrhundert später ist die Rede vom „Dorfrichter“ in Wottawa. Die Verletzung durch den Säbelhieb und das Blutwunder in Neukirchen b. Hl. Blut wurden schnell bekannt und die Wallfahrt besaß von Beginn an große Anziehungskraft.

 

Die Ausstellung im Wallfahrtsmuseum präsentiert Fotografien mit verschiedenen Darstellungen des Gnadenbildes in der Wallfahrtskirche: das Original, bekleidet und bekrönt, Gemälde an der Orgelempore und an den Oratorien, Darstellungen auf Leinwandgemälden, auf Stuhltäfelchen und Votivkerzen. Aufgenommen wurden aber auch weitere Darstellungen im Umfeld der Kirche und im Ort, etwa als Wandgemälde, als Hausnischen- oder Brunnenfigur. Ausgestellt sind außerdem die Jubiläumsfahne von 1952 mit der aufgestickten Darstellung des Gnadenbildes, Skulpturen, Wallfahrtsmedaillen, Andachtsbildchen und Bücher. Eine Zusammenstellung verweist auf die vielen Gnadenbild-Darstellungen in der ständigen Ausstellung des Wallfahrtsmuseums.

 

Ausstellungsdauer: 20. Juli bis 22. September 2019.

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Andachtsbildchen und Andenken von Wallfahrtsstätten in Böhmen

Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut 24. Aug 2018

 

Neue Ausstellung im Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut:
„Im Gnadenorte hab ich an dich gedacht…“ – Andachtsbildchen und Andenken von Wallfahrtsstätten in Böhmen.
„Im Gnadenorte hab ich an dich gedacht Und dir dieses Andenken mitgebracht“, ist auf der Rückseite eines gedruckten Andachtsbildchens aus dem nordböhmischen Wallfahrtsort Mariaschein (Bohosudov) zu lesen. Die neue Ausstellung präsentiert Exponate zu fast 40 Wallfahrtsstätten im benachbarten Böhmen. Vorgestellt werden berühmte Wallfahrten wie die zur Příbramer Muttergottes, zum Hl. Nepomuk oder zum Prager Jesulein, aber auch weniger bekannte Pilgerziele. Es werden fast 300 Andachtsbildchen sowie Holz-Skulpturen, Porzellanfiguren, Souvenirs und Andenken wie Tassen oder Klappbildchen zum Aufstellen gezeigt. Eine besondere Rarität sind die ausgestellten Stempel zum Prägen von Wallfahrtsmedaillen. Alle Ausstellungsobjekte entstammen einer umfangreichen Spezialsammlung, die dem Wallfahrtsmuseum von privat überlassen wurde.
Die meisten Wallfahrten in Böhmen entstanden im Zuge der Rekatholisierung in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Vor allem die Marienverehrung nahm einen großen Aufschwung. Eine Hochblüte erlebte das Wallfahrtswesen in Böhmen von der Barockzeit an bis weit ins 18. Jahrhundert hinein. Immer wieder aber wurden die Wallfahrten durch religiöse Auseinandersetzungen und hemmende Einflüsse der staatlichen Obrigkeit eingeschränkt. Bereits die beginnende Entwicklung der böhmischen Wallfahrten wurde durch die Hussitenbewegung im 15. Jahrhundert unterbrochen. Einen entscheidenden Rückschlag erlitt das Wallfahrtswesen durch die massiven Restriktionen von Kaiser Joseph II., der Ende des 18. Jahrhunderts mit staatlichen Verboten gegen die Wallfahrten vorging. Weitere Einschränkungen brachten der Zweite Weltkrieg und danach der Druck gegen die katholische Kirche, der ein öffentliches kirchliches Leben und damit auch Wallfahrten weitgehend zum Erliegen brachte. Seit der neuen Religionsfreiheit 1989 erholt sich das Wallfahrtswesen wieder.
Die Ausstellung kann bis Mai 2019 im Wallfahrtsmuseum besichtigt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Schenkung 221 Weihwasserkesselchen

Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut 14. Aug 2018

 

Schenkung für das Wallfahrtsmuseum
221 Weihwasserkesselchen überließ eine Gönnerin aus Baden-Württemberg dem Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut. Jahrzehntelang hatte sie sie gesammelt, auf Flohmärkten entdeckt oder von Reisen mitgebracht. Die meisten der Weihbrunnkesserl sind aus Porzellan bzw. Biskuitporzellan und sie sind mit verschiedensten Motiven verziert, mal vollplastisch, mal als Relief, mal aufgedruckt. Gängige Darstellungen sind Marienfiguren, Christus am Kreuz, Herz Jesu und Herz Mariä, die Heilige Familie, die Heilige Dreifaltigkeit oder Schutzengel. In der Sammlung finden sich aber auch eher seltene Darstellungen wie die Geburt Christi, das Prager Jesulein oder Kinderfiguren. Das Weihbrunnkesserl hing in den ländlichen Anwesen neben der Stubentür und beim Verlassen der Stube bekreuzigte man sich mit dem wasserbenetzten Finger. Oftmals hing über dem Kesselchen ein Armenseelentaferl, das man dann ebenfalls kurz bespritzte, um zur Entsühnung der Armen Seelen im Fegfeuer beizutragen. Die Weihbrunnkesselchen sind jedenfalls eine sehenswerte Bereicherung für das Museum. Zuerst aber müssen sie einzeln erfasst, nummeriert, vermessen, fotografiert und beschrieben werden. In naher Zukunft soll damit eine eindrucksvolle Sonderausstellung präsentiert werden.

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Schatzsuche für Kids

Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut 24. Nov 2016
Drachenmädchen Fanny und Räuberbub Beppi sind die neuen Maskottchen der Tourismusregion Hohenbogenwinkel. Beppi berichtet von einer alten Sage, die erzählt, dass tief unter dem Gipfel des Hohenbogen ein riesiger Kupferkessel voller Gold liegt. Nur alle hundert Jahre wird jemand geboren, der diesen Schatz heben kann. Fanny aber vermutet, der Schatz könnte mittlerweile vielleicht im Wallfahrtsmuseum versteckt sein. Ausgestattet mit Piratenhut, Lineal, Schreibstift und Fragebogen kann man bei der Suche helfen. Als Belohnung für die Lösung des Rätsels darf der Deckel der Schatztruhe geöffnet werden... read more...
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