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Deuerling

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Kontakt
Gemeinde Deuerling
Straße
Jacobstraße 9
Ort
93164 Laaber
Land
Deutschland
Telefon
09498 9401-0
Web
https://www.gemeinde-deuerling.de
E-Mail
vg.laaber@vg-laaber.de
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Über uns

Unsere Sehenswürdigkeiten

Die Gemeinde Deuerling liegt in Bayern im Regierungsbezirk Oberpfalz, gehört zum Landkreis Regensburg und ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Laaber.

  • Einwohner mit Haupt- bzw. einzigem Wohnsitz: 1.996
  • Gesamtfläche: 7,13 km²

Die Geschichte von Deuerling

Deuerling wurde spätestens an der Wende vom 6. zum 7. Jahrhundert am linken Laberufer von einem Franken namens Tiurlio (oder ähnlich) im Auftrag des baiuvarischen Herzogs, der in Regensburg herrschte, gegründet. Bewiesen wird das durch die „ing“ - Endung (1. schriftliches Auftauchen um ca. 1150 als Tiurilinga) und durch den Reihengräberfriedhof in Deuerling, der sich ebenfalls auf der linken Laberseite befindet. Bei diesen Skeletten fanden sich die für diese Zeit typischen Saxe (Kurzschwerter) und Pfeilspitzen als Beigaben der damals natürlich heidnischen Bestattungen. Vorher wurden im Labertal noch Sinzing und Alling besiedelt, da auf diese Weise das Urwaldgebiet nördlich der Donau nutzbar gemacht wurde. Deuerling gehört also mit zur ersten Siedlungswelle des baiuvarischen Herzogtums, das seit ca. 535 nach dem Abzug der Römer existierte und zunächst fränkische Herzöge hatte.

Im 8. Jahrhundert ließen die karolingischen Könige eine neue Straßenverbindung von Nürnberg nach Regensburg, beginnend bei Lauterhofen, entlang des Labertals bauen, also eine neue Reichsstraße. An ihr lagen größere und kleinere Herbergen, insbesondere auch für das reisende königliche Personal. In Beratzhausen sind mehrere Königsaufenthalte belegt. Auch in Deuerling hat es wohl einen solchen „Königshof“ gegeben, aber wo? 1224 wird ein Hof in Deuerling als Eigentum des Königs als sog. Reichslehen in einer Urkunde genannt. Außerdem wurden im 19. Jahrhundert viele Gebeine unter der alten Schmiede zwischen der Brauerei Goss und dem Geigeranwesen gefunden, eindeutig ein alter Friedhof. Und zusätzlich hat die Deuerlinger Kirche ein Martinspatrozinium.  Diese Tatsachen lassen sich nur so erklären, dass der Königshof auf der rechten Laberseite (die linke war ja schon besiedelt) in einer Flussschleife errichtet wurde, wie damals üblich als Bauernhof (die heutige Brauerei Goss) mit einer Kirche für die königlichen Boten. Diese Kirchen im fränkischen Einflussbereich erhielten damals alle das Martinspatrozinium; der Friedhof lag um die Kirche herum.

Das Patrozinium wurde spätestens Mitte des 17. Jahrhunderts an die romanische Kirche auf dem Baderfelsen übertragen. Damit war Deuerling als Urpfarrei eines der Zentren im Labertal, von dem aus im 11./12. Jahrhundert der Tangrintel mit Hohenschambach und Hemau durch Rodung erschlossen wurde.

Um 1085 wird der Ortsteil Steinerbrückl fassbar: Der Weg entlang des Labertals von Regensburg nach Nürnberg wird verlegt bzw. neu gebaut, vielleicht weil er wegen des erstarkenden Ortsadels zu unsicher für den königlichen Verkehr wurde. Der Tangrintel dagegen war als Besitz des Bistums Bamberg königliches Gebiet. Die neue Reichsstraße begann an der Donaufähre bei Prüfening, führte über Riegling und Undorf hinab zur Laber, überquerte diese bei Steinerbrückl mithilfe einer steinernen Brücke (daher der Ortsname), stieg hinauf nach Hillohe und lief dann weiter über Deuerling am Bach, Hohenschambach und Hemau nach Nürnberg. 1166 war Kaiser Barbarossa auf dieser Straße mit seinem Tross von ca. 1000 Leuten unterwegs und und hielt sich dann in Hemau auf. Dieser Laberübergang wurde überwacht durch die Herren von Steinerbrückl, später von Stein, die zunächst unten an der Laber wohnten, dann aber die „Egelsburg“ auf dem markanten Felsen über dem Deuerlinger Sportplatz errichteten. Die Wälle und Spitzgräben dieser Turmburg sind noch sehr gut erhalten und zeigen wegen des fehlenden Halsgrabens, dass die Burg nur bis zum Ende des 12. Jahrhunderts als solche genutzt wurde.

Warum wurde sie aufgegeben? 1205 kam der bayerische Herzog nach langjähriger kriegerischer Auseinandersetzung mit dem Regensburger Bischof in den Besitz Deuerlings mitsamt seiner Kirche und der in der Umgebung liegenden Dörfer als Erbe der 1196 ausgestorbenen Burggrafen von Regensburg. Diese vertraten die Interessen des Königs und waren deshalb auch für die Straßenverbindungen zuständig und besaßen deshalb auch das Dorf Deuerling mit seiner Kirche. Die Reichsstraße führte jetzt über die 1146 fertiggestellte Steinerne Brücke in Regensburg, über Etterzhausen, Pollenried und nicht mehr über Steinerbrückl, sondern in Deuerling über den Haslach entlang des heutigen Kreuzwegs steil ins Tal hinab und dann den Kirchberg wieder hinauf. Dort auf dem Baderfelsen wurde wohl zur Überwachung des Laberübergangs beim alten Königshof (Brauerei Goss) eine Burg gebaut; die Reste der Gräben sind noch gut im steilen Felsen zu sehen. Zudem wird 1223 ein Miles Wernher von Deuerling, also ein Ritter bzw. ein Ministeriale urkundlich erwähnt.

Sehenswürdigkeiten (POI)

[1] Reithnerhaus Deuerling
[2] Deuerlinger Brückenschmied
[3] Deuerlinger Hammerwerk (Kupfer- und Eisenhammerwerk, später Spiegelglasschleife)
[4] Lourdesgrotte
[5] Pfarrkirche St. Martin
[6] Kriegerdenkmal
[7] Deuerlinger Pfarrhof
[8] Wegkapelle Hillohe
[9] Marienkapelle Heimberg
[10] Kreuzweg am Kalvarienberg
[11] St. Martin von Tours als Bischof mit seinen Kindern
[12] Figur des heiligen Johannes Nepomuk 
[13] Willibaldskreuz
[14] Bachmühlbachquellen
[15] KÜNSTLERquartier im Geigeranwesen