Station: [33] Die Kirche des Heiligen Laurentius: ein Kleinod in unserem Ort


Die Kirche des Heiligen Laurentius: ein Kleinod in unserem Ort

Unsere Kirche steht auf einem Gelände über dem heutigen Straßenniveau. Man nimmt an, dass es sich dabei um einen ehemaligen Burgbezirk mit Herrenhaus, Kirche und Kellerbau handelt, der von einem Wassergraben umgeben war. Dieser Bereich im Zentrum des Ortes diente in kriegerischen Zeiten als Zufluchtsort.

Der Kirchturm war ursprünglich ein gedrungener Wehrturm, der – ebenso wie das Langhaus – in der Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet wurde.

1485 beauftragte Hans der Dritte von Rodenstein, der berühmte „Junker Hans“, den Baumeister Konrad von Mosbach, den Wehrturm aufzustocken und die Kirche aufwändig auszubauen.

Eine weitere Veränderung erfuhr die Kirche 1722 bis 23. Der bisher niedrigere Bogen des Chores wurde abgebrochen und anschließend bis zur Höhe des Langhauses mit einem Sterngewölbe erhöht. Der ehemalige Schlussstein, der einen Engel mit dem Rodensteinwappen zeigt, wurde in die Wand der Turmhalle eingemauert.

Das Langhaus war die Grabeskirche der Ritter von Rodenstein, deren Denkmäler noch heute im Inneren der Kirche stehen. Sie gelten als hervorragende Beispiele spätgotischer Bildhauerkunst. Auch das durch die Rodensteinsage weithin bekannte Denkmal des „Junker Hans“ ist hier zu sehen.

Vor der Reformation war die Kirche dem Heiligen Laurentius geweiht. Die Rodensteiner, als Patronatsherren der Kirche, weigerten sich lange, der Reformation zu folgen. Hierüber gab es heftige Auseinandersetzungen mit dem Landgrafen von Hessen. Der erste lutherische Pfarrer predigte 1579 in der Kirche unter der Herrschaft von Philipp dem Dritten von Rodenstein.

 

Text: Erika Schäfer, © Rodensteinmuseum
Abbildung: Kirchenschiff und Chorraum.  Fotos © Bernd Sykora, Fränkisch-Crumbach, mit freundlicher Erlaubnis