In Seebruck am Chiemsee verortet, vermittelt das Römermuseum Bedaium die archäologische Geschichte der Region vom Prähistorischen bis ins Frühmittelalter. Träger des Hauses ist die Gemeinde Seeon-Seebruck; die Dauerausstellung umfasst etwa 500 Exponate. Im Jahr 2023 besuchten das Museum 7.200 Menschen.
Geöffnet wurde das Museum am 15. Oktober 1988. Seine Entstehung geht auf die Initiative des 1979 gegründeten Heimat- und Geschichtsvereins Bedaium zurück, der lokale Funde zusammenführte und der Präsentation regionale Bedeutung verlieh.
Der Name Bedaium weist auf eine Besiedlung am Ausfluss der Alz aus dem Chiemsee seit etwa 1 n. Chr. Hinzu kam um 300 n. Chr. ein Kastell; Reste dieses spätantiken Kastells wurden 1843 bei Baumaßnahmen am Kirchturm von Seebruck aufgedeckt. In der Umgebung finden sich Zeugnisse einer durchgehenden Besiedlung über rund 4.000 Jahre.
Die Ausstellung wurde mit Unterstützung der Prähistorischen Staatssammlung in München eingerichtet. Gezeigt werden unter anderem Funde aus der Vorgeschichte, Materialien zur norisch-keltischen Dorfgemeinschaft und zur römischen Benefiziarierstation sowie Objekte zur Besiedlung durch die Bajuwaren. Ein Abschnitt der Kastellmauer ist am Museumsstandort sichtbar. Vom Museum aus beginnt und endet ein rund 27 km langer archäologischer Rundweg (Eröffnung 1998), der zu zahlreichen Stationen führt, etwa Gräberfeldern von Bedaium, einem keltischen Gehöft in Stöffling, der Keltenschanze bei Truchtlaching, einer Fluchtburg an der Alz, Grabhügeln und Gräberfeldern bei Ischl, dem Hortfund von Heimhilgen, der Römerstraße bei Seebruck sowie zu römischen Siedlungsbefunden und Gebäuderesten.