Station: [5] ABGEBROCHEN: Pieter Francis Peters, Künstler, erinnert sich an seinen Besuch in Villingen


Was mich nach Villingen geführt hat? Ach, ich kam schon als junger Mann nach Deutschland. Hab' hier die Heinrike kennengelernt, meine Frau. Sie malt übrigens auch, ebenso wie unsere Töchter. Man könnte sagen, in unserer Familie bekam man den Pinsel gleich mit in die Wiege gelegt. Na, jedenfalls zogen wir später nach Stuttgart, in ein schönes Atelier im Alten Schloss… hoch, hell, mit viel Platz. Ja, und so kam es, dass die Olga – verzeihen Sie, ich meine natürlich Ihre königliche Hoheit – meine Bilder sah und mich als Reisebegleiter engagierte. Das kam mir sehr gelegen. Ich bin dann viel unterwegs gewesen und habe gemalt, habe dabei immer versucht, Stimmung und Atmosphäre einzufangen … Nun, und so war ich eines Tages mal wieder auf der Durchreise nach Stuttgart. Da passierte ein Missgeschick: Kurz vor Villingen brach die Wagenachse. Während der Wagen repariert wurde, vertrieb ich mir die Zeit mit einem Rundgang durch die Stadt. Und ich muss sagen, dass mir Villingen gut gefiel. Mit seinen breiten Straßen und den freundlichen Häuserfronten erinnerte es mich ein wenig an Nijmegen, meine Heimatstadt. Das Vorzeichen des Münsters stach mir gleich ins Auge – so hübsch, so pittoresk, mit einem Dach wie eine holländische Tulpenzwiebel. Es wirkte schon damals wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Später hörte ich, dass es bald darauf abgebrochen wurde. Schade, eigentlich.

Foto: Franziskanermuseum