Römermuseum Homburg-Schwarzenacker

Homburger Str 38, 66424 Homburg, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Homburger Str 38
PLZ/Ort
66424 Homburg
Land
Deutschland
Telefon
06848/730777
Fax
06848/730774

Web
http://www.roemermuseum-schwarzenacker.de/
E-Mail
info@roemermuseum-schwarzenacker.de


Weitere Öffnungszeiten
April bis Oktober:
täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr
Samstag und Sonntag: Von 12:30 bis 13:00 geschlossen

Gästeführung sonntags 15.00 Uhr

November / Februar / März:
täglich von 10.00 bis 16.00 Uhr (Rosenmontag geschlossen)
Samstag, Sonn- und Feiertage: Von 12:30 bis 13:00 geschlossen

Dezember und Januar geschlossen.
Eintritt
Erwachsene 5,00 € (8,00€)
Gruppen ab 10 Personen 4,50€
Schüler, Studenten, Rentner, Auszubildende mit Ausweis 3,00 € (5,00€)
Gruppen ab 10 Personen 2,50€

Familienticket 11,00€ (20,00€)
Gruppenführung (zzgl. Eintritt) 30,00€

Sonntagsführung (Familien) 14,00€ (25,00€)
Sonntagsführung (Erwachsene) 6,00€ (10,00€)
Sonntagsführung (Schüler) 4,00€ (6,00€)

( ) Preise für ein Kombiticket mit den Schlossberghöhlen der Stadt Homburg


































Beschreibung

Das Freilichtmuseum mit seinen anschaulichen Rekonstruktionen einer 2000 Jahre alten Römerstadt vermittelt einen Eindruck über Strukturen, Organisation und Alltagsleben in einer gallo-römischen Kleinstadt. Dieser Einblick wird durch die ausgestellten römerzeitlichen Funde zu den Themenbereichen römische Frauen sowie Handel und Handwerk abgerundet. Ebenfalls im barocken Edelhaus ist eine Ausstellung der Pfalz-Zweibrücker Malergruppe aus dem 18. Jahrhhundert zu besichtigen.

Schwarzenacker im Jahre 51 v.Chr.: Gallia victa est – der gallische Krieg ist beendet. Während der nun folgenden, langwierigen Phase der Befriedung und Romanisierung entwickelte sich bereits zur Regierungszeit Kaiser Augustus´ im ehemaligen Gebiet der Mediomatriker aus einer keltischen Siedlung ein römischer Etappenort. Nicht nur aufgrund der verkehrsgünstigen Lage südlich des Kreuzungspunktes zweier Fernstraßen, sondern auch durch die Vorzüge der Siedlungskammer begünstigt, erblühte der ca. 25 ha große Vicus bereits in der ersten Hälfte des 1. Jh. n. Chr. zu einem regionalen Handelszentrum. Und das sollte auch für lange Zeit so bleiben. Genau genommen bis zur Zeit der Germaneneinfälle (275/76 n. Chr.), in der die blühende römische Kleinstadt in Flammen und Rauch aufging. Das wirtschaftliche Leben im römischen Schwarzenacker kam trotz partieller Nachbesiedlung nahezu zum Erliegen. Schwarzenacker fiel in einen Dornröschenschlaf – bis Mönche des nahe gelegenen Klosters Wörschweiler  im Zuge der Urbarmachung dieser Flur auf die Überreste der zerstörten Siedlung stießen.

Das römische Schwarzenacker bot ein bewegtes Stadtbild, das von reger Emsigkeit geprägt gewesen sein dürfte. Gab es doch Schmiede, Bäcker, Wirte, Schreiner, Töpfer, Maler, Schuster – alle Arten von Handwerkern, die die römische Kleinstadt bevölkerten und Handel trieben. Und auch Luxusgüter gelangten auf dem Landweg oder auf Binnenschiffen aus weit entfernten Regionen in den kleinen Ort an der Blies. Alltagsgegenstände wurden hergestellt, Lebensmittel verarbeitet, religiöse Kulte  ausgeübt. Das Leben pulsierte nicht nur auf den Straßen, die rechtwinklig aufeinander trafen und von seitlichen Kanälen flankiert wurden. Auch  hinter den Fassaden der Streifenhäuser herrschte reger Betrieb. Hier wurden Dinge des alltäglichen Bedarfs hergestellt und im Anschluss auf den überdachten Bürgersteig, die Portikus, hinaus verkauft. Mehl wurde in einer Mühle an einer Straßenkreuzung gemahlen und in der benachbarten Bäckerei zu Brot weiterverarbeitet. Bei so viel Betriebsamkeit blieb es nicht aus, dass sich an dieser Straßenkreuzung der Wirt einer Taberna einen Standortvorteil versprach. Mit zwei Eingängen versehen war dieser Ort der „Einkehr“ eine wahre Goldgrube. Und die unmittelbare Nähe der Mansio – eines Gebäudes auf der gegenüberliegenden Straßenseite, wo Durchreisende Quartier beziehen konnten – war dem cleveren Gastronomen sicherlich nicht unrecht.

Nicht weit entfernt wohnte und arbeitete ein ebenfalls nicht ganz unvermögender Gallo-Römer – Sextus Ajacius Launus. Sein Rezeptstempel weist ihn als Augenarzt aus, eine Fußboden- mit kombinierter Wandheizung sowie Wandmalereien als besserverdienenden Könner seines Faches.

Und so gibt kaum ein Haus in Schwarzenacker, das keine atemberaubenden Funde aufweisen kann. So auch das Säulenkellerhaus, das mit seinen vergitterten Fenstern den Charakter eines administrativen Gebäudes trägt und, in dessen mystisch anmutenden Keller abgesehen von den namensgebenden Säulenfragmenten auch mehrere bronzene Götterfigürchen von außergewöhnlicher Qualität gefunden wurden.

 

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